Marcel Schneider

Karrieresprünge im Rhythmus

Marcel Schneider arbeitet sich kontinuierlich nach vorne.

08. Juni 2021

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Mit seinem geteilten siebten Platz (213 Schläge/-3) bei der Porsche European Open ist Marcel Schneider quasi seinem Karriere-Muster gefolgt und hat erneut ein Top-Ergebnis nach vorausgegangener Durststrecke hingelegt. Der 31-jährige Golfprofi aus Pleidelsheim in der Nähe von Ludwigsburg konnte sich bei dem European-Tour-Event in Winsen an der Luhe nicht nur über die beste Platzierung unter den insgesamt 19 ins Turnier gestarteten deutschen Athleten freuen. Sondern bestätigte auch seinen Anspruch auf den nächsten Karrieresprung. /

Das Ergebnis aus Niedersachsen gehört zum einen zu Schneiders sechs besten Karriere-Platzierungen auf der höchsten Ebene der europäischen Tour. Zum anderen spült es den Sportler aus Baden-Württemberg in der Golfweltrangliste (OWGR) weiter nach vorne auf Position 345. Schneider hat damit zu den deutschen Top-Fünf-Golfern aufgeschlossen.

Aufstiege im Zwei- bis Dreijahresrhythmus

Der Weg des gebürtigen Schwaben verlief sprunghaft. Erfolgsläufe wechselten sich mit längeren Durststrecken kontinuierlich ab. Und zwar nach einem relativ ähnlichen Muster. Dem einstigen deutschen U18-Jugendmeisters von 2008 gelang jeweils alle zwei bis drei Jahre ein starkes Ergebnis, das einen Sprung in die nächste Karrierestufe ermöglichte.

Hervorragende Leistungen als Amateur inklusive des Sieges bei der Australian Amateur Championship 2012 brachten Schneider Platz sechs in der Amateur-Weltrangliste ein. 2013 wechselte er ins Profilager. Nach seinem Pro Golf Tour-Gesamtsieg (2014) spielte Schneider eine sehr gute Challenge-Tour-Premierensaison 2015. Allerdings folgte dort dann für den der einmaligen Deutschen Meister erst drei Jahre später mit seinem ersten Challenge-Tour-Titel bei der Swiss Challenge der erste große Erfolg. Nach einem durchwachsenen Jahr 2019 folgte die darauffolgende Saison der nächste Satz nach oben. Zwei zweite Plätze sowie ein zweiter Rang im Road to Mallorca-Ranking sicherten Schneider für 2021 ein Ticket für die Königsklasse des europäischen Golfsports.

Problemzone Putten gelöst?

In der Beletage des europäischen Golfs konnte der Sportler des Green Golf Bad Saulgau in diesem Jahr bis zu seinem Ausrufezeichen bei der Porsche European Open noch nicht glänzen. Insbesondere das Putten gibt Schneider als eine seiner Entwicklungspotenziale an. Verpatzte Putts haben ihm gelegentlich bessere Erträge bei Turnieren gekostet. In seinem neunten Jahr als Profi scheint sich der der Schützling von Technik-Trainer Richard Fries auf dem Grün stabilisiert zu haben, was Schneider bei der Porsche European Open eindrucksvoll demonstrierte. Je vier Birdies am ersten und dritten Tag unterstrichen seine gute Form am Putter. Wäre nicht die etwas schwächere zweite Runde (73/+1) dazwischengekommen, hätte Schneider bei dem verregneten Turnier vor den Toren Hamburgs möglicherweise sogar um den Sieg mitgespielt, den am Ende der Brite Marcus Armitage (208/-8) abräumte.

Schneider, der nur einen Schlag hinter dem ehemaligen Weltranglistendritten Paul Casey landete, war sowohl über seine gute Performance auf dem Grün als auch über seine gesamte Vorstellung glücklich. "Insgesamt muss ich sagen, dass mein langes Spiel hier sehr gut war und ich auch wichtige Putts gelocht habe. Das ist ja immer sehr, sehr entscheidend. Es entwickelt sich alles - auch für die Zukunft - in die richtige Richtung und ich bin optimistisch", sagte Schneider nach dem Finale.

Robert M. Frank

Robert M. Frank
Freier Redakteur

Nach abgeschlossenem Sportwissenschaft-Studium an der TU München ab 2008 als freier Autor/Reporter/Sportjournalist für Online-Portale, Tageszeitungen, Zeitschriften und Agenturen tätig. Der gebürtige Münchner, Jahrgang 1981, stieß 2018 zum Redaktionsteam hinzu. Golferische Heimat: Gut Rieden in Starnberg

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