Tour-Vorschau

Vertrautes Umfeld und große Ziele

Vorschau auf das Tour-Geschehen mit der Honda Classic auf der PGA Tour sowie weiteren Turnieren mit deutscher Beteiligung.

17. März 2021

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Ob Florida, Louisiana oder Kenia. Die schwarz-rot-goldenen Farben sind weltweit vertreten und so darf man sich auf ein spannendes Tour-Wochenende freuen. Da sich die LPGA Tour eine kleine Verschnaufpause gönnt, beschäftigen uns in dieser Woche ausschließlich Turniere der männlichen Zunft. Welche deutschen Herren wo abschlagen, erfahren Sie in der Vorschau.

PGA Tour

2017 verlagerte Martin Kaymer seine Wahlheimat von Arizona nach Florida. Zu diesem Zeitpunkt lag der Fokus des inzwischen 36-Jährigen immer noch vermehrt auf der PGA Tour. Da die Erfolge in den USA in der Vergangenheit jedoch ausblieben, ist Kaymer mittlerweile auf Einladungen angewiesen und daher wieder überwiegend auf der European Tour anzutreffen. Hier wird er als Gewinner des Race to Dubais sowie zwei Majors in der ersten Kategorie geführt und kann sich so die Turniere aussuchen.

Kaymer hätte jedoch gerne wieder etwas mehr Auswahl in den USA. Denn als Nummer 89 der Weltrangliste gehen ihm einige der ganz großen Highlights abhanden. Bei der US Open und der PGA Championship ist er als ehemaliger Sieger gesetzt. Für die beiden vergangenen Ausgaben des Masters sowie der Open Championship war er aber nicht mehr qualifiziert. Der letzte Auftritt bei einem der hochdotierten WGC-Events liegt nun sogar schon vier Jahre zurück. Etwas bezeichnend, dass ausgerechnet die Barracuda Championship im August, dem Parallelevent zum WGC-FedEx St. Jude Invitational, Kaymers letzter regulärer PGA-Tour-Start war.


(Martin Kaymer bei der Honda Classic 2017, Photo by Mike Ehrmann/Getty Images)

Doch in dieser Woche darf der beste deutsche Golfer endlich mal wieder in den USA ran. Denn Kaymer rückte dank einer Sponsoreneinladung ins Feld der Honda Classic. Da trifft es sich gut, dass sich der Austragungsort des mit sieben Millionen US-Dollar dotierten Events nur 15 Autominuten nördlich seiner Wahlheimat befindet. "Ich kann in meinem eigenen Appartement bleiben und Golfspielen, während ich in meinem gewohnten Umfeld entspanne", so Kaymer bei bunkered.co.uk. "Ich habe bereits zehn Tage in Florida trainiert und freue mich jetzt auf die Honda Classic." Seine Erinnerungen an das Turnier im PGA National sind keine schlechten. 2017 wurde Kaymer hier geteilter Vierter.

Die klimatischen Bedingungen sowie das Florida-typische Bermudagras sind ihm also vertraut und so könnte die Honda Classic ein idealer Zwischenstopp sein, um wieder etwas Wettkampfpraxis zu sammeln. Das letzte kompetitive Turnier spielte Kaymer nämlich Anfang Februar in Saudi-Arabien. Dort wusste er mit einem geteilten 18. Rang durchaus zu überzeugen. Jedoch bedarf es wohlmöglich mal wieder einen Sieg, will er sein großes Ziel, in die Top 50 der Weltrangliste zurückzukehren, erreichen. Seit 2014 hielt Kaymer keine Siegertrophäe mehr in der Hand. Unabhängig davon, ob die lange Titeldurststrecke in dieser Woche endet oder nicht, wird der gebürtige Düsseldorfer noch etwas Zeit an der Ostküste der USA verbringen, ehe es wieder zurück auf die European Tour geht. Dort, wo er mit acht Top-Ten-Ergebnissen in der vergangenen Saison wieder etwas Selbstvertrauen tankte.


(Lee Westwood bei der Players Championship, Photo by David Rosenblum/Icon Sportswire via Getty Images)

Das Feld der Honda Classic leidet in diesem Jahr etwas unter ihrem neuen Platz im Kalender. Im Sandwich der letztwöchigen Players Championship und dem anstehenden WGC-Match Play stößt das erstmals 1972 ausgetragene Event nicht auf den gewohnten Anklang, den es in der Vergangenheit als Auftakt des Florida Swings genoss. Die Corona-Pandemie schüttelte den Turnierplan ordentlich durch und so muss man sich bei der 49. Ausgabe des Events mit einem etwas abgespeckten Staraufgebot begnügen.

