Mental

Saison analysieren, Golfspiel verbessern

Justin Walsh erklärt, wie Sie Ihr Golf-Jahr aufarbeiten.

05. September 2020

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"Jeder Mensch trägt eine Art Navigationssystem in sich", sagt Mental-Experte Justin Walsh. Dieses funktioniert vielleicht sogar besser als das in Ihrem Auto. Wenn dieses System, also Ihr Gehirn, genau weiß, wohin die Reise gehen soll, dann bildet es das Prozedere in einer Karte ab, die beschreibt, wie der Weg verläuft. Erst dann müssen Sie selbst aktiv werden und zum Ziel fahren. Auf der Route wird eventuell das ein oder andere Hindernis auftauchen, aber ein Navi wird Ausweichwege anbieten. Sie sollten flexibel bleiben und diese dann auch benutzen. Nicht anders arbeitet das Navigationssystem für Ihr Golfspiel.

Ehe es aber die Reise berechnen kann, muss es wissen, wo Sie stehen. Wo Sie aktuell stehen. Auf Basis des vergangenen Jahres und aktueller Erfahrungen. Erfahrungen zeigen, dass ein  visueller Ansatz sinnvoll ist, um den aktuellen Stand Ihrer Fähigkeiten anzuzeigen. Als Hilfsmittel dient das "Perfomance Wheel".

Golf-Fähigkeiten visualisieren: so funktioniert’s

  • Zeichnen Sie einen Kreis und unterteilen Sie ihn in in acht bis 16 Bereiche (wie z.B. oben im Bild zu sehen). 
  • Tragen Sie neun weitere Kreise bis zum Mittelpunkt ein. Die zehn Felder stehen dafür, wie gut Sie in einem Bereich sind. Je weiter weg vom Mittelpunkt Sie sich befinden, desto besser schätzen Sie die Fähigkeit in diesem Bereich ein. Der maximale Wert ist das zehnte Feld ganz außen.
  • Benennen Sie diejenigen Bereiche, die wichtig für Ihr Spiel sind. Das Rad kann dabei eher einfach aufgebaut sein (z.B. acht Bereiche mit spielerischen Aspekten wie Putten und Driver), ist aber auch für sehr erfahrene Golfer ein nützliches Analysehilfsmittel (bis zu 16 Bereiche mit Themen wie Ernährung, mentalen Aspekten und dem Erfolg des Trainings).
  • Tragen Sie im Anschluss Ihr Leistungsniveau nach Ihrer eigenen Einschätzung ein (1 bis 9 Punkte, 1 ist am besten). Nutzen Sie dazu auch gerne ein Farbschema, um gute und schwache Bereiche besser herauszustellen. 

Interessant ist im Anschluss die Analyse. Wenn Sie z.B. eine eher niedrige Punktzahl beim Putten eingetragen haben und auch das Pitchen nicht besonders ist, kann es sein, dass Ihre Annäherungsschläge generell zu weit vom Loch weg sind, um ausreichend Putts zu lochen. Ihr Putten ist eventuell gar nicht so schlecht und Ihr Scoring könnte sich deutlich verbessern, wenn Sie bei den Annäherungsschlägen aus 50 bis 90 Metern regelmäßig näher an die Fahne kommen. 

Außerdem sollten Sie sich fragen, mit welcher Verbesserung Sie den größten Erfolg beim Scoren haben werden. Beim Driven von 3 auf 2 zu kommen (von "sehr gut" zu "erstklassig"), könnte als ohnehin schon guter Spieler vom Tee mit sehr viel Arbeit verbunden sein und am Ende nur wenig im Handicap bringen. Das Chippen von 7 auf 6 zu verbessern, jedoch pro Runde eventuell fünf Schläge im Schnitt einsparen. Die Einschätzung von Einsatz und Ergebnis sind daher extrem wichtig, ehe Sie sich an das Verbessern Ihrer Fähigkeiten machen. 

Das "Performance Wheel" sollten Sie optimalerweise jedes Jahre neu ausarbeiten und auch mit den vergangenen Jahren vergleichen. So können Sie schnell erkennen, ob Sie Fortschritte gemacht haben.

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