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Tour-Rückblick

Probeschwung-Fail und lässiger Schlägerwurf

Zach Johnson fällt zum wiederholten Mal durch einen missglückten Probeschwung auf und Matthew Wolff entledigt sich in aller Lockerheit seines Schlägers. Der Rückblick aufs Wochenende.

14. März 2022

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Dem neuen Players-Champion können wir an dieser Stelle noch nicht gratulieren. Der wird, wenn das Wetter mitspielt, erst am Montagabend feststehen. Doch dies gibt uns die Gelegenheit auf andere Szenen des Wochenendes zu blicken: Beispielsweise auf den Wiederholungstäter Zach Johnson oder den vielleicht lässigsten Schlägerwurf in der Geschichte der PGA Tour. Der Rückblick:

PGA Tour


(Zach Johnson, Photo by Sam Greenwood/Getty Images)

Zach Johnson ist seit 2004 auf der PGA Tour unterwegs und hat in seiner Karriere zwei Major-Turniere gewonnen. Im kommenden Jahr reist er als Kapitän des US-amerikanischen Teams zum Ryder Cup nach Rom. Bei einer Routineübung scheint sich der 46-Jährige jedoch immer noch schwerzutun. Die Rede ist vom Probeschwung. Oder hat Johnson hier einfach über Jahre einen einzigartigen Running Gag aufgebaut?

Fakt ist jedenfalls, dass bereits häufiger Videos vom Masters-Champion 2007 auftauchten, in denen er vor seiner eigentlichen Schlagausführung Kontakt mit seinem Ball hatte. Eines der prominentesten Beispiele geht zurück zum Masters 2019, als er seinen Ball beim Probeschwung versehentlich gegen den Tee-Marker haute. Erst im Februar dieses Jahres unterlief ihm ein ähnlicher Fauxpas bei der Phoenix Open. Bei der Players Championship ereignete sich nun der nächste Amateurmoment des eigentlich so routinierten Zach Johnson.

An der 18. Bahn des TPC Sawgrass stehend, holte Johnson zum routinemäßigen Probeschwung aus, als er seinen Ball einmal mehr versehentlich vom Tee schoss. Wie beim Masters vor drei Jahren flog der Ball gerade rechts weg. Dieses Mal prallte er jedoch nicht vom Tee-Marker ab, sondern beinahe wäre noch ein Zuschauer von dem Querschläger getroffen worden. Johnson, dem dieses Missgeschick auch nach eigenen Aussagen häufiger passiert, nahm es mit Humor, drehte sich in Richtung Kamera und sagte: "Ich hoffe, das ist auf Kamera." Ja, Herr Johnson, wir haben es gesehen. Und dies war wahrscheinlich nicht das letzte Mal. Eine Strafe gibt es für dieses Vergehen nach Regel 6.2b (5) nicht, da nicht nach dem Ball geschlagen wurde.


(Matthew Wolff, Photo by David Cannon/Getty Images)

Die Players Championship war für viele Spieler an den ersten vier Tagen eine frustrierende Veranstaltung. Wind, Regen und Gewitter wechselten sich regelmäßig ab und tauchten teilweise auch gemeinsam auf. Vor allem Samstag hatte es in sich: Bis zu 65 km/h schnell fegten Böen über den ohnehin schon anspruchsvollen Stadium Course hinweg. Dass da der eine oder andere gerne mal die Nerven verliert, war fast schon logisch. Wie hoch das Frustlevel bei Matthew Wolff beispielsweise lag, zeigte sich am Sonntag. Wobei war das noch Frust oder einfach nur Verzweiflung?

