Tour-Vorschau

Marathon-Matchplay und Major-Test

Vorschau auf das Tour-Geschehen mit dem WGC-Matchplay sowie weiteren Turnieren mit deutscher Beteiligung.

24. März 2021

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Wer sich in dieser Woche nur Donnerstag bis Sonntag freigehalten hat zum Golfschauen, der wird einiges verpassen beziehungsweise schon verpasst haben. Auf der European Tour legte man nämlich bereits am Dienstag los und das WGC in Austin findet über fünf Tage statt. Auf der LPGA Tour wirft das erste Major seine Schatten voraus. Viel Golf mit jeder Menge deutscher Beteiligung. Die Vorschau:

World Golf Championships

Bereits ein halbes Jahr vor dem Ryder Cup in Whistling Straits kommen die Matchplay-Qualitäten der besten Spieler der Welt auf den Prüfstand. Gut möglich also, dass die jeweiligen Kapitäne Steve Stricker und Padraig Harrington diese Woche etwas genauer auf das Geschehen in Austin, Texas, schauen. Auch wenn die Intensität des Ryder Cups nicht mit der des WGC-Match Plays vergleichbar ist, können gute Leistungen bei vergangenen Mann-gegen-Mann-Duellen durchaus ausschlaggebend sein für die Wahl der Captain’s Picks.

Wer das zweite WGC-Event des Jahres gewinnen will, muss nicht nur mental stabil sein. Auch der körperliche Aspekt wird eine Rolle spielen. Sieben Runden in fünf Tagen werden die besten vier Spieler am Ende der Woche in den Knochen haben. Aufgrund des Lochspiel-Formats wird das ein oder andere Match vermutlich nicht über die vollen 18 Löcher gehen. Ab dem Achtelfinale sind bei Gleichstand aber auch Extralöcher möglich. Feststeht jedenfalls: Den 1,7 Millionen US-Dollar schweren Siegerscheck muss man sich erstmal verdienen.


(Das zwölfte Grün des Austin Country Clubs, Photo by Christian Petersen/Getty Images)

Das Feld wurde mit den besten 64 verfügbaren Profis der Weltrangliste aufgefüllt und auf 16 Gruppen à vier Spieler aufgeteilt. Nach den drei Vorrundenmatches, die von Mittwoch bis Freitag stattfinden, rückt jeweils nur der Gruppenerste in die Achtelfinals vor. Dieser Modus hielt erstmals 2015 Einzug. Damals war man noch im TPC Harding Park in San Francisco zu Gast. Inzwischen scheint sich der Austin Country Club als Austragungsort etabliert zu haben. Zurecht. Der Par-71-Kurs bietet am Colorado River gelegen und mit der Pennybacker Bridge im Hintergrund nicht nur eine beeindruckende Szenerie. Das Pete-Dye-Design fordert mit einigen kurzen Löchern auch die Risikobereitschaft der Spieler ab. Sowohl der Wind als auch zahlreiche Wasserhindernisse erschweren die Entscheidungsfindung. Eine ideale Voraussetzung für spannende Duelle.

Im vergangenen Jahr musste das WGC-Match Play ausfallen. Daher tritt Kevin Kisner als Gewinner der 2019er Ausgabe als Titelverteidiger an. Sein Finalgegner war damals ein gewisser Matt Kuchar, der mit seinen vier Ryder-Cup-Teilnahmen zu den Matchplay-Routiniers zählt. Zieht man den Lochspielfaktor heran, zählt mit Sicherheit Patrick Reed zu den großen Favoriten in dieser Woche. Der gebürtige Texaner liebt die mentale Spielerei und zählt seit 2014 zum unverzichtbaren Kern des US-amerikanischen Ryder-Cup-Teams.


(Paul Casey bei der Players Championship, Photo by Keyur Khamar/PGA TOUR via Getty Images)

Aus europäischer Sicht geht Paul Casey mit guten Voraussetzungen in das Turnier. Der Engländer schaffte es bereits zwei Mal ins Finale und reist mit einer guten Form nach Austin. Dank seines Sieges in Dubai hat er zudem das Ryder-Cup-Ticket schon so gut wie sicher und das WGC ist ein guter Härtetest für den Kontinentalvergleich. Bernd Wiesberger ist als einziger deutschsprachiger Spieler im Feld.

