Masters

Historischer Zuschauerschwund ohne Woods

TV-Zuschauerzahlen beim Masters krachen ohne den verletzten Tiger Woods historisch ein.

14. April 2021

Artikel teilen:

Der Autounfall von Tiger Woods am 23. Februar hat für den 15maligen Major-Champion, wie in den vergangenen Wochen umfassend berichtet, sehr schmerzhaft mit einer Notoperation geendet. Für die Veranstalter des 85. Masters im Augusta National Golf Club hat dieser Unfall nun rückwirkend auch kräftig für Kopfschmerzen gesorgt. Die TV-Zuschauerzahlen im Finale des Major-Turniers im US-Bundesstaat Georgia sind nämlich ohne das verletzt fehlende Zugpferd Woods laut einer Mitteilung von Sports Media Watch im TV-Heimatmarkt massiv abgestürzt. /""

Lässt man das bisherige TV-Zuschauer-Tief bei der wegen der Corona-Pandemie von April auf den eher ungünstigen November-Termin verlegten 84. Ausgabe im Jahr 2020 außen vor (5,59 Millionen Zuschauer, 3,4 in der durchschnittlichen Bewertung), lieferte das diesjährige Event ein historisch schlechtes Ergebnis bei den TV-Zuschauerzahlen im Finale. Laut Sports Media Watch haben auf dem US-Sender CBS diesmal 9,45 Millionen Zuschauer (durchschnittliche Bewertung 5,5) beim Sieg des Japaners Hideki Matsuyama zugesehen. Das waren knapp 13 Prozent weniger als noch 2019 (10,81 Millionen, 6,9), bei einer sinkenden durchschnittlichen Bewertung von 20 Prozent.

Noch schlechter als bei der letzten Masters-Absenz von Woods

In diesem Jahr wurde die Finalrunde am Sonntag erstmals seit drei Jahren in ihrem traditionellen Zeitfenster wie zuletzt 2018 ausgestrahlt. Auch im direkten Vergleich zum gleichen Tag dieses Majorturniers von vor drei Jahren (13,03 Millionen, 7,9) sanken die Einschaltquoten ebenfalls drastisch, nämlich um über 27 Prozent bei den Zuschauerzahlen und 30 Prozent bei der durchschnittlichen Bewertung. Insgesamt ist Matsuyamas Sieg der am schlechtesten bewertete Sonntag in Augusta seit 1957 (3,0) und nach Austin Karp der am wenigsten beobachtete seit 1993 (9,41 Millionen).

Möglicherweise kamen die schlechten Zahlen auch dehalb zustande, weil sich der Sieg des Japaners bereits am dritten Tag nach seinem großen Vorsprung abgezeichnet und bei den Fans vor den Bildschirmen für weniger Spannung in der Finalrunde gesorgt hatte. Ein entscheidender Faktor dürfte jedoch das Fehlen von Woods gespielt haben, wie Zahlen aus der Vergangenheit nahelegen. Verletzungen hatten Woods einst daran gehindert, bei den Masters-Turnieren von 2014, 2016 und 2017 anzutreten. Die Fernsehquoten der Veranstaltung litten in all diesen drei Jahren. Das Masters 2017 hatte eine durchschnittliche Bewertung von 6,8 und 11,05 Millionen Zuschauer für die Endrunde. Das war bisher der Rekord für die Finalrunde mit den wenigsten TV-Zuschauerzahlen aller April-Masters-Veranstaltungen in über 60 Jahren, bevor 2021 bei der 85. Ausgabe das historische Tief einschlug.

Robert M. Frank

Robert M. Frank
Freier Redakteur

Nach abgeschlossenem Sportwissenschaft-Studium an der TU München ab 2008 als freier Autor/Reporter/Sportjournalist für Online-Portale, Tageszeitungen, Zeitschriften und Agenturen tätig. Der gebürtige Münchner, Jahrgang 1981, mit Trainerlizenzen im Fußball und Tennis stieß 2018 zum Golf.de-Redaktionsteam hinzu. Heimatclub: G&LC Gut Rieden in Starnberg.

Ähnliche Artikel