ANZEIGE
Ballsuche

Verlorener Ball

Bei der Ballsuche müssen Zeitlimits, Pflichten zur Ballidentifizierung und räumliche Begrenzungen sowie Regeln zur Spielfortsetzung eingehalten werden.

02. April 2022

Artikel teilen:

Eine Unsicherheit im Umgang mit verlorenen Bällen kann Golfern schon einmal eine Runde sauber verhageln und bei der falschen Vorgehensweise bei der Spielfortsetzung unnötige Strafschläge kosten. Was dem Freizeitgolfer des öfteren geschieht, musste zuletzt auch Profi Matthew Jordan am eigenen Leibe erfahren. Der 26-jährige Engländer ging bei seiner Suche nach einem von ihm ins freie Gelände beförderten Balls zu gelassen um. Nachdem Jordan das Spielgerät nach über drei Minuten auf dem Platz des Doha GC gefunden hatte, bekam der zu sehr trödelnde Golfprofi beim Turnier der DP World Tour eine Strafe aufgebrummt. /

Der Golfer des Royal Liverpool GC hatte wohl bei seiner Suche die Regelung vor der Änderung der offiziellen Golfregeln im Jahr 2019 im Gedächtnis. Vor dieser Änderung waren fünf Minuten bei der Ballsuche erlaubt, bevor ein Ball als verloren gilt. In der aktuellen Regelung ist gemäß Regel 18.2 allerdings nur eine Zeit von maximal drei Minuten vorgesehen, in der ein Spieler oder sein Caddie den Ball finden muss, um diesen nicht verloren geben zu müssen.

Nach seinem im See versenkten Ball fischender Golfspieler (photo by Ron Alvey / Shutterstock.com)

Ball identifizieren

Sollte der Ball innerhalb dieser Zeit gefunden werden, muss zunächst sichergestellt werden, dass es sich auch um den betreffenden Ball handelt. Wenn in dieser Zeit ein Ball gefunden wird, es aber unsicher ist, ob es sich um den Ball des Spielers handelt, muss der Spieler unverzüglich versuchen, den Ball zu identifizieren. Dafür hat er eine angemessene Zeit, auch wenn dies nach Ablauf der dreiminütigen Suchzeit geschehen sollte. Diese Regelung beinhaltet auch eine angemessene Zeit, um zum Ball zu gelangen, wenn der Spieler nicht dort sein sollte, wo der Ball gefunden wird.

Wenn sich ein Ball außerhalb der Grenzen des Kurses befindet, muss dieser ebenfalls wie beim nicht aufgefundenen Ball mit einem Strafschlag weiterspielen. Prinzipiell wird das Spiel an jener Stelle fortsetzt, wo der vorherige Schlag gemacht wurde.

Ausnahmen für Ersetzen des Balles

Ausnahmen von dieser Vorgehensweise gibt es auch. Die Regel 18.2b weist jenen Fall aus, wenn ein Spieler unter einer anderen Regel einen Ball ersetzen darf. Anstatt eine Erleichterung zu wählen, kann der Spieler einen anderen Ball ersetzen, wenn sein Ball nicht gefunden wurde und es bekannt oder praktisch sicher ist, dass der Ball auf dem Platz zur Ruhe kam und durch einen äußeren Einfluss bewegt wurde.

Ebenso wenn der Ball von einem anderen Spieler als falscher Ball gespielt wurde, auf dem Kurs in oder auf einem beweglichen Hindernis oder einem anormalen Kurszustand zur Ruhe gekommen ist, sich in einer Penalty Area befindet oder von einer Person absichtlich abgelenkt oder angehalten wurde.

Robert M. Frank

Robert M. Frank
Leitender Redakteur

Nach abgeschlossenem Sportwissenschaft-Studium an der TU München ab 2008 als freier Autor/Reporter/Sportjournalist für Online-Portale, Tageszeitungen, Zeitschriften und Agenturen tätig. Der gebürtige Münchner, Jahrgang 1981, stieß 2018 zum Redaktionsteam hinzu und ist seit März 2022 Leitender Redakteur bei myGOLF.de. Golferische Heimat: Gut Rieden in Starnberg



Ähnliche Artikel

ANZEIGE