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Tour-Rückblick

Langer siegt und die PGA Tour atmet auf

Bernhard Langer gewinnt die Chubb Classic und benötigt nur noch zwei Siege zum ewigen Rekord. Zudem bekennen sich die Topstars zur PGA Tour. Der Rückblick aufs Wochenende.

21. Februar 2022

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Wir ziehen den Hut, zollen Respekt, bezeugen Achtung und verneigen uns vor dieser Legende, die am Wochenende ihren 43. Titel auf der PGA Tour Champions feierte. Bernhard Langer ist 64 Jahre alt und macht nicht den Anschein, in näherer Zukunft mit dem Siegen aufhören zu wollen. Wir fragen uns "Mensch oder Maschine?" und blicken in unserem Rückblick zudem auf eine wichtige Woche für das Fortbestehen der PGA Tour, so wie wir sie kennen:

PGA Tour Champions


(Bernhard Langer, Photo by Omar Rawlings/Getty Images)

Neue Saison. Altes Bild. Bernhard Langer gewinnt auch im 16. Jahr auf der PGA Tour Champions in Folge und sicherte sich am Sonntag den Titel bei der Chubb Classic in Naples, Florida. Der 64-Jährige hatte das Turnier von Tag eins an im Griff und ging dank einer 64 (-8) am Freitag in Führung. Zwei 68er-Runden am Wochenende reichten locker aus, um die Verfolger um Tim Petrovic und Retief Goosen auf Distanz zu halten und PGA-Tour-Champions-Titel Nummer 43 perfekt zu machen. Allein die Chubb Classic gewann Langer bereits zum vierten Mal.

Im Charles Schwab Cup, den Langer auch schon sechs Mal nach Hause holte, verbesserte sich der zweimalige Masters-Sieger auf den zweiten Rang hinter Miguel Angel Jiménez, der den Saisonauftakt auf Hawaii gewann und im Tiburón Golf Club geteilter Fünfter wurde.

Schon früh in der Saison spricht also vieles dafür, dass Langer auch 2022 wieder um die Krone des Jahresbesten spielen wird. Um im Rennen um den Gesamtsieg mitmischen zu wollen, werden in den nächsten Monaten aber mit Sicherheit noch weitere Titel nötig sein. Und dann könnte auch irgendwann Hale Irwins Allzeitrekord von 45 Titeln auf der PGA Tour Champions gebrochen werden. Zwei Siege fehlen Langer noch zu dieser historischen Marke. Wobei beweisen muss der Deutsche niemandem mehr etwas. Den Legendenstatus hat er längst sicher.

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PGA Tour


(Jason Kokrak, Greg Norman und Kevin Na, Photo by Cliff Hawkins/Getty Images)

Es wurde in den vergangenen Wochen viel spekuliert und gemutmaßt über die Zukunft der PGA Tour. Eine von Greg Norman initiierte und durch saudi-arabische Gelder finanzierte Tour steht schon seit längerem im Raum und als Anfang Februar einige der besten Spieler der Welt zum Saudi International auf die Asian Tour gelockt wurden, kannten die Meldungen um mögliche Abwanderungen kein Halten mehr. Ganz oben auf der Liste soll Bryson DeChambeau gestanden haben. Medienberichten zufolge wurde ihm ein dreistelliger Millionenbetrag angeboten, um der PGA Tour den Rücken zu kehren und sich der neuen Golf Super League anzuschließen.

So finanziell lukrativ die Lockrufe aus dem Wüstenstaat klingen mögen. Ein Zustandekommen einer neuen Konkurrenztour zur PGA sowie DP World Tour scheint nach jüngsten Bekenntnissen einiger PGA-Tour-Stars zumindest fürs erste vom Tisch zu sein. Ob Rory McIlroy, Tiger Woods, Jon Rahm oder Collin Morikawa. Sie alle sagten der PGA Tour ihre Treue zu und spielen nach eigener Aussage lieber für Ruhm und Ehre als für noch größere Preisgelder. "Es wurde viel geredet und spekuliert über die Saudi League", so der Weltranglistenerste Rahm über einen möglichen Tour-Wechsel. "Ich glaube einfach nicht, dass es das beste für mich und meine Golfzukunft wäre. Und ich denke das beste Erbe kann ich auf der PGA Tour hinterlassen."

Aussagen wie diese dürften Balsam auf der Seele der PGA-Tour-Verantwortlichen rund um Chef Jay Monahan gewesen sein. Vielleicht die letzten Zweifel an einem Fortbestand der Vormachtstellung der PGA Tour dürften am Sonntag begraben worden sein. Denn hier bekannten sich gleich zwei weitere Topstars, die zuletzt zu den begehrtesten Zugpferden einer möglichen Saudi League gehört haben sollen.

