Tour-Vorschau

Major-Feeling und Wüstenrückkehr

Vorschau auf das Tour-Geschehen mit der Players Championship auf der PGA Tour und dem Qatar Masters auf der European Tour.

10. März 2021

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Während die gesamte Weltelite beim sogenannten fünften Major des Jahres abschlägt, kehrt die European Tour aus einer mehrwöchigen Pause zurück. Bei der Wiederkunft in der Wüste sind auch drei deutsche Spieler am Start. Eine gute Gelegenheit, sich in Abwesenheit der großen Namen in den Vordergrund zu spielen.

PGA Tour


(Grün der 17. Spielbahn des Stadium Course, Mandatory Credit: Jamie Squire/Getty Images)

15 Millionen US-Dollar Preisgeld. 48 der besten 50 Spieler der Welt im Feld. Was sich ganz stark nach Major anhört, ist das einzige reguläre Turnier im PGA-Tour-Kalender, das den vier großen Events des Jahres das Wasser reichen kann: die Players Championship. Und Wasser ist ein gutes Stichwort. Denn davon gibt es auf dem Stadium Course des TPC Sawgrass jede Menge. Insbesondere auf den Schlusslöchern, wenn es um den mit 2,7 Millionen US-Dollar dotierten Titel geht, verlangt Pete Dyes ikonischstes Design den Spielern höchste Präzision ab. Am meisten blau kommt auf der weltberühmten 17 ins Spiel, wo schon so manche Titelambitionen auf Grund liefen.

Wie man Wasserhindernisse aus dem Spiel nehmen kann, zeigte Bryson DeChambeau in der vergangenen Woche, als er dank seiner Länge aus einem Par 5 ein kurzes Par 4 werden ließ. Ähnliche Abkürzungsversuche wird man von ihm diese Woche nicht sehen. DeChambeaus Vorhaben, die 18. Spielbahn über das neunte Fairway abzukürzen und so den großen See aus dem Spiel zu nehmen, schob die Tour ein Riegel vor, indem sie die vom Longhitter anvisierte Zone kurzerhand als "Aus" kennzeichnete. "Zur Sicherheit der Fans und freiwilligen Helfer", so die offizielle Aussage. Mit dieser neuen "DeChambeau-Regel" wird der Sieger des Arnold Palmer Invitational gezwungenermaßen den gleichen Weg gehen müssen wie seine 153 Mitstreiter, die an der 18 gerne mit dem Eisen vorlegen.


(Zuschauer bei der Players Championship 2020, Photo by Matt Sullivan/Getty Images)

Die Players Championship weckt in diesem Jahr vermutlich nicht nur positive Erinnerungen. Denn genau bei diesem Turnier beschloss man 2020 in eine mehrmonatige Pause zu gehen, nachdem die Corona-Welle regelrecht über uns herschwappte. Damals wurde die erste Runde noch vor Publikum gespielt, bevor man sich dazu entschloss, das Event frühzeitig abzubrechen. Zwölf Monate später ist die Normalität zwar noch nicht wieder eingekehrt. Dafür steht der Durchführung der Players Championship aber nichts im Weg und ganz auf Fans muss auch nicht verzichtet werden. 20 Prozent der gewöhnlichen Kapazität werden auf den Stadium Course gelassen und so steht das ganze Event doch unter deutlich positiveren Vorzeichen als im vergangenen Jahr.

Am Titelverteidiger hat sich entsprechend nichts geändert. Dieser heißt zum zweiten Mal in Folge Rory McIlroy, nachdem er 2019 mit einem Schlag Vorsprung auf Jim Furyk siegreich war. Auch wenn sich der Nordire in einer guten Form befindet, spricht eine Statistik ganz klar gegen einen erneuten Erfolg. Noch nie konnte nämlich ein Spieler das seit 1974 ausgetragene Event zwei Mal in Folge gewinnen. Will McIlroy diesen Titelverteidiger-Fluch beenden, muss er sich gegen zahlreiche starke Konkurrenten durchsetzen. Außer Brooks Koepka und Matthew Wolff, die beide verletzungsbedingt ausfallen, sind alle Topstars am Start.


