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Tour-Rückblick

Spieth sammelt Strafen und Tiger übt fleißig

Jordan Spieth erlebt ein Wochenende zum Vergessen und Tiger Woods sammelt Wettkampfhärte. Der Rückblick aufs Wochenende.

06. Dezember 2021

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Tiger Woods lud in der vergangenen Woche einige der besten Spieler der Welt auf die Bahamasinseln ein, spielte selbst gar nicht mit und übernahm doch eine der Hauptrollen. Zudem kam Jordan Spieth gleich mehrfach mit dem Regelwerk in Berührung. Deutlich ernster wurde es bei der LPGA Q-Series, wo es aktuell um die Spielberechtigungen für die kommen Saison geht. Der Rückblick:

PGA Tour

Bei einem Charity-Event mit nur 20 Teilnehmern mag die ein oder andere Konzentrationsschwäche auf dem Platz verzeihbar sein. Dass man am Wochenende aber gleich zwei Strafen von jeweils zwei Schlägen kassiert, ist auch für einen erfahrenen PGA-Tour-Profi etwas ungewöhnlich. Zumal die Hero World Challenge auf den Bahamas zwar als ein inoffizielles Einladungsturnier von Tiger Woods galt, dort aber trotzdem Punkte für die offizielle Weltrangliste vergeben wurden. Jordan Spieth beendete die Woche als Letzter und erhielt dafür trotzdem noch 100.000 US-Dollar Preisgeld. Viel wertvoller dürfte aber die Lehre gewesen sein, die er aus seinen zwei Missgeschicken in den Runden drei und vier zog.

Am Samstag kam die ehemalige Nummer eins nämlich in Berührung mit der Regel 13.1(d), die besagt, dass man seinen Ball auf dem Grün straffrei zurück an seine ursprüngliche Position legen muss, nachdem dieser versehentlich bewegt wurde. Spieth war sich dieser Regeländerung aus 2019 offensichtlich nicht bewusst und spielte seinen Ball von der neuen Position weiter, unter der Annahme, einen Strafschlag zu kassieren. Nach seinem regelwidrigen Verhalten erhielt der US-Amerikaner zwei Strafschläge und ging als Letztplatzierter in den Finaltag. Dort spielte er an der Seite von Henrik Stenson. Nach ihrer gemeinsamen Runde im Albany Golf Club traten beide vor die Mikrofone und gaben ein amüsantes Interview.

Was war passiert? Als erste Gruppe des Tages auf dem Platz unterwegs, erreichten Spieth und Stenson die neunte Tee Box. Als sie sich auf dem Weg zu ihren jeweiligen Spielbällen befanden, wurden sie darauf hingewiesen, dass sie beide von der falschen Tee Box aus abschlugen. Sie schauten verdutzt zurück und stellten fest, dass sie hätten weiter vorne aufteen können. Dort wo sie den neunten Abschlag vermuteten, befand sich am Sonntag die Tee Box der 17. Spielbahn. Und so mussten Spieth und Stenson ein zweites Mal abschlagen. Dieses Mal aber von der richtigen Stelle. Hätte die Gruppe das Loch übrigens von der falschen Tee Box zu Ende gespielt, wären beide Spieler disqualifiziert worden. Glück im Unglück also und so erhielten sie jeweils zwei Strafschläge. Für Spieth kein ungewohntes Gefühl. Lachen konnten nach dem ungewohnten Fauxpas aber beide Spieler, auch wenn Stenson zugeben musste, dass ihm ein solcher Fehler zuvor noch nie unterlaufen sei.


