The Match

Koepka versohlt DeChambeau den Hintern

Brooks Koepka bezwingt seinen Rivalen Bryson DeChambeau beim Showmatch im Wynn GC bei Las Vegas mit 5 zu 3.

27. November 2021

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Kurz vor dem Showkampf "The Match" zwischen den beiden Streithähnen der Golfwelt 2021 hatte Bryson DeChambeau eine eher als unsportlich zu bewertende Stichelei gegen seinen Kontrahenten Brooks Koepka geschossen. Via Twitter. Ein Tweet, der den viermaligen Major-Champ mit verdrehten Augen ein wenig von der Rolle gezeigt hatte. 

Koepka schlug zurück. Auf dem Golfplatz. Und schien es zu genießen. Das Muskelpaket aus West Palm Beach, Florida, bezwang DeChambeau mit 5 zu 3 im über zwölf Löcher angesetzten Match im elitären Wynn GC in Las Vegas. Erkenntnisse aus einer eher verhaltenen Angelegenheit zwischen den beiden PGA-Tour-Stars:

Koepka genießt jede Sekunde

Es besteht kaum ein Zweifel daran, dass beide Männer diese Fehde mit Blick auf ein Event wie dieses hochgespielt hatten und ein 12-Löcher-Match in Las Vegas ist nicht gerade ein Major-Test. Aber Koepka gilt als extrem wettbewerbsfähig und seine Abneigung gegen DeChambeau als echt. Er muss die Gelegenheit genossen haben, seinen Rivalen auf der Mann-gegen-Mann-Bühne absolut zu begraben.

Koepka ging mit einem Birdie auf der Zwei in Führung - was Mickelson perfekt vorausgesagt hatte -, baute die Führung aus, als DeChambeau ein einfaches Up-and-Down auf der Fünf verpatzte, übernahm mit einem Birdie auf der Sechs die volle Kontrolle und rückte DeChambeau mit einem Birdie auf der Acht buchstäblich an die Gurgel. Somit war es ziemlich schnell vorbei: "Ich will nicht lügen", sagte er, nachdem er eine entscheidende Annäherung auf der Neun versenkt hatte, "ich wollte ihm einfach den Hintern versohlen."

Nicht das Match war die Show

Als Teil des Übertragungsteams sorgte Phil Mickelson für ein wenig "Phil Show", was über weite Strecken deutlich interessanter war als das eigentliche Match. So konnte er DeChambeau auch mal die eine oder andere andeutung einer Entschuldigung entlocken - beispielsweise schob er vor, er habe seit zweieinhalb Monaten kein Golf mehr gespielt, was wohl die älteste Ausrede überhaupt ist.

Einige unterhaltsame Passagen der Übertragung hatten nichts mit dem Spiel zu tun. So verriet die Reporterin Amanda Balionis die Geschichte vom Getränkewagen, als sie von der Entstehung des mitunter unübertroffen teueren Golfplatzes erzählte. Anscheinend spielten Dean Martin und Frank Sinatra häufig auf dem Platz, der heute als Wynn Golf Course bekannt ist, weigerten sich aber, eine volle Runde von 18 zu spielen, wenn keine Getränke für Erwachsene verfügbar waren. Not machte erfinderisch - und so sei die Idee für eine tragbare Bar geboren worden.

Koepka erzählte auch von seinen Eskapaden nach dem Sieg in Erin Hills, als er, sein Bruder, sein Caddie und seine damalige Freundin nach Vegas flogen, um sich nach seinem ersten Major-Sieg ordentlich zu betrinken. In einem Bild, das direkt aus "The Hangover" stammt, landete die US-Open-Trophäe irgendwie auf dem Flur vor seinem Hotelzimmer. Rockstar-Kram.

Ein weiterer Blickwinkel ergab sich, als Mickelson in Koepkas Psyche eintauchte. Sein Fazit: "Brooks hat eine übernatürliche Fähigkeit, Energie, ob positiv oder negativ, zu seinen Gunsten zu nutzen." So bemühte er sich bewusst, Koepka nicht zu verärgern, als die beiden in der letzten Runde der PGA Championship, die Mickelson gewann, gegeneinander antraten. Lefty sei unbeirrt freundlich und respektvoll gewesen. Zumindest hatte er das so in Erinnerung. Koepkas Darstellung war etwas anders: "Er hat alles langsam gespielt. Ging alle drei Löcher auf die Toilette. Er hat das Alpha-Beta-Ding gemacht - er hat vor jedem Schlag die Augen geschlossen." Was auch immer es war, es hat funktioniert.

Sebastian Burow

Sebastian Burow
Freier Redakteur

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