Tour-Vorschau

Corona-Absagen und Asienrückkehr

Vorschau auf das Tour-Geschehen mit einigen positiven Corona-Fällen auf der PGA Tour und der LPGA-Rückkehr nach Asien.

28. April 2021

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Uns erwartet in dieser Woche wieder ein vollgepacktes Tour-Programm, das lediglich die immer noch auf ihren Saisonstart wartende Ladies European Tour vermisst. Auf der PGA Tour gibt es so viele Corona-Absagen wie noch nie zuvor und auf der LPGA Tour kehrt man auf den gelobten Golfkontinent Asien zurück, wo entsprechend strikte Vorschriften ähnliche Vorfälle wie bei den männlichen Kollegen verhindern sollen. Zudem sind Bernhard Langer bei den Champions und Maximilian Kieffer auf Teneriffa hoffnungsvolle Titelkandidaten.

PGA Tour

Mit der Charles Schwab Challenge kehrte die PGA Tour im Juni 2020 aus ihrer mehrmonatigen Corona-Pause zurück. Die entsprechenden Vorkehrungen wie regelmäßige Tests oder das Aufbauen einer "Bubble" griffen und so konnte man den Wettkampfbetrieb bislang ohne größere Komplikationen durchführen. Dass vereinzelt positive Fälle auftreten würden, davon war auszugehen. Viel wichtiger war, dass die betroffenen Personen sowie deren Kontaktpersonen unmittelbar isoliert werden und somit die Verbreitung des Virus verhindert wird. Inzwischen dürfen, je nach Bundesstaat, sogar wieder Zuschauer auf die Anlagen.


(Sepp Straka, Photo by Steve Dykes/Getty Images)

Die PGA Tour kann sich also für ihr Hygienekonzept auf die eigene Schulter klopfen und doch schaut man in dieser Woche wieder mit etwas ernsterer Miene auf das Thema. Denn im Vorfeld der Valspar Championship mussten gleich vier Spieler ihren Start wegen eines positiven Corona-Tests zurückziehen. Ein neuer Höchstwert. Einer davon ist Tyrrell Hatton, der als einer von vier Top-Ten-Spielern für das Turnier im Innisbrook Resort gemeldet hatte. Aber auch der Österreicher Sepp Straka ist betroffen und muss sich nun nach den CDC-Richtlinien in Selbstisolation begeben. Mit den ersten Spielern, die sich bereits impfen lassen und infolgedessen nicht mehr getestet werden müssen, kann man nur hoffen, dass den Beteiligten auf der PGA Tour auch auf der Zielgeraden nicht die Luft ausgeht, damit man sich in der Rückbetrachtung nichts vorwerfen muss.

Mit Hatton fehlt also einer der großen Namen in Palm Harbor, Florida. Die Absage tut der Attraktivität des Teilnehmerfeldes jedoch keinen allzu großen Abbruch, da mit Dustin Johnson und Justin Thomas die beiden aktuell besten Spieler der Welt am Start sind. Zudem sind mit Paul Casey und Justin Rose zwei Engländer dabei, denen gute Chancen auf den Titel eingeräumt werden. Vor allem Casey wird ganz vorne erwartet. Immerhin tritt er als Gewinner der vergangenen beiden Ausgaben der Valspar Championship an. Der 43-Jährige könnte der erste Spieler seit Steve Stricker werden (John Deere Classic, 2009 bis 2011), dem der perfekte Hattrick bei einem PGA-Tour-Event gelingt. Deutschsprachige Profis sind nach Strakas Absage nicht im Feld.

LPGA Tour

Normalerweise verbringt die LPGA Tour mehrere Wochen im Jahr auf dem asiatischen Kontinent. Längst hat man den Golfmarkt auf der anderen Seite des Pazifiks erschlossen. In der vergangenen Spielzeit fielen jedoch beide Asian Swings der Corona-Pandemie zum Opfer. Umso mehr wurde die Rückkehr in die golfbegeisterte Region herbeigesehnt. Die HSBC Women’s World Championship ist das erste LPGA-Event in Asien seit November 2019. Eigentlich hätten zwei weitere Turniere den dreiwöchigen Asian Swing komplettieren sollen, jedoch musste das Blue Bay LPGA in China aufgrund von Corona-Maßnahmen gestrichen werden.


(Inbee Park, Photo by Lionel Ng/Getty Images)

Der erste Asienaufenthalt des Jahres beschränkt sich also auf zwei Wochen. Zwei Wochen, in denen die Spielerinnen außer den jeweiligen Golfplatz und das dazu gemietete Hotel nicht viel zu sehen bekommen werden. Die sogenannte "Bubble" wird bei den Events in Singapur und Thailand noch strikter bewacht, als man es in den USA ohnehin schon gewohnt war. Neben mehreren Tests vor Abflug und nach der Ankunft müssen sich die Spielerinnen beispielsweise auch die App "TraceTogether" herunterladen, ohne die man seit Oktober nicht mehr nach Singapur einreisen darf. "Das Leben ist anders mit COVID", so Inbee Park, die in dieser Woche ihren dritten HSBC-Titel jagt. "Wir hatten einen 17,5-Stunden-Flug von Los Angeles hier her. Nachdem wir zum Hotel gefahren und getestet wurden, mussten wir weitere zwölf bis 14 Stunden auf unserem Zimmer verbringen."

