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DJ dominiert in jeglicher Hinsicht

Dustin Johnson ist im Männergolf das Maß aller Dinge. Der Masters-Sieger führt das OWGR klar und deutlich an.

21. Februar 2021

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Seit Bernhard Langer 1986 bei Einführung der Golf-Weltrangliste die erste Nummer eins war, gab es auch einige Nachfolger, die sich nicht so recht in diesem glühend heißen Rampenlicht als Führende der Golfwelt wohlfühlten, zurückschreckten und still und leise von der Bildfläche verschwanden. Das OWGR wurde durchwegs von Stars und Legenden angeführt, darunter auch als zweiter Deutscher der US-Open- und PGA-Championship-Gewinner Martin Kaymer. Aber auch er konnte sich nicht sehr lange auf dem Thron halten - er verdrängte 2011 Lee Westwood, hielt sich acht Wochen und wurde wiederum von Luke Donald abgelöst - und bestätigte damals auch offen, er fühle sich nicht recht wohl in der Rolle. 

Ausnahme: Tiger Woods. Man könnte sagen, dass das OWGR vom ständigen Wechsel einiger Spieler geprägt wurde, deren Leistungen über einen gewissen Zeitraum mit dem komplizierten Computersystem übereinstimmten, das die Rangliste ausspuckt. Woods, der seit der Einführung der Weltrangliste länger als jeder andere Spieler in der Geschichte des Golfsports auf Platz eins stand, war berühmt dafür, die Nummer eins zu sein, weil er wusste, dass er der beste Spieler der Welt war, unabhängig davon, was die Statistiken aussagten.

Und dann ist da Dustin Johnson. Vor einigen Jahren hatte man das Gefühl, Johnson spiele zwar besser als (fast) alle anderen, könne aber das Ding nicht nach Hause bringen, den Sack nicht zumachen, es auf der Zielgeraden nicht durchziehen. Vergangenheit. Allein im Jahr 2020 vier PGA-Tour-Siege, darunter der wohl wichtigste beim Masters Tournament in Augusta und der bei der Tour Championship, dem Finale, der ihm auch den Gesamtsieg im FedExCup einbrachte. Gefolgt von einem Sieg beim superstark besetzten Saudi International. Major-Bilanz der letzten drei Jahre: sieben Top-Ten-Platzierungen.

Seit KW 34 des vergangenen Jahres ist DJ die Nummer eins, seit seinem Sieg beim Northern Trust am 23. August. Und das Schöne an der aktuellen Führungsperson ist die Tatsache, dass es wenig Kompliziertes an ihm gibt und dass er den Spitzenplatz ohne Frage annimmt. Johnson ist genau das, was Sie sehen: Rohes Talent, das sich über die Jahre verfeinert hat, während er gereift ist. Und er ist völlig unbeeindruckt von Etiketten, Druck oder Ablenkungen. Johnson spielt, agiert und sieht aus wie die Nummer eins der Weltrangliste.

Nur zwei Spieler haben die Nummer-eins-Position länger gehalten als Johnson, der sie insgesamt bereits mehr als 117 Wochen innehat. Nach Woods' Rekord von 683 Wochen folgt Greg Norman mit 331 Wochen. Johnson übertraf kürzlich McIlroys 106. Aktuell hat er 12.63 Punkte und seine Verfolger Jon Rahm 9.15, Justin Thomas 8.66, Xander Schauffele 7.55. Ein Spitzenreiter in Tiger-Manier.

Sebastian Burow

Sebastian Burow
Chefredakteur Golf.de I myGOLF

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