BMW International Open

Kaymer knapp geschlagen

Martin Kaymer unterliegt bei der BMW International Open Sieger Viktor Hovland haarscharf.

27. Juni 2021

Artikel teilen:

Fast hätte es für Martin Kaymer bei der BMW International Open nach sieben Jahren ohne einen Titel wieder einmal zu einem Turniersieg gereicht. Der 36-jährige Rheinländer schrammte beim European-Tour-Turnier im Golfclub München Eichenried nur hauchdünn an seinem ersten Erfolg seit seinem Major-Triumph 2014 bei den US Open vorbei. Noch besser als der ehemalige Weltranglistenerste aus Mettmann bei der European-Tour-Veranstaltung war lediglich Shootingstar Viktor Hovland. Der 23-jährige Norweger durfte sich trotz einer durchschnittlichen Schlussrunde mit 70 Schlägen (-2) über seinen Premierensieg auf der European Tour freuen. Der Skandinavier lag in der Endabrechnung mit einem Score von 269 (-19) zwei Zähler vor Martin Kaymer (271 Schläge/-17). /

Kaymers Aufholjagd mit Birdie-Feuerwerk

Dank einer sehr starken 64er Finalrunde (-8) wäre Kaymer fast die Wiederholung seines Sieges von 2008 gelungen, als der zweimalige Major-Champion an gleicher Ort und Stelle das letzte Mal gewonnen hatte. Im Vergleich zu seinem letzten Sieg vor den Toren der bayerischen Landeshauptstadt erwischte Kaymer diesmal einen starken Finaltag.

Mit acht Schlägen Rückstand auf Hovland in die Runde gestartet, holte Kaymer in der vierten Runde des Turniers mit einer Zuschauerbegrenzung von 400 Personen kräftig auf und zündete ein regelrechtes Birdie-Feuerwerk. Zehn Schlaggewinne bei zwei Bogeys zauberte Kaymer auf die Grüns. Dass es am Ende wie 2018 nur zu einem alleinigen zweiten Rang reichte, konnte die deutsche Nummer eins angesichts einer sehr starken Final-Vorstellung in Eichenried verkraften.

Freude über jubelnde Zuschauer

"Im Großen und Ganzen war ich ganz zufrieden. Gerade am letzten Loch ist der Putt sehr wichtig. Das ist ein Moment, bei dem man weiß, dass dies die einzige Chance ist, überhaupt ein Turnier gewinnen zu können. Wenn der nicht reingeht, dann kannst du dich ins Auto setzen und nach Hause fahren. Das ist wichtig für den mentalen Aspekt", sagte Kaymer. Der deutsche Golfstar hatte sich insbesondere darüber gefreut, dass zumindest eine gewisse Anzahl an Zuschauern zugelassen wurde und ihn die Fans vor Ort anfeuerten. "Die Atmosphäre war toll und es war schön, vorne mitspielen zu können. Das spüren die Zuschauer auch und wollen einen weiter nach vorne treiben."

Kaymers Ausblick fiel dementsprechend positiv aus. "In meinem Stadium, indem ich mich befinde, ist dieses Ergebnis ein Erfolg. Ich nehme sehr viel Positives mit. Das lange Spiel ist dort, wo ich es hinhaben möchte. Es gibt zwei bis drei Dinge, bei denen ich noch Feintuning mit meinem Trainer Günter Kessler betreiben werde. Ich werde weiter an den kleinen Dingen arbeiten, aber das Große und Ganze passt. Es geht eher darum, die nächsten zwei Wochen gut zu spielen, um noch in die British Open reinzukommen."

 

Schmid überzeugt

Aus deutscher Sicht brachten die BMW International Open einen weiteren Erfolg mit sich. Amateur Matthias Schmid spielte lange Zeit unter den Top Zehn mit und konnte am Ende nach 277 Schlägen (-11) und einem geteilten 14. Rang als zweitbester Deutscher mehr als zufrieden sein. Schmids Landsleute Marcel Schneider (T62), Freddy Schott (T68), Philipp Mejow (T72) und Nicolai von Dellingshausen (75.) landeten hingegen auf den hinteren Plätzen.

Robert M. Frank

Robert M. Frank
Freier Redakteur

Nach abgeschlossenem Sportwissenschaft-Studium an der TU München ab 2008 als freier Autor/Reporter/Sportjournalist für Online-Portale, Tageszeitungen, Zeitschriften und Agenturen tätig. Der gebürtige Münchner, Jahrgang 1981, mit Trainerlizenzen im Fußball und Tennis stieß 2018 zum Golf.de-Redaktionsteam hinzu. Heimatclub: G&LC Gut Rieden in Starnberg.

Ähnliche Artikel