(Rory McIlroy beim Gewinn der Players Championship 2019, Photo by Richard Heathcote/Getty Images)

So auch die beiden Österreicher Sepp Straka und Bernd Wiesberger. Während Straka sein Debüt aus dem vergangenen Jahr nachholt, wusste Wiesberger bereits mit einem geteilten zwölften Rang 2017 in Ponte Vedra Beach, Florida, zu überzeugen.

European Tour

Der eigentliche Desert Swing wurde bereits Anfang Februar in Saudi-Arabien für beendet erklärt. Fünf Wochen später kehrt die European Tour aber noch einmal in die Wüste zurück. Ganz so lang war die Pause auch nicht geplant, jedoch musste die für die vergangene Woche angesetzte Oman Open Corona-bedingt abgesagt werden. Das Qatar Masters fiel der Pandemie nicht zum Opfer und die Lage in Doha lässt es sogar zu, ein paar Zuschauer auf die Anlage zu lassen. Zum zweiten Mal in Folge dient der Education City Golf Club als Austragungsort des 23 Jahre alten Events. Der 2018 eröffnete und von José Maria Olazabal entworfene Par-71-Kurs ist überhaupt erst der zweite Platz des 2,7 Millionen Einwohner starken Landes. Damit fungiert der Doha Golf Club, der das Qatar Masters bis 2019 beheimatete, nicht mehr als Alleinunterhalter.


(Die fünfte Spielbahn des Education City Golf Clubs, Photo by Warren Little/Getty Images)

Wie für Wüstenlayouts typisch, bringt der Wind die größte Schwierigkeit mit sich. Sollte dieser auffrischen, kommen auch die zahlreichen Wasserhindernisse ins Spiel. 2012 blies es sogar mal so stark, dass man das Turnier auf drei Runden verkürzen musste. Starke Windspieler sind bei entsprechenden Bedingungen also im Vorteil. Im vergangenen Jahr erreichten mit Jorge Campillo und David Drysdale zwei Spieler das Gesamtergebnis von 13 unter Par. Dank überragender Putts setzte sich der Spanier durch und feierte somit seinen zweiten Titel auf der European Tour. Generell scheint sich Campillo sehr wohl zu fühlen in Katar. Bereits in der 2019er Ausgabe wurde er geteilter Zweiter hinter dem Südafrikaner Justin Harding.

Deutsche Spieler konnten dem Katar-Event bislang noch keinen Stempel aufdrücken. Die besten Erinnerungen von den drei Deutschen, die in dieser Woche am Start sind, hat Sebastian Heisele, der 2018 geteilter Achter wurde. Für den 32-Jährigen ist das Qatar Masters erst das zweite Event in diesem Jahr, nachdem er bei der Omega Dubai Desert Classic am Cut scheiterte. Maximilian Kieffer konnte beim letzten Event vor der Pause seinen Negativtrend stoppen und die ersten Punkte für das Race to Dubai sammeln.


(Bernd Ritthammer beim Aphrodite Hills Cyprus Showdown, Photo by Andrew Redington/Getty Images)

Erst am Wochenende ins Feld gerutscht ist Bernd Ritthammer, der sich in weiser Voraussicht schon im Vorfeld um den nötigen Papierkram kümmerte, um entsprechend rechtzeitig aus der Quarantäne in Doha zu kommen. Für ihn ist es das erste European-Tour-Event seit Anfang Dezember. Mit Matthias Schwab ist auch ein Österreicher im Feld. Im Gegensatz zu den 15 Millionen auf der PGA Tour spielt man auf der European Tour um vergleichsweise überschaubare 1,5 Millionen US-Dollar.

Die Deutschen im Einsatz:

European Tour, Qatar Masters: Sebastian Heisele, Maximilian Kieffer und Bernd Ritthammer

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg, schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.

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