(Tiger Woods und Viktor Hovland, Photo by Keyur Khamar/PGA TOUR via Getty Images)

Ohne Strafen, aber dafür mit jeder Menge ungewohnten Fehlern, beendete Collin Morikawa seine Woche auf den Bahamas. Der seit wenigen Tagen verlobte 24-Jährige ging mit einem komfortablen Fünf-Schläge-Vorsprung in den Finaltag und hätte das Jahr mit einem Sieg als Nummer eins der Welt beenden können. Zwei Doppel-Bogeys auf den ersten sechs Löchern warfen den zweimaligen Major-Sieger aber weit zurück und nach einer 76 (+4) musste er sich mit dem geteilten fünften Rang zufriedengeben. Die Tiger-Trophäe bekam stattdessen Viktor Hovland vom Gastgeber überreicht. Der Norweger konnte sich nach einer hervorragenden Aufholjagd am Sonntag sogar zwei abschließende Bogeys leisten und gewann am Ende immer noch mit einem Schlag Vorsprung auf Scottie Scheffler. "Ich habe nicht gedacht, dass ein Sieg überhaupt möglich sei", so Hovland, dem am Finaltag zwei Eagles in Serie gelangen. Für den 24-Jährigen war es der dritte Titelgewinn des Jahres, nachdem er bereits in München sowie vor einem Monat in Mexiko erfolgreich war.

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Traditionellerweise gratulierte Woods dem Sieger seines Turniers auf dem 18. Grün. Obwohl der 45-Jährige in der vergangenen Woche nicht selbst mitspielte, war er jeden Tag auf der Anlage und an vier von fünf Tagen auf der Driving Range zu sehen. Woods schwingt wieder - am Sonntag sogar in seinem berüchtigten roten Shirt - und er scheint seinen Körper zumindest so sehr belasten zu können, dass einige aufeinanderfolgende volle Schwünge möglich sind. Auch wenn die Bälle nicht mehr ganz so weit fliegen, wie er das von sich gewohnt sei. "Zumindest kann ich es überhaupt wieder tun", so Woods, der in der Pressekonferenz vor dem Turnier über eine mögliche Amputation seines rechten Beins sprach.

Doch die Ärzte fanden eine andere Lösung und nun atmeten alle Fans und Freunde auf, als man den 15-maligen Major-Sieger wieder fleißig am Üben sah. Gerüchten zufolge peilt Woods sein Comeback noch in diesem Jahr an. Je nach Verlauf der weiteren Reha könnte man ihn bei der PNC Championship im Ritz-Carlton Golf Club vom 16. bis 19. Dezember sehen. Dort findet das beliebte Familienevent statt, bei dem Woods schon im vergangenen Jahr mit seinem damals elfjährigen Sohn Charlie antrat. Die Woche auf den Bahamas war jedenfalls ein kleiner Mutmacher - auch wenn Woods selbst gar nicht mitspielte.

LPGA Tour


(Isi Gabsa, Photo by Patrick Smith/Getty Images)

Vier Runden sind bei der LPGA Q-Series gespielt. Vier weitere stehen in der kommenden Woche an, bevor sich 45 der insgesamt 110 angetretenen Spielerinnen über eine Tourkarte für die beste Damentour der Welt freuen dürfen. Zur Halbzeit wurde das Feld auf die Top 70 und Geteilten reduziert. Von den vier deutschen Damen, die in Mobile, Alabama, antraten, schafften drei den Cut. Einzig die Amateurin Polly Mack erreichte nicht die zweite Woche. Trotz einer hervorragenden 68 zum Auftakt, fehlte nach vier gespielten Runden ein Schlag auf die Top 70. Damit musste sich Mack, die bereits die ersten beiden Q-Series-Turniere überstand, kurz vor Überqueren der Ziellinie vom Rennen um die Tourkarten verabschieden.

In der zweiten Woche in Dothan, Alabama, sind dafür weiter Olivia Cowan, Sophie Hausmann sowie Isi Gabsa dabei. Die beste Ausgangsposition aus dem Trio hat Letztere als geteilte 16. bei -8. Die Ergebnisse werden nämlich in das nächste 72-Löcher-Event mitgenommen und Gabsa blieb an allen vier Tagen unter Par. Hausmann büßte lediglich am letzten Tag einige Schläge ein, hätte als aktuell geteilte 35. aber die Tourkarte sicher. Cowan geht mit zwei Schlägen Rückstand auf die begehrten Ränge in das entscheidende Turnier.

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Die Ergebnisse der Deutschen:

  • LPGA Tour, LPGA Q-Series: Isi Gabsa T16, Sophie Hausmann T35, Olivia Cowan T52 und Polly Mack T75
  • PGA Tour Latinoamérica, Argentine Open: Velten Meyer T29

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.



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