Tour-Rückblick

Deutsche Top-Ergebnisse in den USA

Sowohl von der Korn Ferry als auch der Symetra Tour gibt es Top-Ten-Resultate von deutschen Golfern zu vermelden. Der Rückblick aufs Wochenende.

22. März 2021

Artikel teilen:

Auch wenn sich viele der großen Namen im internationalen Golf in der vergangenen Woche eine Pause gönnten, lohnt sich der Blick auf das abgelaufene Wochenende. Denn gerade aus deutscher Sicht war es ein äußerst erfolgreiches. Vor allem von den jeweiligen zweiten Ligen der PGA und LPGA Tour gibt es positive Nachrichten zu vermelden.

Korn Ferry Tour

Stephan Jäger befindet sich weiterhin auf einem guten Weg, sich in diesem Jahr die Spielberechtigung für die PGA Tour zu erspielen. Bei der Louisiana Open in Broussard wurde der gebürtige Münchner Vierter und festigte damit seine Position unter den besten Zehn im Saisonranking. Mit einem Gesamtergebnis von 15 unter Par lag Jäger am Ende drei Schläge hinter dem Gewinner Roberto Diaz aus Mexiko, der im Le Triomphe Golf & Country Club seinen ersten Toursieg holte.

Für Jäger war es bereits das sechste Top-Ten-Ergebnis in dieser Marathon-Saison, die sich aufgrund der langen Corona-Pause im vergangenen Jahr mehr oder weniger über zwei Spielzeiten streckt. Im August konnte der Deutsche, der 2012 seinen Abschluss in Psychologie auf der University of Tennessee-Chattanooga absolvierte, seinen insgesamt fünften Titel auf der Korn Ferry Tour feiern. Die besten 25 der Saison erhalten die PGA-Tour-Karte. Aktuell belegt Jäger Rang acht.

Alex Cejka, der zweite Deutsche im Feld, scheiterte nach Runden von 71 und 76 Schlägen (insgesamt +5) am Cut.

Symetra Tour

Während die LPGA Tour spielfrei hatte, startete die zweite Liga der US-amerikanischen Damentour in Mesa, Arizona, in ihre neue Saison. Die Arizona Women’s Golf Classic markierte das erste Turnier des Jahres auf der Symetra Tour und aus deutscher Sicht verlief der Start äußerst vielversprechend. Im Longbow Golf Club beendeten mit Esther Henseleit und Sophie Hausmann gleich zwei Deutsche den Saisonauftakt in den Top Ten. Henseleit, die ihr allererstes Event auf der Symetra Tour spielte, beendete das über vier Tage andauernde Turnier auf dem fünften Rang bei zwölf unter Par. Einen Schlag dahinter teilte sich Hausmann den sechsten Rang und feierte damit das beste Ergebnis ihrer noch jungen Karriere auf der Tour.

Isi Gabsa, die dritte Deutsche im Feld, schaffte ebenfalls den Cut und wurde geteilte 23. bei -5. Den mit 30.000 US-Dollar dotierten Sieg holte sich die Chinesin Ruixin Liu dank eines Birdies auf dem zweiten Extra-Loch im Stechen gegen die US-amerikanische Amateurin Rose Zhang. Die besten zehn Spielerinnen am Ende der Saison erhalten eine der begehrten Karten für die LPGA Tour.

European Tour


(Bernd Ritthammer bei der Kenya Open, Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Es sah lange Zeit nach der ersten Top-Ten-Platzierung eines deutschen Spielers in dieser European-Tour-Saison aus. Bernd Ritthammer ging als geteilter Siebter in die Finalrunde der Kenya Open und visierte damit eines der besten Ergebnisse der vergangenen Monate an. Das letzte Mal, dass der 33-Jährige so weit oben mitspielte, war beim Cyprus Showdown im November (T9). Ritthammer konnte die gute Ausgangsposition, die er sich insbesondere dank zwei starker Runden am Donnerstag (65, -6) sowie Samstag (67, -4) verdiente, jedoch nicht in das erhoffte Top-Resultat umwandeln. Eine 72 (+1) am Finaltag sorgte für den Fall auf Rang 33 (-9), den er sich unter anderem mit Landsmann Maximilian Kieffer teilte.

