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Hurly Long

Selbstbewusster Senkrechtstarter

Der formstarke Hurly Long präsentiert sich in seiner ersten DP World Tour-Saison selbstbewusst und besitzt Ambitionen zu mehr.

02. Juni 2022

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Hurly Long sitzt bei der Porsche European Open auf dem Green Eagle Golf Course vor den Toren Hamburgs im Media Center auf einem Stuhl vor einem holzvertäfelten Bartisch. Der deutsche Golfprofi grinst, als man ihn darauf anspricht, wer keine zwei Stunden zuvor auf genau dem gleichen Hocker zum Interview Platz genommen hatte: Das war nämlich kein geringerer als der britische Ryder Cup-Held Tommy Fleetwood gewesen. "Ist doch schön, wenn sich Leute dafür interessieren, was ich mache", sagt der 26-Jährige vom GC Mannheim-Viernheim. /

Dass sich in der Tat immer mehr Personen für den gebürtigen Heidelberger interessieren, liegt an seiner starken sportlichen Leistungsentwicklung. In seiner Rookie-Saison auf der DP World Tour befindet der deutsche Teilnehmer bei den olympischen Spielen in Tokio sich auf dem aufsteigenden Ast. Zu Jahresbeginn schaffte Long gleich zwei Top-Drei-Ergebnisse in Ras Al Khaimah in den Vereinigten Arabischen Emirate (geteilter Dritter) sowie die Woche darauf in Kenia (geteilter Zweiter). Und auch zuletzt lief es gut, was der geteilte sechste Rang beim British Masters sowie eine Top-Zehn-Platzierung bei der Dutch Open dokumentiert.

Hurly Long beim British Masters (photo by GettyImages)

Mentale Stärke

Auf der Suche nach den Stärken des aktuell viertbesten Deutschen in der Golfweltrangliste (209.) landet man schnell bei jenem Wort, dass wohl am ehesten seinen persönlichen Schlüssel zum Erfolg beschreibt: Mentalität. Neben dem Driven und dem Putten besitzt das Mitglied des deutschen Elite Teams vor allem eine mentale Stärke, wie sich auch aus dem Gespräch mit dem fokussierten Sportler ergibt. "Es ist sehr wichtig, dass man sehr reflektiert und sehr ehrlich zu sich selbst sein sollte, wenn man auf das schaut, was man gut kann und was nicht. Damit meine ich, dass man sich nicht selbst anlügt, wenn man vor einem Schuss mal Angst hatte und deshalb dann einen schlechten Schlag hingelegt hat. Dann sollte man sich das auch eingestehen. Wenn ich einen 'Hosenscheißer-Schlag' gemacht habe, dann muss ich das erkennen und das nächste Mal nicht mehr machen."

Seinen eigenen Erfolg vermag der einmalige Challenge-Sieger von 2020 noch nicht so recht einordnen. Long ist jedoch selbstbewusst genug, um sehr zuversichtlich auf die nächsten Etappenziele seiner Golfprofi-Karriere vorauszublicken. "Bis man die Erfolge erreicht hat, ist alles nur eine Vorstellung und noch nicht real. Jetzt ist es sehr schön, dass ich die einzelnen Schritte schon gegangen bin. Ich bin bereit, auf der Tour zu gewinnen", sagt der selbstbewusste Golfprofi.

Erstes Major im Blick

Auch der 15malige Major-Champion Tiger Woods Aufgrund dient wegen seiner mentalen Stärke für den Sportler aus Baden-Württemberg als Vorbild. "Mich beeindrucken Spieler, die unter Druck stark sind. Von ihnen kann man viel lernen", meint Long. Bei seinem Auftritt vor den Toren Hamburgs macht sich Long keine Gedanken über den erhöhten Druck bei seinem Heimspiel vor vielen deutschen Fans und Freunden. "Bei den Turnieren in Deutschland sind immer viele Fans da und es herrscht eine tolle Stimmung. Es ist schön, wenn die Leute einen auf dem Platz verfolgen und interessiert sind. Das ist schon etwas Besonderes. Ich freue mich drauf."

Gedanken an einen von ihm zitierten "Hosensch...-Schlag" liegen da ganz fern. "Vor so einer Situation kann man sich etweder kleinmachen oder man ist mutig, genießt die Situation und macht das Beste daraus. So möchte ich das angehen." Seine Ziele formuliert er ambitioniert. Bei den US Open wolle sich Long erstmals für ein Major qualifizieren, wozu er voraussichtlich zuvor zwei weitere Top-Zehn-Platzierungen bei den nächsten Turnierstarts benötigt. Weiter vorausblickend zeigt sich Long ebenfalls selbstbewusst: "Ich denke, dass ich langfristig viel erreichen kann."

Robert M. Frank

Robert M. Frank
Leitender Redakteur

Nach abgeschlossenem Sportwissenschaft-Studium an der TU München ab 2008 als freier Autor/Reporter/Sportjournalist für Online-Portale, Tageszeitungen, Zeitschriften und Agenturen tätig. Der gebürtige Münchner, Jahrgang 1981, stieß 2018 zum Redaktionsteam hinzu und ist seit März 2022 Leitender Redakteur bei myGOLF.de. Golferische Heimat: Gut Rieden in Starnberg



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