Training

Perfekte Vorbereitung auf die Golfsaison

Trainingsexperte Fabian Bünker gibt umfassende Tipps, wie der Saisonstart noch besser gelingt.

12. Mai 2021

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Die Temperaturen steigen und bestimmt juckt es längst in den Fingern. Sie möchten endlich wieder Golf spielen. Die Golfplätze waren lange genug gesperrt und auch nur Driving Range macht irgendwann keinen Spaß mehr. Bevor wir aber jetzt einfach drauflosschlagen, sollten wir uns trotzdem einmal einen Moment Zeit nehmen, um die neue Saison und den Start gezielt und geplant anzugehen. 

Mit diesem Artikel möchte der ehemalige Nationalspieler, PGA-Pro und Organisator des Golf in Leicht Online-Kongresses (vom 12.-16. Mai und alle Vorträge 24 h gratis) Ihren Start in die Golfsaison mit Ihnen gemeinsam zu einem perfekten Start werden lassen.

Sinn und Zweck der gezielten Vorbereitung:

  • Sich von möglichen Zielen nicht unter Druck setzen lassen
  • besser Golfen, weil man das Richtige trainiert
  • Die Driving Range richtig für sich nutzen und auch auf dem Platz lernen, wie man am Spiel arbeiten kann, ohne, dass andere es merken.
  • Und ganz wichtig, wie man am Ende mehr Spaß auf dem Platz hat, weil man mental stark ist!

Rückblick auf die letzte Saison:

  • Was war gut?
  • Was soll besser werden?
  • Wie können wir es besser machen?
  • --> Ziele dieses Jahr

Ohne Ziele, keine Action. So einfach ist das. Der Experte empfiehlt ganz dringend, dass Sie sich für die neue Saison ein Ziel setzen. Das kann erst einmal ganz einfach sein. Zum Beispiel könnte man sich vornehmen sein Handicap um soundso viele Schläge zu verbessern oder mindestens zwei Mal pro Woche eine Stunde zu trainieren oder
alle zwei Wochen eine Trainerstunde zu nehmen. Und wenn man es richtig gut machen will, dann nimmt man einmal die Statistiken aus dem letzten Jahr und schaut: Was war gut in meinem Spiel? Was möchtest ich besser machen? Wie kann ich es besser machen?

Bünker empfiehlt sogar, die Ziele anhand einer Statistik zu setzen und kein Handicap-Ziel zu wählen. Warum? Ganz einfach. Wenn Sie sich vornehmen, einen bestimmten Bereich des Golfspiels zu verbessern und daran gezielt zu arbeiten, dann werden sich automatisch auch andere Bereiche des Golfspiels verbessern. Das Ziel mit dem Handicap kommt dann automatisch. Nur ein Handicap-Ziel zu haben, kann dazu führen, dass Sie immer diese Zahl im Kopf haben und auf dem Platz eher verkrampfen.

Ein kleines Beispiel: Sie haben anhand Ihrer Statistik festgestellt, dass Sie zu wenig Fairways mit dem Driver treffen. Wenn Sie jetzt daran arbeiten, dass Sie mehr Fairways treffen, wird das sicherlich irgendwann der Fall sein. Wenn Sie mehr Fairways treffen, wird der nächste Schlag viel einfacher, als wenn Sie den aus dem Rough oder Wald spielen müssen.

Das Richtige trainieren im Golfspiel

Und jetzt wird es richtig spannend! Was soll ich überhaupt trainieren? Und wie hoch soll der Anteil des Trainings in dem einzelnen Bereich sein? Sie werden sicherlich überrascht sein, weil alle immer predigen: Das kurze Spiel ist entscheidend. Das ist es auch weiterhin, nur nicht uneingeschränkt für alle Spielstärken. Vor allem die hohen Handicaps sollten sich eher auf das lange Spiel konzentrieren. Warum? Ganz einfach. Wenn das lange Spiel so schlecht ist, dass man überhaupt nicht am Grün ankommt, dann bringt das beste kurze Spiel nichts.

Die Empfehlungen, dass hohe Handicapper mehr langes Spiel trainieren sollen und je besser sie werden dem kurzen Spiel mehr und mehr Augenmerk widmen sollen, basieren auf den Auswertungen von myGOLF. Bünker sagt, er habe dabei jede Handicapklasse mit einem PGA Tour Pro verglichen. Und zum Beispiel verliere ein Handicap-54-Spieler fast 50 Schläge im langen Spiel auf einen PGA Tour Pro. Im Kern sollten sich viele Golfer also auf das lange Spiel konzentrieren. Und dann wiederum erst einmal nur auf die Abschläge und die Schläge ins Grün, also die Wedges.

