Tour-Vorschau

Damen-Major und Europas Flaggschiff

Vorschau auf das Tour-Geschehen mit der Women's PGA Championship sowie weiteren Events der PGA, Korn Ferry und European Tour.

07. Oktober 2020

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Mit der Women’s PGA Championship findet in dieser Woche das zweitälteste der insgesamt fünf Major im Kalender der LPGA Tour statt. Das erst seit 2015 als das weibliche Pendant zur PGA Championship der Männer ausgetragene Event gehört zu den vier höchstdotierten Turnieren im Damengolf und gilt somit als eines der absoluten Highlights des Jahres. Im Vergleich zur vergangenen Saison wurde das Preisgeld nochmals um insgesamt 450.000 US-Dollar aufgestockt und liegt nun bei 4,3 Millionen. Die vergangene Ausgabe konnte die Australierin Hannah Green mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg für sich entscheiden.

Mit ähnlichen Ambitionen dürften zumindest ein paar der insgesamt fünf deutschen Teilnehmerinnen an den Start gehen. Allen voran die frisch gebackene Major-Siegerin Sophia Popov, die mit ihrem Erfolg bei der Women’s Open im August Geschichte schrieb und damit auch in dieser Woche zu den Favoritinnen gezählt werden kann. Neben Popov reist ebenfalls Caroline Masson mit einer guten Form nach Newton Square, Pennsylvania. Die 31-Jährige erreichte bei der Hälfte ihrer Starts in dieser Saison die Top 20 und rangiert damit aktuell auf einem starken 28. Platz in der Saisonwertung.


(Esther Henseleit, Photo by David Cannon/Getty Images)

Für Esther Henseleit ist es bislang noch ein holpriges Rookie-Jahr. Als absolute Überfliegerin der Ladies European Tour auf die LPGA Tour gewechselt hat die erst 21-Jährige mit Startschwierigkeiten zu kämpfen und schaffte bei sieben Auftritten erst drei Cuts. Bei ihrem Turnier-Debüt wäre das Erreichen des Wochenendes schon ein beachtlicher Erfolg. Ähnliches gilt wohl auch für Sandra Gal, die sich so langsam, aber sicher ins Profigeschäft zurückkämpft, nachdem sie vergangenes Jahr fast komplett auf das Golfspielen verzichtete. Dank einer Sponsoreneinladung rückte sie ins dieswöchige Major-Feld und darf somit weiter wichtige Wettkampfpraxis sammeln.

Für Isi Gabsa, die fünfte deutsche Starterin in dieser Woche, ist es die erst dritte Teilnahme bei einem Major überhaupt. Auch für sie wäre das Überstehen des Cuts bereits ein positives Ergebnis. Die Women’s PGA Championship findet erstmals im Aronimink Golf Club statt.


(Danny Willett, Photo by Andrew Redington/Getty Images)

Nach der Absage der Open Championship rückte die BMW PGA Championship als bedeutendstes European-Tour-Turnier auf europäischem Boden nach. Das sogenannte "Flagship Event" lockt wie jedes Jahr zahlreiche internationale Stars in den Wentworth Club und soll das Aushängeschild der höchsten europäischen Herrengolftour darstellen. Mit Patrick Reed reist immerhin der Weltranglistenneunte nach England und auch die Major-Sieger Justin Rose sowie Shane Lowry lassen sich das mit sieben Millionen Euro dotierte Rolex-Series-Event nicht entgehen.

Apropos Major-Sieger. Zu denen zählt auch Martin Kaymer, der am Donnerstag an der Seite von Scottish-Open-Sieger Aaron Rai und Matt Wallace an den Start gehen wird. Kaymer wird versuchen, zu seiner guten Form zurückzukehren, nachdem er bei seinen vergangenen beiden Auftritten auf der European Tour den Cut verpasst hat. Mit der gleichen Voraussetzung geht auch Maximilian Kieffer in das prestigeträchtige Turnier, das in dieser Woche unter dem Motto "Giving Back" steht und verschiedene soziale Projekte unterstützt. So wird das erste Ass am 14. Loch nicht mit einem Auto des Titelsponsors belohnt, sondern stattdessen kommen der Alzheimer’s Society 63.000 Pfund zu Gute.


(Bryson DeChambeau, Photo by Mike Ehrmann/Getty Images)

Auf der PGA Tour findet in dieser Woche die Shriners Hospitals for Children Open statt. Als erstes von insgesamt drei Turnieren in der Pazifischen Zeitzone in Folge dürfen sich die Veranstalter über einige namhafte Zusagen freuen. Neben dem Sieger aus der vergangenen Woche, Sergio Garcia, ist auch Bryson DeChambeau erstmals seit seinem US-Open-Triumph wieder am Start. Immerhin konnte der US-Amerikaner dieses Turnier bereits einmal gewinnen (2018) und weist bei 16 Runden im TPC Summerlin einen überragenden Rundendurchschnitt von 67,44 Schlägen auf.

Ähnlich gute Erinnerungen an das Event hat DeChambeaus Landsmann Webb Simpson, der seit 2010 acht von acht Cuts überstand und dazu ebenfalls einen Titel holte (2010). Deutsche sind bei dem mit sieben Millionen US-Dollar dotierten Turnier, bei dem Kevin Na als Titelverteidiger antritt, nicht am Start.


(Lukas Euler, Photo by Icon Sportswire)

Ganz anders schaut dies in der zweiten Liga aus. Bei der Orange County National Championship, dem letzten Event des Jahres auf der Korn Ferry Tour, sind gleich vier deutsche Spieler dabei. Angeführt wird das Quartett vom 13. im Saison-Ranking, Stephan Jäger. Der gebürtige Münchener verpasste in der vergangenen Woche zum fünften Mal in der laufenden Saison den Cut, sollte aber immer noch genügend Rückenwind aus seiner guten Phase in den Monaten August und September spüren, als er neben seinem Titel zwei weitere Top-Ten-Ergebnisse feierte. Die Top Ten hat auch Max Rottluff in dieser Saison schon einmal erreicht. Beim Evans Scholars Invitational Mitte September wurde er geteilter Vierter und erspielte sich damit wertvolle Punkte für die Gesamtwertung, in der er derzeit den 130. Rang belegt.

Der erfahrene Alex Cejka (49) ist ebenso im Feld vertreten wie der noch unerfahrene Lukas Euler (24), der erst im Februar seinen ersten Sieg als Profi feierte und kürzlich bei einem Turnier der Pro Golf Tour Vierter wurde. Für den gebürtigen Hessen ist es der erste Auftritt auf der Korn Ferry Tour, nachdem er im vergangenen Jahr bereits PGA-Tour-Luft schnuppern durfte und bei der Genesis Open unter anderem Tiger Woods über den Weg lief. Die Orange County National Championship ist ein weiteres Highlight in der noch jungen Profikarriere des Lukas Euler.

Weitere Deutsche im Einsatz:

PGA Tour Latinoamérica, Classic at The Club at Weston Hills: Velten Meyer

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg, schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.

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