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Gesund Golfen im Allgäuer Voralpenland

Der GC Bad Wörishofen im Allgäuer Voralpenland bietet zertifizierte Kneipp-Therapie-Anwendungen auf runderneuertem Meisterschaftsplatz in Bilderbuch-Parklandschaft.

24. März 2021

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Wenn es heiß wird, dann fliegen im GC Bad Wörishofen schon mal die Golfschuhe. Keine 50 Meter neben dem 18. Grün befindet sich nämlich das Kneipp-Wassertret-Becken, in das im Sommer ständig - aus eigener Quelle - wohltuendes, 13 Grad kaltes Wasser fließt. Ein bis zwei Minuten (bzw. bis zum Eintreten eines Kältegefühls) im Storchenschritt Wassertreten und die Strapazen einer heißen 18-Löcher-Runde sind vergessen. 

Wassertreten wirkt beruhigend, im Gegensatz zum Armbad, das der Club ebenfalls anbietet. Das Armbad ist die "Tasse Kaffee des Kneippianers" - regt an, aber nicht auf. Wie passend, dass das Kneipp-Armbecken im GCBW direkt neben der Birdie-Bar hinter dem neunten Grün platziert wurde. Quasi der Boxenstopp für den müden Golfer: Arme 30 bis maximal 40 Sekunden ins Wasser eintauchen und schon kann am zehnten Tee wieder Gas gegeben werden. Golfen & Kneippen in perfekter Kombination. 

Kneippen kann man in Bad Wörishofen schon seit über 100 Jahren, golfen seit 1980. Beides schon immer gut, letzteres wird aber in Zukunft zum noch größeren Vergnügen. Mit dem Amtsantritt von Präsident Peter Ried im Jahr 2015 (vorher zwei Jahre Schatzmeister) und der Berufung des ehemaligen BMW-Vertrieblers Christoph Hirschvogel 2017 zum Club-Manager ist reichlich Bewegung in den 750-Mitglieder-Club am Schlingener See gekommen. 

Die Grüns des Meisterschaftsplatzes hatte man recht schnell als größte Problemzone bzw. Schwachstelle ausgemacht. Unter fast allen Puttflächen hatte sich über die Jahre eine Filzschicht gebildet, die den Wurzelwuchs der Gräser hemmte, diese damit schwächte und anfälliger für Krankheiten machte. 

Gefahr im Verzug - damit konnte und wollte Ried im Interesse der Mitglieder nicht leben. Also beauftragte er im Herbst 2017 die Baufirma Josef Pötter Golf aus Gronau Epe mit dem Neubau zweier Grüns und dem 800 qm großen Putting-Grün. Die ersten Ergebnisse waren so überzeugend, dass der Vorstand 2018 bei Pötter den Neubau der restlichen 16 Grüns und fast aller Abschläge in Auftrag gab sowie die komplette Erneuerung der Beregnungsleitungen. In 2019 und 2020 wurden zusätzlich einige Fairways neu modelliert und das Bunkerdesign überarbeitet. Nach Abwägen aller Kosten und Nutzen stockte Ried mit Zustimmung der Mitgliederversammlung schließlich das Auftragsvolumen noch einmal auf, um eine vollständige Fairway-Beregnung zu installieren und zu guter Letzt als i-Tüpfelchen auf dem altem Übungsgelände einen neuen Par-3-Platz mit sechs Löchern zu bauen.  

Sportlich anspruchsvoll und herausfordernd ist der umgebaute Meisterschaftsplatz, der in den 70er Jahren von Design-Legende Peter Harradine entworfen wurde. Wunderhübsch eingebettet in ein Parkland mit 300 Jahre alten Eichen, Birken, Buchen und zum Teil majestätisch wirkenden Kiefern war der Platz schon immer, aber erst durch das neue Shaping der Grüns und die Überarbeitung des Bunkerdesigns durch Lead Shaper Mark Turner von Pötter Golf bekommt das Gesamtprodukt eine Klasse, die das malerische Gelände am Naturschutzgebiet Schlingener Stausee auch wirklich verdient hat. Spielqualität und Optik sind auf ein ganz neues Level gehoben wurden.

