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World Golf Hall of Fame

Woods mit emotionaler Rede

Es ist offiziell. Tiger Woods ist Teil der World Golf Hall of Fame. Ein Grund emotional zu werden. Vor allem für den Superstar persönlich.

06. April 2022

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Die meisten Erfolge in seiner Karriere feierte Tiger Woods mehrmals. Die vier Major-Turniere gewann er jeweils mindestens drei Mal. Die Auszeichnung zum "PGA Tour Player of the Year" erhielt er elf Mal. Und FedExCup-Champion wurde er auch zwei Mal. Doch einige Auszeichnungen sind einmalig. 1996 wurde er "PGA Tour Rookie of the Year" und 2019 bekam er die "Presidential Medal of Freedom" überreicht. Am Mittwoch kam die Aufnahme in die World Golf Hall of Fame hinzu.

Im Rahmen der Players Championship, dem Flaggschiff-Event der PGA Tour, fand die entsprechende Zeremonie statt. Neben Woods wurden auch Tim Finchem, Susie Maxwell Berning sowie die 1944 verstorbene Marion Hollins aufgenommen. Doch Woods‘ Rede stach an diesem Abend heraus. Schon allein, dass der 15-malige Major-Sieger von seiner 14-jährigen Tochter vorgestellt werden würde, versprach einige emotionale Momente. "Zuletzt musstest du härter trainieren denn je", so Tochter Sam, die damit auf den Autounfall ihres Vaters von vor gut einem Jahr ansprach.


(Tiger Woods mit Tochter Sam, Sohn Charlie und Freundin Erica Herman, Photo by Chris Condon/PGA TOUR via Getty Images)

"Vor etwa einem Jahr stecktest du noch im Krankenhausbett fest", fuhr sie fort. "Wir wussten nicht, ob du mit zwei Beinen nach Hause kommen würdest oder nicht. Jetzt stehst du nicht nur kurz vor der Aufnahme in die Hall of Fame, sondern du stehst hier auf deinen eigenen Füßen. Deshalb hast du das verdient - weil du ein Kämpfer bist." In die "Dad Hall of Fame" habe Sam ihren Vater schon vor langer Zeit aufgenommen. "Aber heute bin ich so stolz darauf, meinen Vater, Tiger Woods, in die World Golf Hall of Fame aufzunehmen."

Im Anschluss an Sams Rede erhielt Tiger Woods die Hall-of-Fame-Plakette und trat selbst ans Rednerpult. Weniger seine etlichen Titel oder auch Operationen waren hierbei Thema. Sondern Woods, inzwischen 46 Jahre alt, ging einige Schritte weiter zurück und erzählte Anekdoten aus seiner Kindheit. Er legte den Fokus auf seine Eltern, die damals eine zweite Hypothek aufnahmen, damit der kleine Tiger die Jugendturniere in Kalifornien spielen konnte. "Ohne die Opfer meiner Mama", so Woods, der in diesem Moment emotional wurde und in Richtung seiner Mutter blickte, "die mich zu all den Turnieren mitgenommen hat. Und mein Vater, der nicht hier ist, aber der mir diese Arbeitsmoral eingeimpft hat, für das zu kämpfen, woran ich glaube, und meine Träume zu verfolgen."


(Tiger Woods' Mutter, Kutilda Woods, Photo by Ben Jared/PGA TOUR via Getty Images)

"Nichts wird einem jemals geschenkt, alles muss man sich verdienen", fuhr Woods fort. "Wenn du dich nicht anstrengst, wenn du dich nicht bemühst, dann wirst du erstens keine Ergebnisse erzielen. Aber zweitens, was noch wichtiger ist, du verdienst es nicht. Du musst es dir verdienen. Das hat meine Erziehung bestimmt, das hat meine Karriere bestimmt." Auch wenn Golf ein Individualsport sei, schaffte er es nicht allein. "Ich hatte unglaubliche Eltern, Mentoren und Freunde, die mich in den schwierigsten Zeiten, den dunkelsten Zeiten und den besten Zeiten unterstützt haben."

Auch die Widerstände, auf die er aufgrund seiner Hautfarbe stieß, fanden in seiner Rede einen Platz. Er erzählte eine Geschichte aus der Jugend, als er nicht ins Clubhaus gelassen wurde und im Gegensatz zu den anderen Kindern draußen bleiben musste: "Also wurde mir der Zugang zu den Clubhäusern verwehrt. Das ist in Ordnung. Ich ziehe meine Schuhe hier auf dem Parkplatz an. Ich habe nur zwei Fragen gestellt, das war's. Wo war der erste Abschlag, und wie lautete der Platzrekord? Gar nicht kompliziert." Die rund 500 Gäste im PGA Tour Global Home fingen an applaudieren. Zu diesem Zeitpunkt waren auch Woods‘ Tränen wieder getrocknet und die Feierlichkeiten dieses einmaligen Abends konnten mit einem Lächeln fortgesetzt werden.

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.



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