Zocks & Spielformen

Contra-Re, ein Spiel für Taktiker

Wir erklären die gängigsten Zocks für die Runde. Diesmal: Contra-Re, ein Spiel für Taktiker.

14. Mai 2021

Artikel teilen:

Eine beliebte Wette oder auch ein "Side-Game" - das man während anderer laufender Zocks einbauen kann - heißt Contra-Re. Gespielt wird Lochspiel, Mann gegen Mann.

Das Besondere daran ist jedoch, dass man je nach Situation den Einsatz auf dem Loch verdoppeln kann - indem man Contra gibt. Der andere Spieler kann daraufhin entweder ablehnen (das Loch und der einfache Einsatz sind verloren), oder mitgehen (es wird weitergespielt um den doppelten Einsatz). Geht er mit, erhält er die Option, in einer beliebigen nachfolgenden Situation erneut zu erhöhen (Re). Damit würde sich der Einsatz vervierfachen. Wiederum bleibt die Option, abzulehnen, und den zweifachen Einsatz zu verlieren. Die dritte Steigerung (achtfach) heißt Bock. Höher geht es selten. Auch wichtig: Wenn einer eingelocht hat und die Option hat, kann er selbstverständlich noch Contra, Re oder Bock sagen. Das Erhöhen des Einsatzes kann nur abwechselnd erfolgen.

Das Handicap sollte dabei eingerechnet werden (3/4-Vorgabe ist sinnvoll).

So geht’s. Ein Beispiel: 

Tobi (Hcp. 10) und Frank (Hcp. 19) sind zu zweit unterwegs und spielen Contra-Re. Da Tobi das bessere Handicap hat, gibt er Frank sieben Schläge vor (3/4 Vorgabe). Das bedeutet, Frank hat auf den schwersten sieben Löchern des Platzes einen Schlag vor. Pro Punkt vereinbaren die beiden 1 Euro Einsatz.

Das erste Loch ist ein Par 4 mit Index 3. Für Frank ist es ein Vorgabe-Loch. Diesen Vorteil nutzt er zur Offensive und gibt bereits vor dem ersten Schlag ein Contra. Tobi nimmt an, schon geht es um zwei Punkte. Beide schlagen ab und treffen das Fairway. Während Tobi mit zwei das Grün erreicht, landet der Ball von Frank im Bunker. Den Sandschlag erwischt er fett, der Ball bleibt an der Kante hängen und rollt zurück. Jetzt liegt Frank drei, aber im Bunker. Netto liegen beide jedoch gleich (zwei).

Tobi gibt Re. Frank traut sich einen guten Recovery-Schlag zu und nimmt an. Ihm gelingt diesmal eine tolle Annäherung aus dem Sand. Der Ball zum Bogey ist geschenkt. Tobi wird nervös und lässt seinen Putt zum Birdie drei Meter zu kurz. Da Frank mit 5 im Loch ist (mit Vorgabe wird eine 4 gewertet), kann er nicht mehr verlieren. Bestenfalls kann sein Kontrahent noch teilen, dazu muss er aber einlochen. Daher erhöht Frank ein letztes Mal und sagt Bock. Tobi glaubt nicht, dass seine Chancen sehr hoch sind, diesen Putt zu verwandeln. Er lehnt ab und muss für diese Loch vier Punkte zahlen.

Hätte er angenommen und gelocht, hätten sie geteilt (keine Punkte). Hätte Tobi angenommen und den Putt nicht gemacht, würde er 8 Punkte verlieren.

Noch ein Tipp: Abgerechnet wird am besten immer gleich nach dem Loch. Die Summe dann jeweils auf der Scorekarte vermerkt und wie in einer Bilanz gegengerechnet. Ein Spieler führt die Scorekarte und spielt den Buchhalter.

Ähnliche Artikel