Ein Hauptaugenmerk wird dabei auf dem Mann liegen, der zuletzt zwei Mal in Folge Zweiter wurde und sich entsprechend in einer herausragenden Form befindet. Doch nicht nur die aktuelle Verfassung spricht für Lee Westwood. Auch seine Bilanz im anspruchsvollen PGA National lässt aufhorchen. Westwood erreichte bei sieben Starts vier Mal die Top Ten und wurde hier im vergangenen Jahr geteilter Vierter. Dass man dem sympathischen Engländer den Sieg gönnen würde, steht dabei sicherlich außer Frage.

Korn Ferry Tour


(Alex Cejka bei der Cologuard Classic, Photo by Carmen Mandato/Getty Images)

Nicht ins Feld der Honda Classic schaffte es Alex Cejka. Der 50-Jährige war einer von drei Deutschen, die sich über den Monday Qualifier für das PGA-Tour-Event zu qualifizieren versuchten. Jedoch reichte es weder für Cejka noch für Lukas Euler oder Velten Meyer für einen der vorderen vier Ränge. Dafür begibt sich Cejka aber an die Seite von Landsmann Stephan Jäger, um die Louisiana Open der Korn Ferry Tour zu spielen. Es ist das Rückkehrturnier nach einer dreiwöchigen Pause und so etwas wie der Startschuss in eine Serie, die nur wenige Gelegenheiten zum Durchatmen bietet. Bis zur Korn Ferry Tour Championship Anfang September werden die Spieler kaum noch freie Wochen erhalten und somit intensiviert sich langsam der Kampf um die 25 zu vergebenen Tourkarten für die erste Liga.

Jäger befindet sich als Neunter der Saisonwertung immer noch in einer komfortablen Position, weiß jedoch auch, dass er mindestens noch eine weitere Top-Platzierung benötigt, um nächste Saison im Zirkus der Großen mitspielen zu dürfen. Ende Februar schnupperte Jäger bereits etwas PGA-Tour-Luft in diesem Jahr und beendete die Puerto Rico Open auf dem geteilten 58. Rang. Für Cejka, der auf Puerto Rico seinen einzigen Titel auf der PGA Tour holte, geht es überwiegend darum im Spielfluss zu bleiben und sich in eine gute Form zu bringen, sobald die PGA Tour Champions aus ihrer kleinen Pause zurückkehrt. Dort wird er nämlich in den kommenden Jahren vermehrt zu sehen sein.

European Tour


(Bild von der Kenya Open 2019, Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Die meisten deutschen Titelhoffnungen schlagen in dieser Woche in Kenia ab. Bei der Kenya Open sind mit Maximilian Kieffer, Bernd Ritthammer, Max Schmitt, Marcel Schneider und Hurly Long gleich fünf Deutsche am Start. Der Karen Country Club in Nairobi wird zwei Wochen in Folge im Mittelpunkt der European Tour stehen, denn nur zwei Tage nach Beendigung der Kenya Open findet auf demselben Platz bereits die Savannah Classic statt. Dies ist eine der Maßnahmen, die man seitens der European Tour traf, um den Kalender trotz der komplizierten Corona-Umstände mit reichlich Turnieren zu füllen. Ihr Debüt feierte die Kenya Open 2019, bevor sie ein Jahr später der Pandemie zum Opfer fiel.

Auch damals waren schon zahlreiche Deutsche vertreten. Schmitt und Schneider teilten sich den 31. Rang und auch Bernd Ritthammer schaffte den Cut. Für Kieffer und Long ist es der erste Auftritt bei dem mit einer Million Euro dotierten Event. Mit Matthias Schwab ist auch ein Österreicher dabei. Als 109. der Weltrangliste zählt er schon zu den größeren Namen in dieser Woche. Titelverteidiger ist Guido Migliozzi aus Italien.

Die Deutschen im Einsatz:

PGA Tour, Honda Classic: Martin Kaymer

European Tour, Kenya Open: Maximilian Kieffer, Bernd Ritthammer, Hurly Long, Marcel Schneider & Max Schmitt

Korn Ferry Tour, Louisiana Open: Alex Cejka & Stephan Jäger

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg, schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.

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