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Verschiedene Ballarten

Ball ist nicht gleich Ball

Welche verschiedenen Arten an Golfbällen gibt es? Wir zeigen Ihnen die unterschiedlichen Bälle auf und geben Empfehlungen, für welchen Einsatz diese sinnvoll sein könnten.

28. Juli 2022

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Sie werden sich wundern. Ball ist nicht gleich Ball. Und das gilt auch im Golf. Auch wenn Sie und Ihre Bekannten, Golffreunde und Mitspieler vielleicht fast nur eine Art Golfball im Einsatz haben, so gibt es doch noch ein paar andere Modelle. Lakeballs und Refurbished-Modelle sind vom Prinzip her nichts anderes als die gängigen Kugeln. Weiter geht es aber mit LuftBällen, One-Piece-Range-Bällen, schwimmenden Wasserbällen, aus Fischfutter bestehenden Naturbällen, vom Durchmesser und Umfang her größere "Magnas" oder des Weiteren Leuchtbälle, Softbälle sowie in der Größe variable aufblasbare Einsteigerbälle. 

  • Lakeballs: Wasser beeinflußt die Eigenschaften des Balles negativ. Das Problem an Lakeballs ist, dass meist niemand sagen kann, wie lange der Ball im Wasser zugebracht hat. Ein paar Tage überstehen moderne Hightech-Bälle das Wasserbad, ohne Schaden zu nehmen. Ab einem gewissen Punkt ist allerdings auch bei den besten Modellen die Widerstandskraft der Hülle gebrochen. Die Kompression lässt mit der Zeit im Wasser nach und die Dichte sowie Struktur der einzelnen Schichten verändert sich. Sie spielen dann einen komplett anderen Ball. Variablen bezüglich der Haltbarkeit sind etwa Abnutzungsgrad der Hülle, Eisengehalt des Wassers oder die Temperatur.
     
  • Refurbished Bälle: Achtung vor refurbished Bällen (auch refinished, engl.: nachbearbeiten, aufarbeiten). Das sind in den meisten Fällen Lakeballs, deren Schale bereits so verfärbt ist, dass man sie nicht weiterverkaufen kann. Also werden sie zu einem "professionellen" Aufbereiter geschickt. Dieser trägt die oberste Lackschicht ab, lackiert den Ball neu und versieht ihn mit einem neuen Aufdruck. Manche Anbieter machen sogar ein Geschäft daraus, minderwertige Bälle mit dem Logo und den Schriftzügen von Premium-Bällen zu versehen. Übrigens: Die Regel besagt, dass der vom Spieler gebrauchte Ball im gültigen Verzeichnis zugelassener Golfbälle aufgeführt sein muss und ein Refurbished-Ball nicht gebraucht werden darf, auch wenn der fragliche Ball (ohne Wiederaufbereitung) in dem gültigen Verzeichnis zugelassener Golfbälle aufgeführt sein sollte.
     
  • Luftbälle: Bestehen aus einer weichen, gelochten und besonders leichten Plastikschale. Dadurch fliegen sie im Vergleich zu herkömmlichen Golfbällen deutlich kürzer - in etwa bis maximal 40 Meter weit. Sie verursachen somit nahezu keine Verletzungen und sorgen auch kaum für Zerstörung zerbrechlicher Gegenstände. Somit eignen sie sich zum Üben indoor oder im eigenen Garten. Der Preis liegt bei 5-10 Euro für ein Dutzend.
     
  • Softbälle: Die weichen Schaumstoffbälle fliegen etwas weiter als Luftbälle, bis zu 50 Meter weit. Sie halten nicht sonderlich lange, verschmutzen schnell und leiden unter der Reibung beim Auftreffen mit dem Schläger, bieten dafür aber ein sehr realistisches Flugverhalten bei Chips und Pitches. Preis etwa 5-10 Euro pro Dutzend.
     
  • Aufblasbare Kinderbälle: Zum Golfspielen lernen für Kinder. Mit mehr oder weniger Luft bekommt der Ball die richtige Größe fürs Üben. Je mehr Luft, desto größer der Ball, desto leichter ist er, für das Kind zu treffen. Der Ball kann mit einer Pumpe vergrößert und verkleinert und so auf die passende Größe für jede Spielstärke angepasst werden. Gewicht: 85 Gramm. Hauptmaterial: 100% Polyvinylchlorid (PVC). Preis: 2,99 Euro (bei Decathlon).
     
  • One-Piece-Range-Bälle: Der One-Piece-Ball (eine Schicht) ist die günstigste Variante und meist auf Driving Ranges anzutreffen. Diese Version wird in der Regel aus dem thermoplastischen Kunststoff Surlyn hergestellt. Der Ball hat eine mittlere Kompression und ist für die Range aber nicht für das Spiel auf dem Platz geeignet.

  • Magna-Golfball: Es handelt sich um einen übergroßen Golfball, der den USGA-Regeln entspricht und für Spieler entwickelt wurde, die Probleme mit einem konstanten Kontakt haben, sowie für diejenigen, die mehr Distanz und einen hohen Golfballflug erzielen wollen. Entscheidend dafür ist ein höherer Schwerpunkt, der den hohen Abflug und angenehmen Kontakt ermöglicht, der normalerweise nur mit einem aufgeteeten Golfball erreicht wird. Insbesondere Einsteigern und Spielern mit langsamer Schwunggeschwindigkeit soll er mehr Selbstvertrauen verleihen.
     
  • Fischfutterbälle: Diese ökologischen Golfbälle lösen sich im Wasser in Fischfutter auf. Somit sind sie auch für Crossgolf geeignet und kommen öfters auf Kreuzfahrtschiffen zum Einsatz. Sie sind biologisch abbaubar und können so mit guten Gewissen über Bord geschlagen werden. Die Spieleigenschaften sind relativ nah bei den herkömmlichen Golfbällen, sie fliegen allerdings etwa 60 bis 70 Prozent weniger weit. Der Preis liegt bei knapp 2 Euro pro Stück.
     
  • Leuchtbälle: Es gibt verschiedene Arten von Leuchtbällen, mit denen man in der Dämmerung noch über die Runde gehen kann. Phosphoreszierend oder mit eingebauter LED, die dann beim Schlag durch das Auftreffen des Schlägers zu leichten beginnt und etwa 300 Mal "eingeschaltet" werden kann. Es gibt sie in verschiedenen Farben und man kann sie eigentlich fast nicht verlieren, so lange sie die volle Leuchtkraft entfalten. Sie fliegen etwa 10-20 Prozent kürzer, eignen sich also noch für relativ sportliche Runden. Der Preis variiert von 3-10 Euro pro Ball.

Sebastian Burow

Sebastian Burow
Freier Redakteur



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