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Gelassener Großmeister beim Masters

Bernhard Langer tritt zum 38. Mal beim Masters in Augusta an.

06. April 2021

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In einem kurzen Videoclip der PGA Tour blickt Bernhard Langer auf seine lange Karriere beim Masters zurück. "Ich hätte nie gedacht, dass ich das schaffen würde", sagt die 63-jährige deutsche Golf-Ikone zu den Impressionen. Kurze Bildfrequenzen mit Szenen vom traditionellen Major-Turnier im Augusta National Golf Club werden in schneller Abfolge und mit Toneffekten hintereinandergeschaltet. Jeweils unterbrochen von Kommentaren des 114maligen Turniersiegers, der sich 1985 und 1993 zwei Mal das grüne Jackett des Siegers überstreifen durfte. Was zunächst wie ein Rückblick aus Sicht des gebürtigen Schwaben wirkt, entpuppt sich bei Langers Aprilscherz-Pointe am Ende als Ankündigung und Kampfansage. "Ich bin bereit für das Masters", sagt der 43malige European-Tour-Champion mit einem Lachen im Gesicht. /

Der Anhausener wird im April 2021 seinen 38. Start beim Masters feiern. Kann der sechsmalige Ryder-Cup-Champion dabei tatsächlich um das grüne Jackett mitspielen? Einige Experten und Spieler sehen durchaus Möglichkeiten, dass "Mister Consistency" seinen zwei Major-Titeln auf der Golfanlage im US-Bundesstaat Georgia noch einen dritten Titel hinzufügen könnte. "Auch wenn ich den Ball an Bernhard vorbeidresche, spielt er immer noch besser als ich. Das ist das Coole am Golfspiel. Man kann einen Score erzielen, wie man will - und das kann man immer noch in diesem Alter tun", sagt Bryson DeChambeau ehrfürchtig gegenüber dem US-Medium Global Golf Post.

Besser als DeChambeau

Der achtmallige PGA-Titelträger und US-Open-Champion von 2020 muss es wissen. Bei der vergangenen Masters-Ausgabe ließ Langer den 27-jährigen US Amerikaner alt aussehen. In der Finalrunde überholte der Schwabe den US-Kraftprotz mit der Schiebermütze in seinem Flight am Ende der Runde noch elegant mit einem 71er Score und stand als geteilter 29. im Leaderboard fünf Plätze vor DeChambeau.

Langer erntet unter vielen seiner wesentlich jüngeren Kollegen großen Respekt. Insbesondere vor dem Hintergrund, sich zum wiederholten Male beim Masters mit der aktuellen und wesentlich jüngeren Golfelite messen zu wollen. "Es ist so beeindruckend, wie er methodisch vorgeht und sein Spiel unter Kontrolle bringt, wenn er es braucht. Es ist wirklich toll, ihm zuzusehen", sagte in etwa Rory McIlroy.

Watson setzt auf Langer

Langer wirkt in diesen Tagen gelassener denn je. Am ersten Preview Day in Augusta spazierte Langer entspannt über die traditionelle Golfanlage und posierte freudestrahlend vor Fotografen. Dass er zusätzlich zu seinen elf Major-Titeln sowie 41 Turniersiegen auf der Champions Tour einen weiteren Erfolg bei einem Major einfahren könnte, hält sein US-amerikanischer Widesacher auf der Senioren-Tour Tom Watson jedenfalls nicht für ausgeschlossen. Zumal Langer bei seinen letzten acht Masters-Teilnahmen sehr gut abschnitt (2014 wurde er geteilter Achter!) und nur zwei Mal den Cut verpasste (2015 und 2017).

"Mit 63 ist er wie ich: Er hat zwar nicht mehr die richtigen Werkzeuge, um in Augusta zu gewinnen. Aber er hatte zuletzt drei großartige Masters hintereinander und könnte durchaus ein weiteres erleben", sagte der 71-jährige Watson, dem in den 70er und 80er Jahren insgesamt acht Major-Siege glückten.

Robert M. Frank

Robert M. Frank
Freier Redakteur

Nach abgeschlossenem Sportwissenschaft-Studium an der TU München ab 2008 als freier Autor/Reporter/Sportjournalist für Online-Portale, Tageszeitungen, Zeitschriften und Agenturen tätig. Der gebürtige Münchner, Jahrgang 1981, mit Trainerlizenzen im Fußball und Tennis stieß 2018 zum Golf.de-Redaktionsteam hinzu. Heimatclub: G&LC Gut Rieden in Starnberg.

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