Tipps & Tests

Fairwayholz, Hybrid oder Utility-Eisen?

Nirgendwo sonst haben Sie eine so große Auswahl, wie beim Übergang von mittleren Eisen zu Hölzern. Was soll man kaufen? Ein Fairwayholz mit viel Loft, ein holzähnliches Hybrid oder doch lieber ein Utility-Eisen? Equipment-Experte Marco Burger von HIO-Fitting gibt Ihnen Tipps bei der Wahl des perfekten Transportschlägers.

04. September 2020

Artikel teilen:

Hybrid, Rescue, Utility-Eisen, Driving-Eisen oder doch ein Fairwayholz? Oftmals lerne ich Golfer kennen, die wenig mit den Begriffen anfangen können und vor allem die Unterschiede nicht kennen. Doppelt besetzte Schläger, oder gar die komplett falschen Schlägertypen, sollten in keinem Bag einen sicheren Startplatz haben. Folgend nun ein paar grundlegende Erklärungen zu den verschiedenen "Transportschlägern", die gerade auf langen Par-4-Bahnen und Par 5s zum Einsatz kommen, um danach möglichst nah am Grün zu liegen.

Das Fairwayholz

Fairwayhölzer sind wohl die traditionellsten Geräte in Sachen langer Transportschläge. Sie zeichnen sich durch einen flachen, mittelgroßen Kopf aus. Dadurch lassen sie sich sowohl vom Tee als auch vom Boden spielen. In jedem Fall sollte der Ball gut liegen. Für Damen oder Spieler mit geringer Schlägerkopfgeschwindigkeit ist die Flughöhe einer der wichtigsten Faktoren. Ein Fairwayholz #3 mit 15 Grad Loft bringt für viele Spieler aufgrund der fehlenden Flughöhe nur einen geringen bis gar keinen Distanzgewinn im Vergleich zum Fairwayholz #5 mit 19 Grad Schlagflächenneigung.

Möchten Sie das Holz vorwiegend vom Boden spielen, so rate ich beim Kauf besonders darauf achten, dass der Kopf flach ist. Dadurch befindet sich der Schwerpunkt noch tiefer und der Ball gewinnt schnell an Höhe. Auch die untere Kante des Kopfes sollte möglichst viele Kontaktpunkte mit dem Boden haben und nicht zu rund geformt sein. Kämpft man mit einem größeren Slice, sollten Sie unbedingt testen, ob ein Hybrid  nicht die bessere Wahl ist.

Das Hybrid

Ein Hybrid liegt von der Kopfgröße zwischen dem Fairwayholz und den Utiltiy-Eisen. Die oft verwendete Bezeichnung Rescue ist lediglich ein anderer Begriff, welcher ganz gut verdeutlicht, dass dieser Schläger ein Retter (auch aus schlechteren Lagen) sein soll. In der Regel ersetzt es die langen, schwierig zu spielenden Eisen. Herren verwenden ein Hybrid #3 oft als Ersatz für ein Eisen 3 - Damen starten oft schon mit einem Hybrid #5 anstelle eines 5er Eisens. Einfach ausgedrückt: Ein Hybrid ersetzt die gleiche Nummer eines Eisen.

Fairwayhölzer weiter als Hybriden weiter als Eisen

Aufgrund der anderen Bauweise und der einfacheren Spielbarkeit fliegt ein Hybrid also etwas weiter als das entsprechende Eisen. Der etwas schwerere Kopf und tiefe, nach hinten gelagerte Schwerpunkt sorgen für eine hohe Flugbahn. Speziell Spieler mit einem Slice und/oder der Gefahr zum Socket sollten diesem Schlägertyp eine Chance geben. Sogenannte "Hooker" sollten auf jedenfall ausführlich testen, bevor sie sich ein solches Modell zulegen. Achten sie beim Kauf von mehreren Hybrids in jedem Fall darauf, dass mindestens drei bis vier Grad zwischen ihnen liegen. Wenn sie auf Nummer sicher gehen wollen, ist es auch zu empfehlen, verschiedene Schaftgewichte zu testen. Gerade diese Art von Schläger bietet hier von 40 bis 130 Gramm eine große Spannweite.

Das Utiltity- oder Driving-Eisen

Das "Utility" - oder auch Driving-Eisen genannt - ist der weniger bekannte Schläger unter den Dreien. Im Prinzip ist es nichts anderes als ein breites Eisen. In der Regel findet man hier vom 1er Utility (16 Grad) bis zum 6er Utility (28 Grad) alle Varianten. Durch die Breite Sohle und das meist größere Cavity ist es deutlich fehlerverzeihender als ein normales Eisen. Der entscheidende Vorteil vom Tee, vor allem für bessere Spieler, ist dabei die niedrigere Spinrate und geringere Flughöhe im Vergleich zu einem Hybrid. Im Gegensatz zum Hybrid fühlen sich hier meist die "Hooker" wohler als die "Slicer". Für enge Spielbahnen, an denen der Driver in der Tasche bleiben sollte, ist dieser Schläger eine wuchtige Alternative vom Tee. Nachteil ist, dass nur wenige Hersteller einen solchen Schläger im Portfolio haben.

Mein Fazit

Egal, für welchen Typ Schläger man sich am Ende entscheidet: Um sicher zu gehen, langfristig Spaß mit dem neuen Gerät zu haben ist ein ordentliches Fitting nur zu empfehlen. Oftmals macht es am meisten Sinn, sich nicht für oder gegen einen Schlägertyp zu entscheiden, sondern im Bag zu mischen. Spielt man mit einem Rescue und einem Fairwayholz - was nebenbei viele Tour Spieler machen -, so hat man mehr Möglichkeiten auf dem Platz. Scheuen sie sich also nicht, ihre Schläger zu kombinieren:

Der Praxiversuch

Um neben der Theorie auch etwas Anschauliches bieten zu können, haben wir einen Top Amateurgolfer (Handicap +2) gebeten, drei vom Loft gleiche Schläger (Eisen 3, Hybrid 3 und Fairwayholz 5) gegeneinander zu schlagen.

Wie zu erwarten, unterscheidet sich das Utility-Eisen von den anderen beiden Schlägertypen hauptsächlich durch seine niedrigere Spinrate und die um knapp zehn mph geringeren Ballgeschwindigkeit. Die flachere Flugbahn macht diesen Schläger im Wind stabiler und gibt ihm einen verhältnismäßig langen Roll. Die Gesamtschlaglänge - wurde im Test nicht gemessen - unterscheidet sich aber weniger deutlich. Den höchsten Ballspeed und damit die größte Distanz (Carry) erzielt das Fairwayholz. Geht es einzig und allein um die Länge, steht der Sieger fest. Stellt man die Spielbarkeit in den Vordergrund, oder möchte eine spezielle Flugkurve erreichen, kommt man um einen ausgiebigen Selbstversuch nicht herum.

Dieser Test ist nicht repräsentativ für alle Modelle und Spielertypen auf dem Markt, soll aber den Regelfall darstellen.

Ähnliche Artikel