Mental

So bestehen Sie am ersten Abschlag

Der erste Abschlag der Runde ist immer etwas Besonderes. Nicht immer im positiven Sinne. Justin Walsh erklärt, auf was zu achten ist.

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Der Ryder Cup ist das Golf-Ereignis des Jahres. Das Turnier, an dem alle europäischen und amerikanischen Profis dabei sein wollen. Es gibt wohl kaum eine Situation, die die Nerven mehr fordert, als der erste Abschlag bei diesem Highlight.

Corey Pavin gestand einst, seine Hände hätten beim ersten Abschlag so gezittert, dass er den Ball kaum auf das Tee bekommen hätte. Die besonderen Umstände und die enorme Bedeutung dieses Großereignisses bringen selbst die abgebrühten Profis in ähnliche Stresssituationen, die der Amateurgolfer empfindet, wenn die Clubhausterrasse beim Abschlag zuschaut.

Auch die besten Spieler der Welt werden nervös, aber sie gehen anders damit um. Sie sind sich der Nervosität bewusst und nehmen diese als etwas Positives wahr. Als etwas, das ihnen hilft, die Leistungsfähigkeit in einen gehobenen Zustand zu bringen.

Das ist erwiesenermaßen der große Unterschied zwischen Leuten, die unter Druck gute Leistungen abliefern können und jenen, die diesen Zustand nicht als schönes Gefühl wahrnehmen; das ihnen hilft und positive Auswirkungen hat.

Jeder Ausnahmesportler erlebt Nervosität, der Unterschied besteht nur darin, wie man damit umgeht. Das sagen die Spitzengolfer über Nervosität.

Tiger Woods: 

"Ich sehe vielleicht nicht nervös aus, aber mein Herz schlägt wie verrückt, ich spüre sogar den Puls durch meine Augen. Da unterscheide ich mich nicht von jedem anderen. Aber ich liebe dieses Gefühl und genieße es."

Martin Kaymer: 

"Man muss dieses Gefühl annehmen. Ich genieße es sogar."

Jack Nicklaus: 

"Ich liebe dieses Gefühl, wenn Nerven und Druck ins Spiel kommen. Für diese Situationen trainiere ich.“

Mit diesen drei Schritten lernen Sie, die Nervosität zu nutzen:

1. Versuchen Sie die Drucksituation und ihre Gefühle als leistungssteigernd wahrzunehmen. Energie ist immer wichtig, um Dinge zu erreichen. Je mehr Energie, desto bessere Leistung. Aus Nervosität am ersten Abschlag wird zusätzliche Energie. Der Körper gibt das Signal, sich in einen erhöhten Zustand der Konzentration zu begeben.

2. Um bestmöglich mit seinen Emotionen umzugehen, empfehlen sich Atemübungen. Das sieht man auch auf der Tour immer wieder. Man konzentriert sich einzig allein auf den Rhythmus der Atmung. Einatmung durch den Bauch (bis vier zählen), Luft anhalten (bis zwei zählen) und Ausatmung (bis sechs zählen). Eine gute Möglichkeit, ruhiger sowie befreiter zu werden und mental wieder präsent zu sein.

3. Profis durchlaufen ihre Routine vor dem Schlag immer und immer wieder. Sie sind nur auf die Dinge fixiert, die relevant für ein gutes Ergebnis sind und die sie kontrollieren können. Zum Beispiel sind sie fixiert auf das Ziel, die Flugkurve, die sie spielen möchten, oder jenen Schwunggedanken, der ihnen am besten hilft. Dadurch kommen keine Gedanken auf, die sich negativ auf die Leistung auswirken können.

Sebastian Burow

Sebastian Burow
Chefredakteur Golf.de/Mygolf

Spielt seit mehr als 30 Jahren Golf und schreibt seit guten 20 Jahren über Golf.

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