Im kurzen Spiel rät der erfahrene Pro, sich nur auf lange Putts zu konzentrieren. Am besten nur noch 10-15 Meter Putts. Denn, wenn Sie Ihre Golfrunden mal Revue passieren lassen, werden Sie feststellen, dass Ihr erster Putt auf dem Grün meistens eher ein langer Putt ist. Und wenn Sie den nah genug an das Loch ran bringen, dann werden Sie weniger Dreiputts spielen und enorm viele Schläge sparen.

Übungen

Sie wissen jetzt, welchem Bereich Sie besondere Aufmerksamkeit im Training schenken sollten. Nun folgt für jeden dieser Bereiche eine Übung. 

Ab sofort zählen Sie bei jedem Drive innerlich von 1 bis 5. Warum? Um den Rhythmus immer gleich zu halten. Denn der Rhythmus ist einer der entscheidenen und doch so oft vernachlässigten Punkte im Golfschwung. Wichtig ist natürlich, dass Sie gleichmässig zählen. 1-2-3-4-5!

Und so geht es:

  • 1 - Sie stellen den Schläger an den Ball
  • 2 - Takeaway 9 Uhr Position
  • 3 - Top. Höchster Punkt im Rückschwung
  • 4 - Impact
  • 5 - Finish

Dieser Rhythmus hilft, immer die selbe Abfolge im Schwung zu haben und das wiederum wird zu besseren Drives und mehr getroffenen Fairways führen. Probieren Sie es aus auf der Range, indem Sie sich 14 Bälle (so viele Drives schlägt man meistens auf dem Platz) nehmen und diese in einen von Ihnen definierten Korridor schlagen. Jeden Schlag natürlich mit dem neuen Rhythmus.

Wedges oder Schläge ins Grün

Diese Übung ist ein essentieller Bestandteil vieler Mannschaftstrainings. Denn sie beinhaltet viel von dem, was Sie auf dem Platz auch benötigen. Permanente Umstellung in Schlaglängen und Schwungumfang. Wechsel von Schlägern und immer ein neues Ziel.

Und so einfach ist es: Suchen Sie sich auf der Range ein Ziel bei ca. 100 Metern. Suchen Sie sich ein zweites Ziel auf der Linie bei ca. 30 Metern. Schlagen Sie jetzt den Ball so nah wie möglich an das 100 Meter Schild. Den nächsten Schlag spielen Sie bewusst etwas kürzer, den nächsten wieder etwas kürzer, wieder kürzer, wieder kürzer, bis Sie den kürzesten Schlag knapp hinter das 30 Meter Ziel spielen. Sollten Sie zwischendurch einen ganz schlechten Schlag machen oder ein Ball viel weiter als der vorherige fliegen, dann fangen Sie von vorne an.

Der Effekt: Sie haben ohne die Position zu verlassen jedes Mal einen anderen Schlag durchgeführt und vor allem Ihre Konzentration enorm hoch gehalten. Sie haben Ihr Training mit dieser Übung an den Platz angepasst, denn dort haben Sie ja auch jedes Mal eine andere Länge und Richtung, die Sie meistern müssen.

Putten - Nie mehr Drei-Putts

Die Abschläge fliegen aufs Fairway, die Wedges kommen auf dem Grün zum liegen und jetzt geht es ans Putten. Der Tipp: Üben Sie in dieser Saison nur Putts aus 10-15 Metern mit dieser Übung:

Nehmen Sie sich zehn Bälle mit aufs Putting-Grün. Stecken Sie 10-15 Meter von einem Loch entfernt ein Tee in den Boden. Putten Sie jetzt den ersten Ball Richtung Loch und putten so lange, bis Sie den Ball eingelocht hast. Das Ziel ist es, dass Sie von den zehn Bällen mindestens sieben Bälle mit zwei und weniger Putts einlochen.

Wenn Sie das geschafft haben, sid Sie mit Ihrem Putt-Training fertig. Das Gute an der Übung ist, dass Sie sowohl die langen als auch die kurzen Putts trainieren. Denn Sie wollen ja den Ball mit zwei und weniger Putts einlochen. Und Sie werden merken, dass die Konzentration immer weiter steigt!

Fabian Bünker

Fabian Bünker
Experte Training

Fabian Bünker ist als PGA-Professional mit DOSB-Lizenz sportlicher Leiter und Mannschaftstrainer im Club zur Vahr Bremen. Als Amateur war er fünf Jahre lang Mitglied der DGV-Nationalmannschaft.

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