Tour-Rückblick

13 auf Par 3 und eine Verwarnung mit Folgen

Si Woo Kim erlebt ein Debakel auf einem Par 3 und Harris English fühlt sich im Titelrennen gestresst. Der Rückblick aufs Wochenende.

09. August 2021

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Nach Xander Schauffele bei den Herren holte Nelly Korda die zweite Goldmedaille für die USA in der Golfkonkurrenz. Die Nummer eins der Welt machte es im Finale nochmal spannend, wurde aber letztlich ihrer Favoritenrolle gerecht. Für die deutschen Damen gab es in Tokio nichts zu holen und damit kann das Thema Olympia nach drei ereignisreichen Wochen so langsam ad acta gelegt werden. Parallel zum Damenturnier fand in Memphis ein WGC-Event statt, auf das es sich lohnt, nochmals einen genaueren Blick draufzuwerfen. Der Rückblick:

WGC


(Bryson DeChambeau, Photo by Matthew Maxey/Icon Sportswire via Getty Images)

Diese Finalrunde hatte einige Geschichten zu bieten. Was beim WGC-FedEx St. Jude Invitational zunächst nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Harris English und Bryson DeChambeau aussah, endete schließlich in einem dramatischen Einbruch des Duos, der bereits auf dem fünften Loch seinen Anfang nahm. Dort bekam die letzte Gruppe ihre erste Verwarnung wegen zu langsamen Spiels ausgesprochen. In Folge dieses durchaus gerechtfertigten Hinweises der Regeloffiziellen, doch bitte etwas schneller zu spielen, verloren English und DeChambeau sichtlich ihren Rhythmus und gaben Schlag um Schlag ab. "Wir sind etwas zurückgefallen, müssten gefühlt die gesamte Runde lang rennen und haben nicht aufgeholt", sagte English, der seinen dritten Saisonsieg anpeilte. "Man startet seinen Tag definitiv in einem Rhythmus und dann muss man irgendwie schneller laufen, alles muss etwas schneller gemacht werden, denn du willst keine Strafe wegen zu langsamen Spiels erhalten."

DeChambeau schoss sich mit einem Triple-Bogey auf der Elf aus dem Titelrennen, nachdem er seinen Abschlag an dem Par 3 des TPC Southwind bei drehenden Winden ins Wasser haute. Auf dem selben Loch notierte English ein Doppel-Bogey, nur um drei Bahnen später - erneut auf einem Par 3 - das nächste Doppel-Bogey zu kassieren. Die alleinige Führung war dahin und nachdem ein weiteres Bogey auf dem letzten Par 5 des Platzes auf die Karte wanderte, lag English plötzlich hinter der Spitze. Ein Birdie-Putt aus gut vier Metern schob der 32-Jährige auf der 18 vorbei und somit verpasste er den Einzug ins Stechen mit den Führenden Abraham Ancer, Sam Burns und Hideki Matsuyama, die bei 16 unter Par bereits im Clubhaus warteten. Ab dem Moment, als English und DeChambeau auf der Uhr waren, spielte der eine drei und der andere sechs Schläge über Par. "Ich mag das Gefühl nicht, gestresst zu werden, aber darin muss ich besser werden", bilanzierte English seinen Einbruch auf der Finalrunde.


(Abraham Ancer, Photo by Matthew Maxey/Icon Sportswire via Getty Images)

Im Playoff behielt Ancer die Nerven, um seinen ersten Titel auf der PGA sowie European Tour zu feiern. Auf dem zweiten Extra-Loch (18) notierte der 30-Jährige ein Birdie, während seine beiden Konkurrenten nur das Par spielten, und damit stand der Mexikaner als erster Spieler seines Landes fest, der jemals ein Event der European Tour gewinnen konnte."Ich weiß, dass das mexikanische Golf an einem deutlich besseren Platz ist als noch vor einigen Jahren, aber ich denke es wird noch besser", so Ancer, der nun die Nummer elf der Weltrangliste ist. "Hoffentlich wird diese Woche einige Kinder inspirieren, rauszugehen, Golf zu spielen, das Spiel kennenzulernen und generell den Golfsport wachsen zu lassen." Auch wenn die Olympischen Spiele vorbei sind, war dies ein Sieg für das Heimatland des Mexikaners.