Da hätte er am Sonntag "lieber auf Safari gehen sollen", so Ritthammer nach dem Turnier auf Facebook. Bei all dem Galgenhumor zog er aber ein durchaus positives Fazit nach der ersten von insgesamt zwei Wochen in Nairobi: "Alles in allem habe ich sehr viel gutes Golf gespielt, vor allem an den ersten drei Tagen. Wir dürfen hier auf dem gleichen Golfplatz ab Dienstag direkt ins nächste Turnier starten. Ich fühle mich gut und es macht Spaß, in der Sonne am Spiel zu feilen."

Für Kieffer und Marcel Schneider hielt das mit einer Million Euro dotierte Event ein deutlich positiveres Ende bereit. Beide benötigten am Sonntag jeweils 66 (-5) Schläge und machten damit einige Plätze gut. Schneider wurde als geteilter 28. bester Deutscher - sein bestes Resultat auf der European Tour seit der Austrian Open im Juli (2.). Max Schmitt und Hurly Long scheiterten am Cut. Matthias Schwab, der einzige Österreicher im Feld, wurde geteilter 52. bei einem Gesamtergebnis von sechs unter Par.


(Gewinner der Kenya Open 2021: Justin Harding, Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Den Titel im Karen Country Club sicherte sich der Südafrikaner Justin Harding. Dank einer fehlerfreien 66 hielt er seinen Mitspieler Kurt Kitayama auf Abstand und sicherte sich so mit einem Gesamtergebnis von 21 unter Par seinen zweiten Titel auf der European Tour. Seinen Debüt-Erfolg feierte Harding beim Qatar Masters 2019, woraufhin er sich wenig später in die Top 50 der Welt verbesserte und somit auch schon beim Masters in Augusta aufteete. Auf einen starken Auftritt beim Major folgte aber kaum noch Zählbares und so rutschte Harding in der Weltrangliste immer weiter ab. Vor der Woche in Kenia war er als 195. des OWGR geführt worden. Nach dem Titelgewinn, der mit knapp 150.000 Euro dotiert war, kratzt er nun wieder an den Top 100.

PGA Tour

Die Honda Classic verlief aus deutscher Sicht weniger erfreulich. Mit Martin Kaymer scheiterte der einzige Deutsche im Feld am Cut des mit sieben Millionen US-Dollar dotierten Events. Für den zweifachen Major-Sieger war es der fünfte verpasste Cut in Folge auf der PGA Tour.


(Matt Jones gewinnt die Honda Classic 2021, Photo by Michele Sandberg/Icon Sportswire via Getty Images)

Deutlich wohler fühlte sich der Australier Matt Jones auf dem anspruchsvollen PGA National in Palm Beach Gardens, Florida. Am Donnerstag eröffnete er mit einer 61 (-9), dem eingestellten Platzrekord auf dem Champion Course, woraufhin Lee Westwood Jones‘ Leistung als "vermutlich die beste Runde des Jahres" bezeichnete. Zwar gab der 40-Jährige die Führung zwischenzeitlich ab, jedoch lag er in der entscheidenden Phase des Turniers wieder an der Spitze des Leaderboards und sicherte sich mit entspannten fünf Schlägen Vorsprung seinen zweiten Titel auf der PGA Tour.

Jones erreichte das Gesamtergebnis von zwölf unter Par und verdiente sich so souverän den Siegerscheck in Höhe von 1,26 Millionen US-Dollar. Ein Erfolg, der den Mann aus Sydney bis auf Rang elf im FedExCup vorspülte. Zudem darf er sich über einen Platz im Feld des ersten Majors des Jahres freuen.

Zweiter wurde Überraschungsmann Brandon Hagy, der als zweiter Reservespieler erst am Abend vor Turnierbeginn über seinen Startplatz informiert wurde. Der US-Amerikaner packte die Gelegenheit beim Schopfe und verbesserte sich um 101 Plätze im FedExCup. Der Österreicher Sepp Straka hatte lange Zeit eine Top-Platzierung im Visier, musste sich aber nach einer 73 (+3) am Finaltag mit dem geteilten 33. Rang zufriedengeben.

Die Ergebnisse der Deutschen:

  • European Tour, Kenya Open: Marcel Schneider T28, Maximilian Kieffer Bernd Ritthammer T33 und Max Schmitt & Hurly Long CUT
  • PGA Tour, Honda Classic: Martin Kaymer CUT
  • Symetra Tour, Arizona Women's Golf Classic: Esther Henseleit 5., Sophie Hausmann T6 und Isi Gabsa T23
  • Korn Ferry Tour, Louisiana Open: Stephan Jäger 4. und Alex Cejka CUT

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg, schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.

Ähnliche Artikel