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Tour-Rückblick

Harms Hole-in-One und deutsche Top-Ergebnisse

Leonie Harm erzielt auf der Ladies European Tour ihr erstes Hole-in-One und auf der ganzen Welt überzeugen Deutsche mit Top-Ergebnissen. Der Rückblick aufs Wochenende.

21. März 2022

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Saudi-Arabien. Johannesburg. Arizona. Auf der ganzen Welt überzeugen deutsche Golferinnen und Golfer mit Top-Ergebnissen. Plus: Eine Deutsche spielt ihr erstes Hole-in-One bei einem Turnier. Wir blicken auf ein erfreuliches Tour-Wochenende zurück:

Ladies European Tour


(Anna Nordqvist, Credit: Tristan Jones/LET, Flickr)

Das Saudi Ladies International wurde mit Spannung erwartet. Immerhin zählt das Event, das in der vergangenen Woche zum dritten Mal stattfand, zu den höchstdotierten Turnieren im Kalender der Ladies European Tour. Das Gesamtpreisgeld in Höhe von einer Million US-Dollar - kombiniert mit einer vermeintlichen Antrittsgage - lockt jedes Jahr Topstars wie Lydia Ko oder Anna Nordqvist in den Royal Greens Golf and Country Club. Und wo sich gute Golferinnen zusammenfinden, wird meist auch gutes Golf gespielt. So auch am Finaltag der diesjährigen Ausgabe, an dem Kelly Whaley einen neuen LET-Rekord aufstellte. Die US-Amerikanerin notierte am Sonntag acht Birdies in Folge. So viele wie noch niemand zuvor.

Ein weiteres Kunststück gelang der Deutschen Leonie Harm. In Runde vier des Saudi Ladies International lochte sie am achten Loch zum Hole-in-One ein. Wie die Stuttgarterin nach ihrer Finalrunde selbst schrieb, war dies ihr erstes Ass bei einem Turnier überhaupt. Und Harm ist schon seit etwa 15 Jahren im Golfgeschäft unterwegs. Selbst für Profis ist ein solcher Kunstschlag also durchaus eine Seltenheit.

Während Harm das Turnier auf dem geteilten 35. Rang beendete, feierten gleich zwei deutsche Teenagerinnen ihr bestes LET-Ergebnis. Sophie Witt wurde bei ihrem erst zweiten Tour-Auftritt geteilte Zehnte, nachdem sie zwei 69er-Runden sowie zwei 75er-Runden unterschrieb. Der 19-jährige Rookie belegt damit nach den ersten zwei Events den 19. Rang in der Saisonwertung. Kein schlechter Start in die erste Saison auf der Tour.

Einen Schlag mehr als Witt benötigte Chiara Noja über die gesamte Woche in Saudi-Arabien. Die per Einladung ins Feld gerutschte Proette feierte erst am Mittwoch ihren 16. Geburtstag und durfte sich wenige Tage später über einen geteilten 13. Rang freuen. So stark präsentierte sich Noja bei ihren vier vorherigen Starts auf der Ladies European Tour noch nie. Das Saudi Ladies International war also aus deutscher Sicht ein äußerst erfolgreiches Event. Auch aus finanzieller Sicht: Witt erhielt für ihr Top-Ten-Finish knapp 20.000 Euro. Bei Noja sprang ein 16.830 Euro schwerer Preisscheck heraus.


(Georgia Hall, Credit: Tristan Jones/LET, Flickr)

Den größten Zahltag erwischte aber Georgia Hall, die sich souverän den Titel sicherte und mit knapp 136.000 Euro belohnt wurde. Die 25-jährige Engländerin gewann mit fünf Schlägen Vorsprung auf Kristyna Napoleaova und Johanna Gustavsson. Für Hall war dies nach dem Open-Sieg 2018 der zweite Titelgewinn auf der Ladies European Tour.

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DP World Tour


(Matti Schmid, Photo by Warren Little/Getty Images)

Weitere deutsche Top-Ergebnisse gibt es von der DP World Tour zu vermelden. Hier waren die Herren bei der Steyn City Championship in Johannesburg im Einsatz und ermittelten den Sieger der ersten Ausgabe des mit 1,5 Millionen US-Dollar dotierten Events. Der kam zwar nicht aus Deutschland, aber allzu viel fehlte Matti Schmid nicht zu seinem ersten Titel als Profi. Der amtierende Rookie des Jahres glänzte allen voran in Runde zwei und drei, als er den The Club at Steyn City in insgesamt 15 unter Par spielte.

Nach drei Runden in den Sechzigern konnte der 24-Jährige nicht mehr wirklich nachlegen und schloss die Woche mit einer 71 (-1) ab. Schmid beendete die Steyn City Championship mit einem Gesamtergebnis von 19 unter Par und durfte sich über einen hervorragenden geteilten dritten Rang freuen. Neben 112,5 Punkten für die Gesamtwertung erhielt der Youngster zudem einen Preisscheck in Höhe von 76.464 Euro. Für Schmid war der dritte Platz sein zweitbestes Ergebnis auf der DP World Tour, nach dem zweiten Rang bei der Dutch Open 2021.


(Shaun Norris und Dean Burmester, Photo by Warren Little/Getty Images)

Den Titel machten zwei Südafrikaner unter sich aus. Shaun Norris und Dean Burmester boten sich am Finaltag einen spannenden Zweikampf, in dem Norris zwischenzeitlich geschlagen zu sein schien. Der 39-Jährige gab innerhalb weniger Löcher seinen Vier-Schläge-Vorsprung aus der Hand und lag nach zehn gespielten Löchern zwei Zähler hinter Burmester.