Wolff spielte die letzte Bahn seiner zweiten Runde. Die 18 entpuppte sich auch dieses Jahr bislang wieder als ein knackiges Abschlussloch und Abschläge ins Wasser auf der linken Seite waren keine Seltenheit. Wolff war einer der Spieler, die es erwischte. Seinem Frust Ausdruck verlieh er aber erst nach seinem dritten Schlag. Die Annäherung ins Grün verzog der 22-Jährige in Richtung Rough rechts vom Grün, was ihn zum vielleicht lässigsten Schlägerwurf in der Geschichte der PGA Tour veranlasste. Wolffs Eisen landete kurzerhand in dem Wasserhindernis, in dem Minuten zuvor sein Abschlag verschwand. Das Loch schloss der Kalifornier mit einem Doppel-Bogey ab. Das Turnier fand für Wolff nach einer 81 (+9) in Runde zwei frühzeitig ein Ende.


(Shane Lowry, Photo by David Rosenblum/Icon Sportswire via Getty Images)

Wer es sich als Zuschauer bei der Players Championship rund um die ikonische 17. Bahn des TPC Sawgrass gemütlich macht, wird in der Regel gut unterhalten. Dies galt bislang insbesondere bei der diesjährigen Ausgabe. Aufgrund der schwierigen Windbedingungen glich der Schlag ins Inselgrün teilweise einer Lotterie. Jeder Ball, der auf dem Grün des kurzen Par 3 landete, sorgte für Jubel beim Publikum. Der bislang mit Abstand höchste Geräuschpegel wurde aber am Sonntag gemessen, als Shane Lowry etwas gelang, das vor ihm erst neun andere Profis schafften: Ein Hole-in-One auf der 17 des Stadium Course.

In den ersten zwei Runden spielte sich das 113 Meter kurze Par 3 im Durchschnitt 0,5 Schläge über Par und war damit das zweitschwierigste Loch des Platzes. Lowry ließ die Bahn deutlich leichter aussehen. Sein Pitch landete etwa drei Meter hinter der kurz gesteckten Fahne und verschwand dank perfekt kontrolliertem Spin im Loch. Es folgten Jubelszenen - sowohl bei den Spielern als auch bei den vielen Zuschauern. "Wenn man dieses Spiel spielt, passieren manchmal einfach besondere Dinge", so der Ire nach der Runde. "Es ist ziemlich cool, es dort zu tun, auf einem der kultigsten Löcher im Golf." 

Der 38-jährige Ryder-Cup-Spieler war der erste Hole-in-One-Schütze auf der 17 seit Ryan Moore 2019. "Ja, was soll ich sagen? Es war ein besonderes Ereignis, und ich freue mich schon darauf, mein Telefon einzuschalten und die Nachrichten zu sehen, die ich bekommen habe." Manchmal kann die 17 eben auch ungeahnte Glücksgefühle auslösen.


(Anirban Lahiri, Photo by David Cannon/Getty Images)

Doch wie steht es nun eigentlich bei der Players Championship? Dass die Finalrunde auf Montag verschoben werden muss, stand bereits früh klar. Noch am Sonntagmorgen beendeten einige Spieler erst ihre zweite Runde. Planmäßig lief bei der diesjährigen Players Championship also äußerst wenig. Die Spieler, die noch dabei sind, erwartet ein langer anstrengender Montag, an dem zunächst die dritte Runde finalisiert werden muss, ehe die Finalrunde begonnen werden kann. So ungewöhnlich die Woche in Ponte Vedra Beach bislang verlief, so staunend blickt man auf das Leaderboard nach 2,5 gespielten Runden. Obwohl bei der Players Championship alles antrat, was Rang und Namen hat, spielen in dieser Woche eher die nicht ganz so großen Topstars um den mit 3,6 Millionen US-Dollar dotierten Titel.

Der Inder Anirban Lahiri führt vor dem Finaltag mit einem Gesamtergebnis von neun unter Par. Bevor der Spielbetrieb wegen Dunkelheit abgebrochen wurde, notierte der siebenmalige Asian-Tour-Gewinner noch ein Birdie auf der Elf, um auf fünf unter für den Tag zu gehen. Damit gehörte der 34-Jährige zu den besten Spielern auf dem Platz.

