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Wie der Tiger, so der Charlie

Ein Trainings-Video geht um die Welt: Tiger und Charlie Woods sind die Stars beim letzten Event 2020 in Florida.

18. Dezember 2020

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Klar, im Sport zählen Ergebnisse, Pokale, Meisterschaften. Aber eigentlich lebt er doch auch und vor allem von den Menschen, die ihn betreiben. Von Athleten und ihren Emotionen. Von den Geschichten hinter den Siegern. Immer wieder tauchen in diversen Disziplinen diese gern gelesenen Vater-Sohn-Storys auf. Talent lässt sich nämlich vererben. Das beweisen aktuell Tiger Woods und Söhnchen Charlie. Der große Star und sein erst elfjähriger Filius treten am Wochenende erstmals gemeinsam bei der PNC Championship im Ritz-Carlton Golf Club Grande Lakes in Florida auf. Und ein Video des Teams Woods geht im Netz derzeit mächtig viral.

Oft werden die Söhne großer Stars mit ihren weltbekannten Vätern verglichen. Für die Einen ist das ein Segen, für die anderen ein Fluch. Wer einen Papa hat, der zu den Besten der Besten seiner Sportart gehört oder gehörte, wird als Person immer wieder mit den Leistungen des Vaters, weniger mit den eigenen, konfrontiert. Bei den Beckenbauers hat es keiner in die Fußstapfen von Papa Franz geschafft. Bei den Neureuthers war Felix ähnlich erfolgreich wie Papa Christian und bei den Rosbergs war Sohn Nico in der Formel 1 sogar etwas besser als Papa Keke. Söhne schauen zu ihren Vätern auf, imitieren sie und reiben sich gleichzeitig an ihnen.


Papa Christian und Sohn Felix Neureuther (Photo by Getty Images)

Charlie Woods hat es in dieser Beziehung irgendwie leicht, aber auch richtig schwer. Es ist fast unmöglich, die selben Gipfel zu erklimmen, die Papa Tiger erreicht hat. Und doch macht der Knabe beim letzten PGA-Tour-Event des Jahres mächtig Eindruck auf Medien, Fans und Follower. Fast lässig und cool, wie der freche Knirps auf dem Fairway spaziert. Mit elf! Vor allem das Video des Teams Woods beim Training auf der Range ist geradezu entzückend. Der Schwung von Charlie? Ganz der Papa. Das Finish? Ebenso. Der Twirl und die Standposition beim Ball-Hinterherschauen? Diese beiden müssen einfach Vater und Sohn sein. Das ist ja wie Synchron-Golf. Im Netz kommentieren das zahlreiche Golf-Fans mit Staunen. Hamburgs Golftrainer Christian Lanfermann zum Beispiel schreibt dazu: "Wie genial ist das denn?"

Auf Tiger und Charlie Woods werden an diesem Wochenende die Augen der Golfer gerichtet sein. Millionen Fans weltweit wollen wissen, wie sich der kleine Mann und der große Papa schlagen werden bei der Vater-Kind-Competition in Orlando, wo Bernhard Langer mit Tochter Jackie Langer John als Titelverteidiger an den Start geht. Wird der Elfjährige dem Druck standhalten?

"Es macht mir so viel Spaß zu sehen, wie er das alles und das Spiel genießt", sagte Papa Tiger im Vorfeld des letzten Events so kurz vor Weihnachten. Aber ist er alt genug, um das zu tun? "Er hat Junior-Golfturniere gespielt, er war vorne mit dabei und hat sich von Leuten filmen lassen." Das Wichtigste, fügte er jedoch hinzu, sei, dass Charlie sich amüsiert. Kinder müssen Spaß haben, sich an der frischen Luft bewegen und soziale Kontakte pflegen. Unabhängig davon, ob ihr Vater ein großer Star ist oder nicht. Das ist in Pandemie-Zeiten so wichtig wie vielleicht noch nie.

>>> Das sind die Teams bei der PNC Championship 2020

Thomas Kirmaier

Thomas Kirmaier
Freier Redakteur

Früher Eishockey, jetzt Golf. Arbeitet als freier Redakteur. Golferische Homebase: Bad Griesbach.

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