Doch auch sein 32-jähriger Landsmann erlaubte sich im weiteren Verlauf der Runde noch einen schmerzhaften Fehler, als er auf der 17 ein Doppel-Bogey kassierte. In Kombination mit Norris' vier Birdies auf seinen letzten acht Löchern durfte der erfahrenere Spieler von beiden am Ende doch feiern. Für Norris war es der erste Sieg auf der DP World Tour und der zehnte weltweit.

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PGA Tour


(Martin Kaymer, Photo by Julio Aguilar/Getty Images)

Von herausragenden Top-Ergebnissen waren die deutschen Vertreter bei der Valspar Championship etwas entfernt. Dabei sah es zwischenzeitlich äußerst vielversprechend für Martin Kaymer aus. Nach zwei Runden lag der 37-Jährige in den Top Ten und präsentierte sich entsprechend stabil. Vor allem auf den Grüns des Copperhead Course im Innisbrook Resort in Palm Harbor, Florida, machte Kaymer Schlag um Schlag auf die Konkurrenz gut. Dieses Niveau konnte der zweimalige Major-Sieger aber nicht ins Wochenende tranSportieren, wo er plötzlich deutlich mehr Probleme mit seinem Putter hatte.

In Runde drei blieb Kaymer drei Schläge über Par und rutschte so auf den geteilten 49. Rang ab. Am Finaltag folgte eine 71 (Par), womit er das mit 7,8 Millionen US-Dollar dotierte Event auf dem geteilten 48. Platz (-4) beendete. In Anbetracht seiner zuletzt langen Pause sowie dem verpassten Cut bei der Honda Classic Ende Februar, war die Vorstellung bei der Valspar Championship aber wieder ein Schritt in die richtige Richtung für Kaymer. Ob es die ehemalige Nummer eins ins Feld der anstehenden Corales Puntacana Championship schafft, ist noch nicht klar. Aktuell ist Kaymer erster Nachrücker, weswegen er auf eine Absage von einem seiner Kollegen hoffen muss.


(Sam Burns und Davis Riley, Photo by Douglas P. DeFelice/Getty Images)

Den Titel im Innisbrook Resort machten zwei alte, beziehungsweise junge Weggefährten unter sich aus. Sam Burns und Davis Riley, beide 25, spielten bereits vor 14 Jahren bei Jugendturnieren gegeneinander. 2014 waren sie Teamkollegen beim Junior Ryder Cup. Am Sonntag der Valspar Championship konnte nur einer von ihnen gewinnen. Beide beendeten die vierte Runde bei einem Gesamtergebnis von 17 unter Par und so ging es ins direkte Playoff-Duell.

Auf dem zweiten Extra-Loch fiel die Entscheidung. Burns lochte seinen Birdie-Putt aus knapp zehn Metern ein, während Rileys Chip am Loch der 16. Spielbahn vorbeirollte. Damit konnte erst zum zweiten Mal in der Geschichte der Valspar Championship ein Spieler seinen Titel verteidigen. Burns holte im vergangenen Jahr seinen ersten Sieg in Palm Harbor. Inzwischen ist er bei drei PGA-Tour-Titeln angelangt. In der Weltrangliste rückte er vor auf Platz zehn und im FedExCup rangiert er nun auf dem zweiten Rang. Für Burns und Riley trennen sich erstmal wieder die Wege. Der eine reist zum WGC-Match Play nach Texas. Der andere spielt das Alternativevent in der Dominkanischen Republik. Gut möglich, dass dies nicht das letzte Duell der beiden auf der großen Bühne war.

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Epson Tour


(Sophie Hausmann, Credit: Tristan Jones/LET, Flickr)

Parallel zur Ladies European Tour trug auch die Epson Tour ihre zweites Saisonevent aus. In Mesa, Arizona, fand die Arizona Women’s Golf Classic statt und mit Sophie Hausmann war eine deutsche Spielerin am Start. Und die 24-Jährige fühlte sich schon im vergangenen Jahr äußerst wohl im Longbow Golf Club. 2021 wurde sie hier geteilte Sechste. In der vergangenen Woche toppte sie dieses Ergebnis nochmals. Hausmann lag sowohl nach der ersten als auch nach der zweiten Runde in Führung, konnte diese aber am Wochenende nicht verteidigen. Nach Runden von 65, 69, 70 und 71 Schlägen erreichte sie das Gesamtergebnis von 13 unter Par, was gleichbedeutend mit dem geteilten fünften Platz war.

Für Hausmann, die in der vergangenen Saison ihren ersten Titel auf der Epson Tour feiern konnte, war dies die beste Platzierung in den USA seit Mai 2021. Der geteilte fünfte Rang wurde mit mehr als 8.000 US-Dollar Preisgeld belohnt und in der Saisonwertung rückte sie vor auf den zehnten Platz. Als nächste Station steht die IOA Championship in Beaumont, Kalifornien, auf dem Programm. Hier tritt Hausmann als Titelverteidigerin an.

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Die Ergebnisse der Deutschen:

  • PGA Tour, Valspar Championship: Martin Kaymer T48 und Stephan Jäger CUT
  • DP World Tour, Steyn City Championship: Matti Schmid T3, Hurly Long T21, Yannik Paul T37 und Maximilian Kieffer & Marcel Schneider CUT
  • Ladies European Tour, Saudi Ladies International: Sophie Witt T10, Chiara Noja T13, Olivia Cowan T17, Leonie Harm T35, Karolin Lampert T39 und Leticia Ras-Anderica CUT
  • Korn Ferry Tour, Louisiana Open: Yannik Paul T48 und Thomas Rosenmüller CUT

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.



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