So mancher hat schon heute das Par 3 der Zwölf (131 m/gelb; 108 m/rot) zu seinem Lieblingsloch bzw. Signature Hole erklärt. Optisch ist der Schlag auf das Grün vor dem Schlingener Stausee auch ein echtes Highlight, geprägt wird der Charakter des Platzes aber vor allem durch seinen hochherrschaftlichen Baumbestand. Wie etwa durch die gut 30 Meter hohe Kiefer vor dem 6. Grün oder die über 300 Jahre alte Eiche auf der linken Seite des 15. Fairways. 

Golf ist bekanntlich in hohem Maß ein Kopfspiel und in Bad Wörishofen ganz besonders. Oberflächlich betrachtet, könnte man meinem die nahe beieinander liegenden Par-3-Löcher 8 und 12 (120 m / 131 m) im südlichen Teil der Anlage sowie 2 und 17 (166 m / 167 m) im nördlicheren Areal würden sich jeweils sehr ähnlich spielen. Doch weit gefehlt: Die benachbarten Par-3-Paare spielen sich in komplett gegensätzliche Himmelsrichtungen. Auch das spricht für ein gutes, intelligentes Layout und Routing. 
Richtig heiß wird's dafür noch einmal am vier Meter erhöhten, von hinten nach vorne hängendem 18. Grün. Wenn überhaupt, darf man die 18 (Par 4, 392/337 m) unten links verfehlen, alles andere führt zu höchst diffizilen Chips, Lob-Shots oder ähnlichen Kunstschüssen. Chip-Zwei-Putt - oder auch mehr - bekommt man nicht selten auf der hübschen Clubhausterrasse geboten. Und dann fliegen sie wieder, die Schuhe. Sie wissen schon: kneippen, abkühlen, runterkommen...

Steckbrief

  • Adresse: Schlingener Strasse 27, 87668 Rieden
  • Telefon: 08346 / 777
  • Web & Mail: www.gc-bw.de; info@gc-bw.de
  • Eröffnung: 1980
  • Platz: 18 Löcher, Par 71, 6.308 m (weiß); Par 72: 5.933 m (gelb), 5.109 m (rot); Par 73, 5.478 m (blau); 6 Löcher Kurzplatz
  • Architekt: Peter Harradine; Umbau 2018-20
  • Greenfee: 70 Euro (Wochentag), 90 Euro (Sa./So./Feiertage), Cart (mit Navi) 35 Euro
  • Gastronomie: Von Mai bis Oktober täglich geöffnet, März und April Montag und Dienstag Ruhetag 

Info: Kneipp-Heilbad 

Sebastian Kneipp (17.5.1821 - 17.6.1897), lebte von 1855 bis zu seinem Tod in dem Bauerndorf Bad Wörishofen. Während dieser Zeit entwickelte er seine Lehre vom gesunderhaltenden Leben und naturgemäßem Heilen. In über 100 Jahren hat sich die Kneippkur (seit 2015 Kulturerbe der UNESCO) bewährt und ist bis heute allgemein als wertvolle Ergänzung der konservativen Medizin anerkannt. Pfarrer Kneipp entwickelte ein geschlossenes Therapiesystem, das auf fünf Wirkprinzipien beruht: 

  1. Die Wasserbehandlung in Form von Güssen, Bädern, Wickeln, Waschungen mit kaltem und warmem Wasser
  2. Die Bewegungsbehandlung
  3. Die Ernährungsbehandlung
  4. Die Verwendung von Heilmitteln und Badezusätzen auf pflanzlicher Basis
  5. Die Ordnungstherapie mit dem Ziel einer Ordnung im Alltagsablauf im Wechsel von Anspannung und Entspannung

(Quelle/Text: Sven Hanfft)

Redaktion myGOLF

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