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Tour-Rückblick

Woods‘ Mastersplan und Kupchos Sprung ins Glück

Tiger Woods' Start beim Masters Tournament ist weiter offen und Jennifer Kupcho gewinnt das erste Major des Jahres. Der Rückblick aufs Wochenende.

04. April 2022

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Bereits in den vergangenen Tagen blickten wir mit einem Auge in die neue Woche. Denn mit Tiger Woods steht bis heute die Masters-Teilnahme eines Superstars in der Schwebe. Gibt der 15-malige Major-Champion sein Comeback an einem der historischsten Orte im Golf? Die Anzeichen verdichten sich. Apropos Major. Auf der LPGA Tour feierte die Chevron Championship ihren Abschied in Mission Hills. Der Rückblick auf Wochenende:

Tiger Woods


(Tiger Woods und Billy Horschel, Photo by Gregory Shamus/Getty Images)

Das Masters Tournament 2022 ist nur noch wenige Tage entfernt und eine Frage schwirrt seit einiger Zeit in der Golfwelt herum: Gibt Tiger Woods beim ersten Herrenmajor des Jahres sein lang ersehntes Comeback? Sein letzter offizieller Start auf der Tour liegt nun schon knapp 1,5 Jahre zurück. Für das besondere Event in Augusta, wo Woods schon fünf Mal gewinnen konnte, probiert er alles, um endlich wieder bei einem offiziellen Turnier der PGA Tour dabei sein zu können. Der schwere Autounfall im Februar 2021 stellte den 15-maligen Major-Sieger vor die bislang schwierigste Aufgabe seiner Hall-of-Fame-Karriere.

Doch Woods scheint in den vergangenen Wochen immer größere Fortschritte gemacht zu haben. Sonst stünde seine Teilnahme am Masters wenige Tage vor Turnierbeginn nicht weiterhin zur Debatte. Bei Twitter verkündete der 46-Jährige am Sonntag: "Ich werde heute nach Augusta fahren, um meine Vorbereitung und mein Training fortzusetzen." Ob die Rückkehr am Donnerstag erfolgen kann, will Woods in den folgenden Tagen in Augusta kurzfristig entscheiden. Die offizielle Verkündung könnte spätestens am Dienstagmorgen (Ortszeit) erfolgen. Um 11 Uhr ist eine Pressekonferenz des Superstars angesetzt. Die Hoffnung seiner Fans lebt also weiter.

LPGA Tour


(Jennifer Kupcho, Photo by Harry How/Getty Images)

50 Jahre Turniergolf im Mission Hills Country Club gingen am Sonntag zu Ende. Die Chevron Championship fand in diesem Jahr erstmals unter ihrem neuen Namen statt und zieht ab kommender Saison nach Houston. Auch wenn sich dort ein würdiger Austragungsort finden wird, die Tradition, bei der sich die Siegerin des ersten Majors des Jahres in den Teich am 18. Grün stürzt, wird Geschichte sein. Daher war die vergangene Woche gleichbedeutend mit dem letzten Sprung in Poppie’s Pond.

Wem diese letzte Ehre zuteil kommen wird, stand eigentlich schon nach drei Runden fest. Denn Jennifer Kupcho stellte mit 16 unter Par einen neuen 54-Löcher-Rekord bei diesem Event auf und war der Konkurrenz mit sechs Schlägen Vorsprung davongeeilt. Ein bisschen Spannung kam am Sonntag dann aber doch noch auf, nachdem Kupcho ihre letzten 13 Löcher in vier über Par spielte. Doch Landsfrau Jessica Korda, die die ganze Woche über mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte, konnte nicht entscheidend Profit aus dieser Schwächephase ziehen und beendete das Major zwei Schläge hinter der 24-Jährigen.

Für Kupcho war es nicht nur der erste Major-Titel ihrer noch recht jungen Profikarriere, sondern auch der erste LPGA-Sieg überhaupt. Noch vor drei Jahren ließ sie die Chevron Championship (damals ANA Inspiration) aus, um als Amateurin beim ersten Augusta National Women’s Amateur dabei zu sein und dies auch prompt zu gewinnen. Kurz darauf wechselte sie als Nummer eins der Amateurrangliste ins Profilager und spielte fortan auf der LPGA Tour. Ihrem Ruf als eines der größten Golftalente USAs wurde sie nun endlich gerecht. Und eine größere Ehre als die letzte Spielerin zu sein, die in Poppie’s Pond springt, hätte sich Kupcho vermutlich nicht wünschen können.

Beste Deutsche war Caroline Masson, die ihre gute Bilanz bei diesem Major weiter aufpolierte. Dank einer 71 (-1) am Finaltag verbesserte sie sich noch auf den geteilten 17. Rang und feierte damit bereits ihr fünftes Top-20-Ergebnis an diesem Ort. Auch Masson wird Mission Hills vermissen. Sophia Popov schaffte ebenfalls den Cut und wurde geteilte 44., während Esther Henseleit ihre gute Form aus den Vorwochen nicht mit nach Rancho Mirage, Kalifornien, tranSportierte und nach zwei Runden ihre Sachen packen musste.

