Menschen

Kämpfermentalität statt Karriereende

Von Karriere-Rückschlägen lässt sich Daniel Berger dank seiner Philosophie des knallharten Arbeitens nicht ausbremsen.

16. Februar 2021

Artikel teilen:

Im Alter von 13 Jahren hat Daniel Berger sein erstes Hole-in-One erzielt. Erfolg ist dem US-Amerikaner allerdings in seiner Golfkarriere eher weniger zufällig zugeflogen. Bei seinem dritten PGA-Tour-Titel bei der Charles Schwab Challenge im Juni 2020 hatte Berger der Öffentlichkeit einen detaillierten Einblick in seine Lebensphilosophie gegeben. 10.000 Stunden müsse man sich in seinem Leben mit etwas beschäftigen, um darin ein "Meister" zu sein. /

Mit dieser Arbeitermentalität hat sich der 27-jährige Golfprofi aus Florida erfolgreich aus mehreren Krisen herausgespielt. Auch bei seinem vierten Tour-Erfolg beim AT&T Pebble Beach Pro-Am 2021 zeigte sich Berger von vermeintlichen Rückschlägen unbeeindruckt. Nach einer mäßigen 72er Runde (Par) am dritten Tag drehte Berger im Finale mit seiner gewohnt ruhigen, sachlichen Spielweise den Spieß wieder um und konnte am Ende den Siegerpokal in die Höhe recken.

Kämpfernatur in den Genen

Als Sohn des ehemaligen Top-Zehn-Tennisprofis Jay Berger ist ihm eine Kämpfermentalität quasi in die Wiege gelegt worden. Diese Einstellung hat ihn in seiner Laufbahn nicht nur nach oben gebracht, sondern sie hat Bergers Karriere wohl auch einst gerettet. Seit seiner ersten Profisaison 2013 zeigte der Weg der Nummer eins der High School-Abschlussklasse 2011 in Florida zunächst steil nach oben. Nach den ersten Anläufen auf der Korn Ferry Tour wurde Berger in seiner ersten PGA-Tour-Saison 2014/2015 nach 15 Top-25-Platzierungen bei nur 21 Starts gleich zum "Rookie of the year" gewählt. Die ersten beiden Titel beim FedEx St. Jude Classic folgten 2016 und 2017.

Danach fiel der US-Amerikaner erstmals in ein großes Loch: Weitere Titel blieben aus und Top-Zehn-Platzierungen waren die absolute Ausnahme. Lediglich zwei Mal glückte dies Berger bei insgesamt 45 Turnierstarts in 2019 und 2020. Zudem ließ eine langwierige Handgelenksverletzung Berger lange Zeit pausieren, von einem Karriereende war zwischenzeitlich sogar die Rede. 

Erfolgsgeschichte seit Anfang 2020

Doch einige hatten die Rechnung nicht mit der Kämpfernatur Bergers gemacht, der ab Anfang 2020 begann, sich aus dieser Krise in Richtung seines Karrierehochs von 2017 zurückzukämpfen. Innerhalb nur eines Jahres verbesserte sich der einstige Presidents-Cup-Spieler von 2017 in der Golfweltrangliste dank starken Platzierungen und eines Sieges beim ersten Turnier nach der Coronapause bei der Charles Schwab Challenge um knapp 150 Plätze nach oben in die Top 15.

Nach seinem jüngsten Titelgewinn kann Bergers Erfolgsmodell besser denn je mit seiner Kämpfernatur umschrieben werden. Sein Lieblingsspruch lautet: "Gewinnen bedeutet, dass man bereit ist, länger zu gehen, härter zu arbeiten und mehr als jeder andere zu geben."

Hier geht es zur Bildergalerie der Tops&Flops der Woche (KW07):

Robert M. Frank

Robert M. Frank
Freier Redakteur

Nach abgeschlossenem Sportwissenschaft-Studium an der TU München ab 2008 als freier Autor/Reporter/Sportjournalist für Online-Portale, Tageszeitungen, Zeitschriften und Agenturen tätig. Der gebürtige Münchner, Jahrgang 1981, mit Trainerlizenzen im Fußball und Tennis stieß 2018 zum Golf.de-Redaktionsteam hinzu. Heimatclub: G&LC Gut Rieden in Starnberg.

Ähnliche Artikel