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Langer und der GC Augsburg

Clubs der Legenden: Mygolf.de präsentiert die Heimatanlagen der ganz großen Golf-Stars.

26. November 2020

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Egal, aus welcher Himmelsrichtung man kommt - es geht durch den Wald. Vorbei an Laub- und Nadelbäumen, an Weihern, Bachläufen und Wiesen erreichen wir irgendwann das Ziel und finden uns in einem Idyll wieder, das an ein gallisches Dorf erinnert. Der GC Augsburg ist eingebettet in eine Märchenlandschaft. Das passt, denn vor ziemlich genau 55 Jahren begann dort die Never-Ending-Story des nach wie vor größten deutschen Golfers aller Zeiten.

Bernhard Langer hat sein Geburtshaus im benachbarten Anhausen, einem Teil der Gemeinde Diedorf, keine zehn Autominuten vom GC Augsburg entfernt. Natürlich ist der zweifache Majorsieger mit zahlreichen deutschen Clubs eng verbunden, aber hier, im GC Augsburg, in Burgwalden, hat alles im Sommer 1965 seinen Anfang genommen. "Bernhard Langer besucht uns meist einmal im Jahr im Sommer, wenn seine Mutter Geburtstag feiert. Es ist immer wieder eine große Freude", erzählt Augsburgs Clubmanager Yannick Ludwicki. Wenn der Star in der Nähe ist, sei er auch schon mal in einem Supermarkt ganz in der Nähe gesichtet worden. Warum auch nicht?

Es ist immer wieder Langer, von dem man sich auf der Terrasse, im Sekretariat, in den Umkleiden diese berüchtigten Storys vom berühmtesten "Stallpferd" erzählt. Natürlich voller Stolz. Nicht umsonst erinnern Bilder, Bücher, Pokale, Schläger und vieles mehr an Langer und seine erfolgreichste Zeit in den 80er- und 90er-Jahren. Und sogar noch früher, denn das Foto des 18-jährigen Langer, der 1975 den Deutschen Meistertitel gewann, dürften noch nicht viele gesehen haben. Die blonden Locken und das strahlende Lächeln hat der Star noch heute. Die Schlaghosen von damals sind inzwischen unten deutlich enger geworden.

Im Mygolf.de-Interview verrät Langer, dass er zuletzt im Juli vor Ort war. "Ich hatte einen sehr schönen Golftag mit meinen in Deutschland lebenden Familienmitgliedern." Klar werden da Erinnerungen wach. Langer: "Dann denke ich an meine Caddyzeit in Burgwalden und den Beginn der Faszination, die der Golfsport noch heute auf mich ausübt. Dankbar bin ich vor allem den Mitgliedern, die mich damals gefördert, ja unterstützt haben um mit dem professionellem Golfsport Kontakt zu bekommen." Und für alle, die den gut sechs Kilometer langen Kurs des GC Augsburg einmal ausprobieren wollen (die Back Nine erinnern uns im Sonnenlicht irgendwie an Clubs in Kanada), hat Langer noch ein paar Tipps parat: "Genießen Sie die schöne Landschaft und Natur und freuen Sie sich über Ihre guten Schläge. Beim Anspielen der Grüns sollten Sie eher zu kurz als zu lang sein." Golferisch und landschaftlich sei der Kurs auf jeden Fall eine Herausforderung.

Eine clevere Spieltaktik und präzises Spiel sind auf jeden Fall von Vorteil auf diesem schmalen Parkland-Course inmitten des Naturparks Westliche Wälder. Seit der Gründung im Jahr 1959 treffen sich Golfer aus der Region im GCA und genießen die Ruhe im Südwesten der Schwaben-Metropole. Der Club fördert die Jugend und gehört zu den Leading Golf Clubs of Germany. Clubhaus und Restaurant sind vielleicht nicht auf dem modernsten Stand, aber hier schwingt Nostalgie mit. "Ja, es gibt Golfer, die hierher kommen und einmal den Heimatplatz Langers spielen wollen", erklärt der Clubmanager. Und wenn ihr Bernhard wieder einen Rekord bricht wie zuletzt beim Masters 2020, dann erzählen sie sich wieder die Geschichten von einem, der von hier auszog, um die Golfwelt zu erobern. Von einem, der schon lange weg ist, aber irgendwie noch immer zu ihnen gehört.

Thomas Kirmaier

Thomas Kirmaier
Freier Redakteur

Früher Eishockey, jetzt Golf. Arbeitet als freier Redakteur u.a. für den Deutschen Golf Verband. Golferische Homebase: Bad Griesbach.

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