Nur der Kolumbianer Sebastián Munoz war mit -6 noch besser unterwegs. Munoz verbesserte sich am Sonntag auf den geteilten vierten Rang bei -7. Doch das Leaderboard ist dicht gedrängt: Selbst Lowry hat nach seinem Ass auf der 17 noch eine realistische Chance vorne mitzumischen. Mit -5 folgt er auf dem geteilten elften Platz. Bei noch 1,5 Runden zu spielen, kann bei diesem Turnier aber ohnehin noch alles passieren

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DP World Tour


(Pablo Larrazábal, Photo by Warren Little/Getty Images)

Dank eines Birdies am zweiten Extra-Loch sicherte sich Pablo Larrazábal bei der MyGolfLife Open seinen sechsten Titel auf der DP World Tour. Zuvor war der Spanier zwei Jahre ohne Sieg geblieben. "Welch ein Tag", sagte der Spanier, der im Playoff gegen Landsmann Adri Arnaus sowie dem Engländer Jordan Smith bestehen musste. "Ich habe mich diesen Morgen großartig gefühlt. Es war einer dieser Tage, an denen man sich einfach gut fühlt und weiß, dass man eine Chance hat." Larrazábal erwischte einen starken Start in die Finalrunde. Drei Birdies notierte der 38-Jährige auf den ersten fünf Bahnen.

Nach einer ereignisreichen Back Nine kam Larrazábal mit 67 Schlägen (-5) ins Clubhaus des Pecanwood G&CC. Gemeinsam mit Smith und Arnaus erreichte er das Gesamtergebnis von 22 unter Par. In der Verlängerung behielt der erfahrene Katalane dann die Nerven und notierte zwei Mal das Birdie. Für den Sieg erhielt er einen Scheck in Höhe von 231.765 Euro. In der Saisonwertung verbesserte sich Larrazábal auf den neunten Rang.

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LPGA Tour


(Esther Henseleit, Photo by Thananuwat Srirasant/Getty Images)

Ihr bislang bestes Saisonergebnis auf der LPGA Tour erzielte Esther Henseleit bei der LPGA Thailand in Chon Buri. Dank einer 65 (-7) an Tag vier verbesserte sich die 23-Jährige auf den geteilten zwölften Rang bei -19. Schon in Runde eins überzeugte die ehemalige LET-Order-of-Merit-Siegerin mit einer 63 (-9), nach der sie sogar zwischenzeitlich in geteilter Führung lag. Henseleit erhielt für ihre erste Top-20-Platzierung in dieser Saison einen Scheck in Höhe von knapp 25.000 US-Dollar. In der Saisonwertung ging es auf den 52. Rang.

Geschichte wurde im Siam Country Club auch noch geschrieben. Mit Nanna Koerstz Madsen gewann nämlich erstmals eine Dänin ein Event auf der LPGA Tour. Die 27-Jährige ist seit 2018 Tour-Mitglied und wurde bis dato zwei Mal Zweite. "Ein Traum geht in Erfüllung", so Madsen, die sich mit einem Eagle am zweiten Extra-Loch gegen die Chinesin Xiyu Lin durchsetzte. Den Turnierrekord brachen beide Spielerinnen mit ihrem jeweiligen Gesamtergebnis von 26 unter Par. Für Madsen bedeutete dieser Sieg den Gewinn des 240.000 US-Dollar schweren Siegerschecks sowie der Sprung auf Platz sechs im Saisonranking.

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Die Ergebnisse der Deutschen:

  • PGA Tour, Players Championship: Stephan Jäger CUT
  • DP World Tour, MyGolfLife Open: Matti Schmid & Maximilian Kieffer T47, Hurly Long T57, Nicolai von Dellingshausen T61 und Yannik Paul CUT
  • LPGA Tour, LPGA Thailand: Esther Henseleit T12 und Caroline Masson T47

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.



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