Handicap Papa

StoßgeBeet

Garten statt Golf, unser Handicap Papa Kolumnist wird ins Kleinod abkommandiert - da hilft nur beeten.

05. Mai 2021

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Das Frühjahr bringt ja nicht nur die Natur zum Blühen, sondern auch die Träume von uns Golfern - und die sind von Natur aus äußerst blumig (…herzliche Grüße aus der Wortspielhölle).

Mir beschert dieses Frühjahr jedoch eher Alpträume. Was jetzt nicht daran liegt, dass mein erster Korb Bälle des Jahres konsequent für Sockets herhalten musste. Vielmehr sehe ich mich einem echten Interessenkonflikt ausgesetzt. Und da hilft nur noch beten. Oder in meinem Fall: Beeten.

Einmal durchackern, bitte!

Sie erinnern sich vielleicht? Seit Frühjahr 2020 sind wir stolze Besitzer eines Gartengrundstücks (Kolumne). Und ich muss zugeben: Im ersten Lockdown hat uns das Fleckchen Grün wirklich über die Zeit gerettet. In Erwartung einer biblischen, uns alle vernichtenden Superseuche, ackerten wir uns von der Außenwelt abgeschieden durchs neue Kleinod. Dank eines Übungsnetzes wurde meinerseits sogar der Rasen mit diversen Eisen bearbeitet. So fand ich das Projekt "Garten" gar nicht schlecht.

Das Ganze stellt sich jedoch in diesem (Früh-) Jahr völlig anders dar! Statt wie üblich um diese Zeit auf einem gepflegten Puttinggrün zu stehen und diverse Putts vorbeizuschieben, stehe ich auf dem zerzausten Grün unseres Gartens - und nehme die Befehle meiner Freundin entgegen: Rasen düngen, Beete harken, Grünabfall entsorgen, Hütte streichen (außen/innen), Sandkiste reparieren, Baumhaus bauen, Grillplatz bauen, Randsteine verlegen, Hecke schneiden, Insekten-Hotel basteln (Einwurf unserer Tochter)…

Naturgemäß: Selbst Schuld

Im Grund habe ich mir den (selbst angebauten) Salat ja selber eingebrockt. Statt mich nach dem Pandemiefrühjahr direkt vom bepflanzten Acker zu machen, versuchte ich Golf und Garten unter einen Hut zu bekommen. Wie sollte das gelingen? Ich schaffe das ja noch nicht mal im Falle von Familie und Golf - wie Sie seit über drei Jahren mitlesen können. Nun ist Pflanzholz statt 3er Holz angesagt. Und der Rasen bringt mich zum Rasen. Letztens erwischte mich meine Freundin, wie ich mit der Harke an meiner Impactposition feilte. Ich solle gefälligst auf die frisch gepflanzten Radieschen aufpassen, wurde ich zurechtgewiesen.

Das Gras der Anderen ist immer Grüner

Was ich mich allerdings mal wieder frage: Wie bekommen das alle meine anderen Golfkollegen hin? Also ihr gesamtes Leben plus Besitz und Verpflichtungen unter einen Hut? Im Gegensatz zu mir kleinem Licht, besitzt der Großteil von Ihnen nicht nur Häuser samt Grundstück, sondern auch noch Firmen, Kanzleien oder Praxen. Dazu kommen Oldtimer-Sammlungen, Ferienhäuser. Und Zweitfrauen. Und alles top gepflegt, also auch die Rasenflächen um ihre Häuser. Obendrein spielen sie richtig gutes Golf, trainieren fast täglich, als stünden sie auf der Startliste für die Open.

Währenddessen komme ich, wahlweise abgekämpft von der Gartenarbeit oder dem Homeschooling, mit meinem 16 Jahre alten Golf vorgefahren, packe meine musealen Schläger aus - und pusche den ersten Abschlag ins Aus. 

Das nächste StoßgeBeet

Sie merken schon, ich bin mal wieder richtig in Schwung. Nur nicht, was mein Golfspiel betrifft. Und es tut mir ja leid, dass Sie mal wieder für meine öffentliche Therapie herhalten müssen.

In diesem Sinne freu ich mich auf Ihre Mithilfe: Ganz sicher bin ich doch nicht der Einzige, der im Frühjahr zur Gartenarbeit abkommandiert wird. Wie kriegen Sie das unter einen Hut? Und sagen Sie jetzt nicht, es ist alles eine Frage der Organisation! Wäre ich darin auch nur halbwegs talentiert, würden Sie ja hier die Kolumne eines Villa, Porsche, Zweit- und Drittfrauen besitzenden Tourpros lesen. Zeit für das nächste StoßgeBeet.

Fabian Kendzia

Fabian Kendzia
Handicap-Papa-Kolumnist

I Alter: 44 Jahre I Wohnort: Erfurt, Thüringen I festangestellt in einer Werbeagentur I Familienstand: Freundin, 2 Kinder

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