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PGA Tour Champions


(Alex Cejka, Photo by Mike Mulholland/Getty Images)

Alex Cejka meldete sich bei der Rapiscan Systems Classic in Biloxi, Mississippi, zurück. Nach vier Turnieren mit nur einer Top-20-Platzierung reichte es im Grand Bear Golf Club zu einem geteilten zweiten Rang. Cejka, der im vergangenen Jahr zwei Major-Events gewann, glänzte mit Runden von 66 und 67 Schlägen an den Tagen zwei und drei, nachdem er mit einer 71 in die Woche startete. Für einen der besten Schläge des Turniers sorgte der 51-Jährige am Sonntag, als er seinen zweiten Schlag auf der kurzen 13 zum Eagle einlochte.

Cejka machte dank dieser starken Platzierung einen großen Sprung im Charles Schwab Cup. Von Rang 40 ging es vor auf den 14. Platz. Damit hat der gebürtige Tscheche wieder Kontakt zu den Top Ten. Die Form kommt also rechtzeitig wieder. Denn im Mai will Cejka seine beiden Major-Titel verteidigen.

Die amtierende Nummer eins des Charles Schwab Cup, Bernhard Langer, kam nicht so gut mit dem neuen Austragungsort zurecht. Der 64-Jährige wurde geteilter 39. und beendete damit erstmals in dieser Saison ein Turnier nicht unter den Top Ten.

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Challenge Tour

Die Limpopo Championship war die sechste und letzte Station des Südafrika-Swings der Challenge Tour. Bevor das "Road to Mallorca" in eine sechswöchige Pause ging, durfte ein deutscher Spieler nochmals jubeln. Nick Bachem feierte im Euphoria Golf Club sein bislang bestes Ergebnis seiner noch jungen Challenge-Tour-Karriere. Die Limpopo Championship war sein erst siebter Start in Liga zwei. Nach Runden von 68, 63, 73 und 69 Schlägen wurde er Dritter bei -15 und verbesserte sich damit auf den 16. Rang in der Saisonwertung. Für den dritten Platz erhielt Bachem einen Scheck in Höhe von knapp 16.000 Euro.

Neben dem 22-jährigen Pro-Golf-Tour-Aufsteiger überzeugten auch Alexander Knappe und Max Rottluff, die sich den 16. Rang teilten. Allen John (T21) und Dominic Foos (T26) rundeten das starke deutsche Abschneiden in Südafrika ab.

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LET Access Series

Viel näher kann man an seinem ersten Profititel kaum dran sein. Chiara Noja erreichte bei der Terre Blanche Ladies Open das Stechen bei -7. Dort bekam sie es mit der Italienerin Lucrezia Colombotto Rosso zu tun und die beiden lieferten sich ein Playoff auf allerhöchstem Niveau. Die 16-jährige Deutsche notierte drei Birdies in Serie und hatte dann mit einem Par am vierten Extra-Loch das Nachsehen. Für Noja sprang am Ende also der zweite Rang heraus, womit sie ihre bisherige Bestleistung aus dem vergangenen Jahr egalisierte. Colombotto Rosso feierte ihren ersten Titelgewinn auf der LET Access Series.

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Die Ergebnisse der Deutschen:

  • PGA Tour, Valero Texas Open: Stephan Jäger CUT
  • LET Access Series, Terre Blanche Ladies Open: Chiara Noja 2., Anastasia Mickan & Patricia Isabel Schmidt T43 und Sandy Voss Katharina Keilich CUT
  • Ladies European Tour, Investec South African Women’s Open: Leonie Harm T11, Karolin Lampert T18, Helen Tamy Kreuzer T34, Luisa Dittrich T51 und Sarina Schmidt, Franziska Friedrich, Carolin Kauffmann, Verena Gimmy & Leticia Ras-Anderica CUT
  • Korn Ferry Tour, Club Car Championship: Jeremy Paul T26 und Thomas Rosenmüller T58
  • Epson Tour, Casino del Sol Golf Classic: Sophie Hausmann T14 und Isi Gabsa T49
  • LPGA Tour, Chevron Championship: Caroline Masson T17, Sophia Popov T44 und Esther Henseleit CUT
  • Challenge Tour, Limpopo Championship: Nick Bachem 3., Alexander Knappe & Max Rottluff T16, Allen John T21, Dominic Foos T26 und Hinrich Arkenau, Jonas Kölbing, Freddy Schott Timo Vahlenkamp CUT
  • PGA Tour Champions, Rapiscan Systems Classic: Alex Cejka T2 und Bernhard Langer T39

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.



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