PGA Tour

Wie mittlerweile üblich, findet zeitgleich zu den großen Highlights mit limitiertem Starterfeld ein Parallelevent der PGA Tour statt. Wer sich also nicht für das elitäre WGC-Match Play qualifizieren konnte, hat bei der Corales Puntacana Resort & Club Championship die Gelegenheit, in Abwesenheit der Stars einige FedExCup-Punkte zu sammeln. Dabei wird das amerikanische Festland verlassen. Das mit drei Millionen US-Dollar dotierte Event findet nämlich an der östlichen Spitze der Dominikanischen Republik statt. Die Urlaubsgefühle auf dem von Tom Fazio designten Corales Golf Course am Ufer des Atlantiks sind inklusive.


(Das neunte Grün des Corales Golf Course, Photo by Andy Lyons/Getty Images)

In diesen Genuss kommen mit Alex Cejka und Stephan Jäger auch zwei Deutsche. Cejka war bereits bei der ersten Saisonausgabe der Corales Puntacana Resort & Club Championship im September am Start. Vielleicht ein kleiner Vorteil für den 50-jährigen Routinier, wobei damals bereits nach zwei Runden für ihn Schluss war. Jäger reist mit einem Top-5-Ergebnis aus der vergangenen Woche an und wird versuchen, auch bei seinem dritten PGA-Tour-Auftritt in dieser Saison ins Wochenende zu kommen. Sepp Straka ist als einziger Österreicher im Feld.

LPGA Tour

Nach Beendigung des kurzen Florida-Swings legte man bei den Damen eine zweiwöchige Pause ein, aus der sie nun in Carlsbad, Kalifornien, zurückkehren. Die Kia Classic ist erst das vierte Turnier der Saison und doch schon die letzte Generalprobe vor dem ersten Major des Jahres. Bereits am 1. April beginnt die ANA Inspiration und daher gilt es für alle Beteiligten schnellstmöglich Fahrt aufzunehmen. Das Feld ist entsprechend stark besetzt. Sowohl alle Top-Ten-Spielerinnen der Welt als auch die Major-Gewinnerinnen aus dem vergangenen Jahr vereinen sich im Aviara Golf Club. Mit Michelle Wie West gibt zudem ein Superstar der Szene nach langer Babypause ihr Comeback.


(Das dritte Grün des Aviara Golf Clubs, Photo by Donald Miralle/Getty Images)

Zu den amtierenden Major-Siegerinnen zählt natürlich auch Sophia Popov. Sie ist eine von drei deutschen Damen im Feld. Auch Caroline Masson und Sandra Gal kämpfen um ihren Anteil am Gesamtpreisgeld in Höhe von 1,8 Millionen US-Dollar.

European Tour

Für eine Vorschau auf die Savannah Classic ist es an dieser Stelle zu spät. Das zweite aufeinanderfolgende Event im Karen Country Club in Nairobi läuft nämlich schon seit Dienstag. Wer also bei der Kenya Open in der Vorwoche den Cut schaffte, hatte nur einen Tag Pause zwischen den beiden Turnieren. Zu diesen Spielern zählten mit Marcel Schneider, Maximilian Kieffer und Bernd Ritthammer auch drei Deutsche. Am Cut gescheitert waren Hurly Long und Max Schmitt. Zu den fünf Vertretern gesellt sich in dieser Woche mit Nicolai von Dellingshausen ein weiterer Deutscher.


(Gewinner der Kenya Open: Justin Harding, Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Zwischenstand: Während Justin Harding, der Sieger der Vorwoche, erneut ganz vorne mitspielt, konnte sich auch Long nach den ersten beiden Runden eine gute Ausgangsposition erspielen. Der 26-Jährige rangiert zur Halbzeit der Savannah Classic im Bereich der Top Ten. Zum Leaderboard

Die Deutschen im Einsatz:

European Tour, Savannah Classic: Bernd Ritthammer, Hurly Long, Max Schmitt, Maximilian Kieffer, Nicolai von Dellingshausen und Marcel Schneider

PGA Tour, Corales Puntacana Resort & Club Championship: Alex Cejka und Stephan Jäger

LPGA Tour, Kia Classic: Sandra Gal, Caroline Masson und Sophia Popov

Korn Ferry Tour, Club Car Championship: Max Rottluff

Sunshine Tour, Serengeti Invitational: Freddy Schott

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg, schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.

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