Abseits vom Titelkampf machte Si Woo Kim Schlagzeilen, als er auf der elften Bahn ein historisches Debakel erlebte. Denn auf dem vom Wasser beschützten und an die 17 vom TPC Sawgrass erinnernden Par 3, das einige Zeit später auch dem Duo English-DeChambeau zum Verhängnis wurde, benötigte der Südkoreaner 13 Schläge, um seinen Ball im Loch unterzubringen. Dem waren fünf Wasserschläge vorausgegangen, vier davon aus der Drop Zone, was zum höchsten Ergebnis bei einem PGA-Tour-Event im TPC Southwind führte. Zudem war es der höchste Score auf einem Par 3 auf der PGA Tour seit 1983 (Majors ausgenommen). Eine Glückszahl wird die 13 für Kim nach diesem Erlebnis vermutlich nicht mehr.

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Olympische Sommerspiele


(Nelly und Jessica Korda, Photo by Chris Trotman/Getty Images)

Am Sonntag gingen die Olympischen Sommerspiele in Tokio zu Ende. Bereits am Tag zuvor gewann Nelly Korda die zweite Goldmedaille in der Golfkonkurrenz für ihr Land. Blickt man auf den finalen Medaillenspiegel war dies ein sehr wichtiger Erfolg für die USA. Denn mit insgesamt 39 Goldmedaillen beendeten sie das drei Wochen andauernde Rennen um Edelmetall auf dem ersten Rang. Auf Platz zwei folgte China mit insgesamt 38 Goldmedaillen. Xander Schauffele und Korda hatten also entscheidenden Anteil am Gesamtsieg ihres Landes. Die erfolgreichsten Einzelathleten waren Caeleb Dressel (USA) mit fünf Mal Gold im Schwimmen sowie die australische Schwimmerin Emma McKeon, die vier Mal Gold holte.

Deutsche Athletinnen und Athleten bringen insgesamt 37 Medaillen nach Hause, zehn davon in Gold. Im Medaillenspiegel reichte es dank dieser Ausbeute zu Rang neun. Der deutsche Golfsport konnte zu dieser Sammlung nichts beitragen. Nachdem Hurly Long 35. und Max Kieffer 45. wurde, beendeten Sophia Popov sowie Caroline Masson das Turnier der Damen auf dem geteilten 40. Rang. "Ich hätte hier mein bestes Golf gebraucht, um eine Medaille zu gewinnen", so Massons Fazit am Samstag. "Trotzdem war es wie schon in Rio eine Ehre, dabei gewesen zu sein."

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Symetra Tour


(Isi Gabsa, Photo by Patrick Smith/Getty Images)

Einen deutschen Sieg gab es fast auf der Symetra Tour, wo Isi Gabsa als Führende in die Finalrunde der Firekeepers Casino Hotel Championship in Battle Creek, Michigan, ging. Nach einer 70 reichte es bei dem 54-Löcher-Event letztlich für den geteilten zweiten Rang, sechs Schläge hinter der Mexikanerin Fernanda Lira, die eine beeindruckende 62 auf den Par-72-Kurs zauberte. Gabsa, die in der Woche zuvor für einen Familienbesuch in ihre Heimat München flog, erhielt für dieses Ergebnis knapp 11.500 US-Dollar Preisgeld und verbesserte sich damit unter die Top Ten in der Saisonwertung. Sophie Hausmann rangiert in diesem Ranking, aus denen die besten Zehn am Ende des Jahres eine LPGA-Tourkarte erhalten, einen Platz hinter ihrer Landsfrau auf Rang elf.

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Die Ergebnisse der Deutschen:

  • Olympic Women’s Golf Competition: Caroline Masson und Sophia Popov T40
  • PGA Tour, Barracuda Championship: Stephan Jäger 42. und Alex Cejka CUT
  • European Tour, Hero Open: Nicolai von Dellingshausen T34, Marcel Siem T56 und Bernd Ritthammer, Max Schmitt & Matthias Schmid CUT
  • Ladies European Tour, Aramco Team Series Sotogrande: Team Lampert 6., Team Fünfstück T22 und Team Cowan 29.
  • Challenge Tour, Vierumäki Finnish Challenge: Dominic Foos & Jonas Kölbing T17, Hinrich Arkenau T25, Velten Meyer T38 und Philipp Mejow, Yannik Paul, Freddy Schott, Allen John, Thomas Rosenmüller, Michael Hirmer, Moritz Lampert und Hannes Hilburger CUT
  • Ladies Access Series, GolfUppsala Open: Patricia Isabel Schmidt T7, Luisa Dittrich T50 und Anastasia Mickan T69
  • Korn Ferry Tour, Utah Championship: Max Rottluff T17
  • Symetra Tour, FireKeepers Casino Hotel Championship: Isi Gabsa T2 und Sophie Hausmann T17

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg, schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.

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