Wer in diesen Tagen in Asien Golfspielen will, muss sich also auf eine etwas holprige Turniervorbereitung einstellen. Auch deswegen verzichteten einige der Top-Spielerinnen auf die Einreise aus den USA. Lexi Thompson, Jennifer Kupcho sowie die Korda-Schwestern bleiben allesamt zuhause. Mit neun Damen aus den Top 15 der Welt verfügt das 69 Damen umfassende Feld aber immer noch über jede Menge Star-Power. Caroline Masson und Sophia Popov halten die deutsche Fahne im Sentosa Golf Club hoch und allen voran Masson spielte bei ihrem vergangenen Auftritt in Asien groß auf. Beim Taiwan Swinging Skirts LPGA 2019 wurde die 31-Jährige geteilte Zweite.

PGA Tour Champions


(Bernhard Langer, Photo by Kevin C. Cox/Getty Images)

Die US-amerikanische Seniorentour ist seit diesem Jahr um einen deutschen Hoffnungsträger reicher. Zumindest in Teilen. Denn während Bernhard Langer als zweifacher Masters-Sieger von Beginn an gesetzt war, muss sich Alex Cejka seinen Status auf der PGA Tour Champions erstmal erspielen. Bislang tat er dies in gewohnter Cejka-Manier: Über den Kampf. Seine beiden bisherigen Champions-Auftritte verdiente sich der 50-Jährige über die entsprechenden "Monday Qualifier"-Events. Bei der Chubb Classic hätte es schon fast geklappt mit dem ersten Titel auf der neuen Tour. Cejka wurde geteilter Zweiter und muss daher beim nächsten regulären Event der PGA Tour Champions nicht den Umweg über die Montagsqualifikation gehen.

Beim anstehenden Insperity Invitational ist Cejka jedoch noch nicht wieder dabei. Das Event in Texas gilt nämlich als Einladungsturnier und stellt sein Teilnehmerfeld daher nach individuellen Kriterien zusammen. Wer auf der Startliste nicht fehlen darf, ist Landsmann Langer, der dieses Turnier bereits vier Mal gewinnen konnte - erstmals 2007. Dies war damals Langers erster Titel auf der PGA Tour Champions. Inzwischen sind 40 weitere dazugekommen und der Zweitplatzierte der Saisonwertung will auch in dieser Woche wieder vorne mitspielen. Dass sich Langer in einer guten Form befindet, zeigte er bei der Chubb Classic vor zwei Wochen, als er geteilter Sechster wurde.

European Tour


(Die 18. Bahn des Golf Costa Adeje, Photo by Warren Little/Getty Images)

Von Gran Canaria geht es weiter auf die Nachbarinsel Teneriffa, zur zweiten von insgesamt drei Stationen des Kanaren-Swings. Die Bedingungen sind entsprechend vergleichbar mit denen aus der Vorwoche. Nicht nur klimatisch. Auch die Plätze ähneln sich in ihrem Layout. Wie schon bei der Gran Canaria Open erwartet die Spieler auch bei der Tenerife Open ein kurzer Resort-Platz mit jeder Menge Birdie-Chancen. Der Par-71-Kurs des Golf Costa Adeje wird lediglich vom teilweise auffrischenden Küstenwind beschützt und besticht natürlich optisch allein durch die malerische Aussicht.

Gute Aussichten auf seinen ersten European-Tour-Titel hatte auch Maximilian Kieffer in den vergangenen beiden Wochen. Sowohl in Österreich als auch auf Gran Canaria wurde er Zweiter und damit zählt der 30-Jährige auch dieses Mal zu den Top-Favoriten. In einer solch guten Form wie aktuell befand sich Kieffer vermutlich noch nie, weswegen er den Schwung nutzen will, um endlich den großen Durchbruch zu schaffen. Mental scheint er jedenfalls äußerst stabil zu sein, hätte man nach der Playoff-Niederlage in Atzenbrugg befürchten können, dass ihn die verpasste Chance zurückwerfe. Das Selbstbewusstsein ist aber vorhanden und als 16. des Race to Dubai ist mit Antoine Rozner (13.) nur ein Spieler im Feld, der in dieser Saison noch mehr Punkte sammelte als Kieffer.

Die Deutschen im Einsatz:

  • European Tour, Tenerife Open: Marcel SchneiderMax SchmittMaximilian Kieffer, Bernd Ritthammer, Nicolai von Dellingshausen und Sebastian Heisele
  • Challenge Tour, Cape Town Open: Allen John, Alexander Knappe, Marcel Siem, Moritz Lampert, Freddy Schott, Hinrich Arkenau, Hurly Long, Thomas Rosenmüller und Jonas Kölbing
  • LPGA Tour, HSBC Women's World Championship: Caroline Masson und Sophia Popov
  • Symetra Tour, Garden City Charity Classic: Isi Gabsa und Sophie Hausmann
  • Korn Ferry Tour, Huntsville Championship: Max Rottluff und Stephan Jäger
  • PGA Tour Champions, Insperity Invitational: Bernhard Langer

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg, schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.

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