Masters

Seve wäre glücklich

José Maria Olazábal schafft beim Masters Tournament den Cut und widmet den Erfolg seinem langjährigen Wegbegleiter.

10. April 2021

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Ein weißes Polo zur marineblauen Hose. José Maria Olazábal ehrte mit seinem Outfit am zweiten Tag des Masters einen vor knapp zehn Jahren verstorbenen Freund. Traditionellerweise trug nämlich Severiano Ballesteros diese Farben am Finaltag eines Turniers. So auch zum Beispiel bei seinen beiden Masters-Erfolgen 1980 und 1983. Am Freitag wäre Seve 64 geworden. Und irgendwie spürte man die Aura des charismatischen Spaniers an diesem Ehrentag in Augusta. Ganz besonders in Person von Olazábal, der als sehr guter Freund seines Landsmanns galt und unter anderem beim Ryder Cup große Erfolge mit Seve feierte.


(José Maria Olazábal und Severiano Ballesteros beim Ryder Cup 1991, Photo by Stephen Munday/Getty Images)

Für Olazábal war es ein besonderer Tag beim Masters. Denn zum ersten Mal seit 2014 schaffte der 55-Jährige wieder den Cut beim ersten Major des Jahres. Als zweimaliger Gewinner des Masters (1994 und 1999) besitzt der Ryder-Cup-Captain von 2012 eine lebenslange Startberechtigung für das Turnier in Augusta. Wirklich erfolgreich war er hier jedoch zuletzt nicht mehr. In den vergangenen elf Jahren verpasste Olazábal neun Mal den Cut. In dieser Woche sollte es endlich mal wieder klappen mit dem Einzug ins Wochenende.

Dank einer starken 71 (-1) qualifizierte sich Olazábal für die beiden Finalrunden. Ein Riesenerfolg für den World Golf Hall of Famer. "Es ist als hätte ich das Turnier gewonnen", so "Ollie", der nur noch äußerst selten auf der großen Bühne spielt. Zuletzt tat er dies beim Masters im November. Umso stärker ist diese bisherige Vorstellung im Augusta National GC einzuordnen. "Wenn sich der Platz schnell spielt, muss ich nicht immer ein Holz 5 oder 7 ins Grün schlagen", fand Olazábal Gründe für sein gutes Abschneiden. Mit durchschnittlich 242 Metern vom Tee ist er mit Abstand der kürzeste verbliebene Spieler im Feld. Gleichzeitig setzte er mit nur 22 Putts am Freitag jedoch die Bestmarke auf den Grüns.

Was zu diesem starken Zwischenergebnis in Augusta führte, ist letzten Endes auch zweitrangig. Denn eins ist klar: "Ich denke Seve wäre glücklich", sagte ein zufriedener Olazábal nach der zweiten Runde. "Ich vermisse es, ihn hier zu haben und ihn umarmen zu können. Ich bin etwas emotional." Ballesteros war Idol von vielen Golfern - so auch von Olazábal.

"Ich weiß, den Cut zu schaffen, ist nicht so ein großes Ding. Doch ich möchte diesen Erfolg ihm [Seve] und all den Menschen widmen, die uns in den vergangenen Jahren verlassen haben." Hierbei wird Olazábal auch an seinen langjährigen Freund Sergio Gomez gedacht haben, der ihn seit 1985 als Manager begleitete und im vergangenen Jahr im Alter von 75 Jahren verstarb. Wo auch immer er die Kraft am Freitag hernahm - der Mann in dunkelblau-weiß war definitiv nicht allein.

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg, schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.

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