Will Zalatoris

Mann des Momentums

Der junge US-Amerikaner Will Zalatoris erobert die große Golfbühne im Schnelldurchlauf.

13. April 2021

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"Bei den entscheidenden Momenten musst Du da sein". Derartige Worte hört man sinngemäß oft von großen Champions aus den unterschiedlichsten Sportarten. Damit gemeint ist die dringende Voraussetzung und Notwendigkeit, bei den wichtigsten Ereignissen und Wettbewerben im Sport zu reüssieren, um ein ganz Großer des Sports zu werden. /

Diese Leitlinie großer Sportstars hat der US-Golfer Will Zalatoris bereits in jungen Jahren ganz gut verinnerlicht. Der überraschede Masters-Zweite hat sich innerhalb von nur zwei Jahren von einem Weltranglistenplatz außerhalb der besten 1.500 Golfer unter die Top 30 gespielt. Bei diesem Erfolgslauf entscheidend für den 24-jährigen Kailfornier war es, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Und eben genau dann das Momentum für sich zu nutzen und die beste Leistung abzurufen.

Nur hauchdünn an der Sensation vorbei

Bei seiner Major-Premiere im September 2020 wurde der eigentlich auf der zweitklassigen Korn Ferry Tour spielende Zalatoris bei den US Open geteilter Sechster. Erst diese Top-Platzierung ermöglichte dem Blondschopf als Nichtinhaber einer PGA-Karte weitere Starts auf der höchsten US-Tour. Diese bescherten ihm nach weiteren guten Ergebnissen dann eine Qualifikation für das Masters vor wenigen Tagen. Dort legte Zalatoris bei seinem neunten Start auf der PGA Tour prompt mit der nächsten Top-Platzierung nach. Und schrammte nebenbei in Augusta mit einem Score von 279 (-9) einen Schlag hinter dem Sieger Hideki Matsuyama (278/-10) nur hauchdünn an einer absoluten Sensation vorbei. "Es war ziemlich cool", sagte der Senkrechtstarter nach seinem Überraschungscoup gegenüber dem US-Sender ESPN

Nach Höhen und Tiefen war Zalatoris in der Grake Forest University im US-Bundesstaat North Carolina im Vergleich zu Mitkonkurrenten zunächst eher langsam zu einem Golftalent herangereift. Wie einst die prominenten Golfstars Tiger Woods und Jordan Spieth räumte er dann 2016 den ersten größeren Titel bei den US-Junioren ab. Im US-Walker-Cup-Team von 2017 unter anderem mit Collin Morikawa und Scottie Scheffler spielend, folgte danach der steile Aufstieg. Seinem ersten Korn Ferry Tour Sieg im Juli 2020 bei der TPC Colorado Championship in Heron Lakes folgte in der Saison 2020/21 Platz eins in der Punktegewinner-Liste der Korn Ferry Tour, auf der Zalatoris bei 16 Turnierteilnahmen 403.978 US-Dollar gewann. Der Weg für die US Open 2020 war damit freigeworden. Der weitere Verlauf der jüngsten Erfolgsgeschichte ist hinlänglich bekannt.

 

 

Fast der nächste Masters-Rookie-Champion

Komplimente nach seinem starken Auftritt im Augusta National Golf Club bekam der Mann des Momentums von Spieth. Der Masters-Champion von 2015 hatte Zalatoris durchaus auf dem Zettel, wenn es darum gegangen wäre, dass Zalatoris nach den ersten beiden Masters-Veranstaltungen in den Jahren 1934 und 1935 sowie nach Fuzzy Zoeller 1979 um ein Haar der nächste Masters-Rookie-Champion hätte werden können. "Ich habe in den letzten anderthalb Jahren viel Golf mit ihm gespielt", sagte Spieth. "Nachdem ich gesehen habe, wie er sich in den letzten anderthalb Jahren weiter entwickelt hat und sein Selbstvertrauen mittlerweile ist, bin ich nicht überrascht. In diesem Wind einen hohen Ballflug zu kontrollieren und Putts auf diesen Grüns zu schaffen, wenn man andere Grüns wie diese vor allem bei windigen Bedingungen nicht sieht, fand ich extrem beeindruckend."

Robert M. Frank

Robert M. Frank
Freier Redakteur

Nach abgeschlossenem Sportwissenschaft-Studium an der TU München ab 2008 als freier Autor/Reporter/Sportjournalist für Online-Portale, Tageszeitungen, Zeitschriften und Agenturen tätig. Der gebürtige Münchner, Jahrgang 1981, mit Trainerlizenzen im Fußball und Tennis stieß 2018 zum Golf.de-Redaktionsteam hinzu. Heimatclub: G&LC Gut Rieden in Starnberg.

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