Zunächst erklärte Dustin Johnson, der zu den Dauergästen des Saudi Internationals zählt, in einem Statement: "Ich denke es ist an der Zeit, die Spekulationen zu beenden. Ich bekenne mich komplett zur PGA Tour. Ich bin dankbar für die Möglichkeit, auf der besten Tour der Welt zu spielen und für alles, was sie mir und meiner Familie ermöglicht hat."

Klare Worte des US-Amerikaners, denen sich einige Stunden später DeChambeau wie folgt anschloss: "Während einige Spekulationen rund um meine Unterstützung einer anderen Tour herumschwirrten, möchte ich klarstellen: Solang die besten Spieler der Welt die PGA Tour spielen, werde ich dies auch tun." Eine solche Welle an Bekenntnissen dürfte bei vielen PGA-Tour-Anhängern für Erleichterung sorgen. So reagierte unter anderem Fred Couples auf die Aussagen seiner Kollegen und sprach seinen Stolz aus, selbst ein PGA-Tour-Mitglied zu sein.

"Seit 1983 hat mir diese Tour alles gegeben, was ich habe", so der ehemalige Masters-Champion auf Twitter. "Ich bin stolz auf Tiger Woods, Rory McIlroy, Jon Rahm, Collin Morikawa, Justin Thomas und viele mehr, dass sie der großartigsten Tour auf der Welt ihre Loyalität und Unterstützung zusichern." Nach den stürmischen Wochen dürfte jetzt endlich wieder etwas Ruhe einkehren auf der PGA Tour. Und Norman wird sich neue Argumente überlegen müssen, will er weiterhin eine neue Super League aus dem Boden stampfen.

Ein Beweis, wie gesund die PGA Tour aktuell ist, war das Genesis Invitational im Riviera Country Club in der vergangenen Woche. Bei dem von Tiger Woods‘ Stiftung ausgetragenen Event auf einem der besten Plätze in den USA waren die Top Ten der Weltrangliste versammelt, um sich um das Gesamtpreisgeld in Höhe von zwölf Millionen US-Dollar zu streiten. Am Ende durfte sich aber keiner der Topstars wie Jon Rahm, Justin Thomas oder Collin Morikawa über den mehr als zwei Millionen US-Dollar schweren Siegerpreisscheck freuen. Sondern der Chilene Joaquin Niemann gab von Tag eins an den Ton in Pacific Palisades an.

Der 23-Jährige legte den Grundstein für seinen zweiten PGA-Tour-Erfolg an den ersten beiden Tagen, als er zwei Runden von jeweils 63 (-8) Schlägen hinlegte und souverän führte. Nach einer 68 (-3) am Samstag reichte ihm eine solide 71 (Par) am Finaltag, um Morikawa und Cameron Young (-17) auf zwei Schläge Abstand zu halten. Niemann trug sich beim Genesis Invitational als erster Start-Ziel-Sieger seit Charlie Sifford 1969 ein. Zudem war er der zweitjüngste Gewinner dieses traditionsreichen Events, das einst als Los Angeles Open ins Leben gerufen wurde. Und genau diese Historie macht die PGA Tour doch aus.

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PGA Tour Canada


(Alex Herrmann, Photo by Mark Runnacles/R&A/R&A via Getty Images)

Als das erste von insgesamt sieben Q-School-Events fand in der vergangenen Woche ein 72-Löcher-Turnier in Weston, Florida, statt, bei dem einige Tourkarten für die anstehende PGA-Tour-Canada-Saison vergeben wurden. Mit dabei waren zwei Deutsche: Sowohl Alex Herrmann als auch Zwillingsbruder Maximilian versuchten ihr Glück. Und beide sollten mit einer Spielberechtigung belohnt werden. Bei Maximilian sprang dank eines geteilten 20. Rangs eine eingeschränkte Tourkarte heraus.

Bruder Alex sicherte sich dagegen die volle Tourkarte dank des Gewinns des Q-School-Events. Mit einem Gesamtergebnis von 14 unter Par gewann der 26-Jährige souverän mit fünf Schlägen Vorsprung. "Das war ein ziemlich einfacher Tag", so Herrmann, der am Finaltag keine Probleme hatte, die Führung ins Ziel zu retten.

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Die Ergebnisse der Deutschen:

  • PGA Tour Latinoamerica, Estrella del Mar Open: Velten Meyer T12
  • Korn Ferry Tour, Lecom Suncoast Classic: Thomas Rosenmüller, Jeremy Paul & Lukas Euler CUT
  • PGA Tour Canada, Q-School USA East: Alex Herrmann 1. und Maximilian Herrmann T20
  • Challenge Tour, Cape Town Open: Max Schmitt T36, Alexander Knappe 64., Freddy Schott 66. und Bernd Ritthammer, Philipp Mejow & Nick Bachem CUT
  • PGA Tour Champions, Chubb Classic: Bernhard Langer 1. und Alex Cejka T46

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.



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