Tour-Vorschau

Pause vorbei - auf nach Hawaii

Vorschau auf das Tour-Geschehen mit dem ersten Turnier im neuen Jahr.

06. Januar 2021

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Wir schreiben das Jahr 2021. "Endlich", mag so manch einer sagen. Ganz vergessen kann man das Jahr der Pandemie aber natürlich nicht. Die dreimonatige Corona-Pause hatte erhebliche Auswirkungen auf den Kalender der aktuellen PGA-Tour-Saison. Satte 50 Turniere beinhaltet die neue "Super Season". Die meisten seit 1975. Umso wichtiger, dass das neue Jahr mit einer Konstanten beginnt: Das Tournament of Champions markiert traditionsgemäß den Startschuss und lockt die ersten Stars aus der vierwöchigen Weihnachtspause zurück aufs saftige Grün.

Die Rückkehr zur Arbeit könnte einem aber deutlich schwerer fallen. Immerhin geht es für die Profis dorthin, wo andere gerne Urlaub machen würden. Seit 1999 findet das Tournament of Champions, das erstmals 1953 ausgetragen wurde, auf Maui - eine der sechs Hauptinseln Hawaiis - statt. Im Kapalua Resort erwartet das Teilnehmerfeld einer der leichtesten Kurse im Kalender. Nicht umsonst wurde hier 2003 das PGA-Tour-Rekordergebnis nach 72 Löchern erreicht. Ernie Els blieb damals 31 Schläge unter Par. Das Einzige, das den Plantation Course (Par 73) schützen kann, ist der Wind. Fällt der flach, könnte man sich schnell an die vor wenigen Tagen beendete Darts-WM in London erinnert fühlen.


(Die elfte Bahn des Plantation Course, Photo by Sam Greenwood/Getty Images)

Das Feld des Tournament of Champions ist elitär. Normalerweise besteht es - wie der Name schon suggeriert - nur aus den Turniersiegern des vergangenen Jahres. Normalerweise. Denn es gab 2020 und die vielen abgesagten Turniere veranlassten die Veranstalter dazu, neben den Champions all jene Spieler einzuladen, die sich für das Tourfinale in East Lake Ende September qualifiziert hatten. Dadurch kam man auf ein Teilnehmerfeld von insgesamt 45 Akteuren. Nach drei Absagen, unter anderem von Rory McIlroy, blieben 42 übrig, die sich um ein Gesamtpreisgeld von 6,7 Millionen US-Dollar streiten. Mit Abraham Ancer und Scottie Scheffler sind sogar zwei Spieler im Feld, die noch auf ihren ersten PGA-Tour-Sieg warten.

Bei der letzten Ausgabe war man weit weg vom Els-Rekord. Dafür sorgte nicht nur der drehende Wind an der Pazifikküste. Der Plantation Course, der übrigens der einzige Par 73 im PGA-Tour-Kalender ist, wurde kurz zuvor frisch renoviert und stellte daher eine deutlich größere Herausforderung dar als in den Vorjahren. Starke Regenfälle weichten zudem die Fairways auf, weswegen sich der knapp sieben Kilometer lange Kurs noch etwas länger spielte. Nach vier Runden reichte Justin Thomas ein Gesamtergebnis von 14 unter Par, um ins Stechen gegen Patrick Reed und Xander Schauffele einzuziehen. Dieses gewann Thomas dank eines Birdies am dritten Extra-Loch. Es war sein zweiter Sieg bei diesem Turnier.


(Justin Thomas bei seinem Sieg 2017, Photo by Sam Greenwood/Getty Images)

Damit zählt Thomas natürlich auch in dieser Woche wieder zu den Top-Favoriten. Laut den Buchmachern gilt es aber zunächst Dustin Johnson zu schlagen, der seit dem Corona-Restart auf einer Erfolgswelle surft. Vier Titel holte er in dieser Zeit, darunter sein bis dato größter Triumph in Augusta. Seitdem pausierte Johnson zwar, als zweifacher Sieger des Hawaii-Events kommt aber auch er bestimmt wieder schnell auf Betriebstemperatur. Xander Schauffele ist vermutlich der dritthäufigste Name, der im Zusammenhang mit dem Titel auf Hawaii genannt wird. 2019 gewann er hier und im vergangenen Jahr schnupperte er an der Titelverteidigung. Schauffele wartet aber seit diesem Erfolg vor zwei Jahren auf seinen fünften Sieg auf der PGA Tour.

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg, schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.

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