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Spielmodus

Die wichtigsten Turnierarten

Für Zähl- und Lochspiele eignen sich ganz unterschiedliche Spielmodi je nach Zweck und Anlass. Eine Übersicht zu den sechs wichtigsten Turnierarten.

19. Mai 2022

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Wer sich vor einer eine Golfrunde auf eine der fünf wichtigsten Spielformen festgelegt hat, steht vor der nächsten Entscheidung: Sofern nicht bereits von einer Spielleitung vorgegeben, muss das passende Format für Zähl- oder Lochspiele gefunden werden. Hierbei gibt es ganz unterschiedliche Spielmodi und Vorgenesweisen. Welche der sechs wichtigsten Turnierarten wie funktionieren und für welchen Zweck sich diese am besten eignen, wird im Folgenden erläutert. /

Vierer

Beim Vierer schlagen zwei Spieler abwechselnd einen Ball. Dass Teilnehmer dabei häufig von ungewohnten Stellen auf dem Platz spielen müssen, ist die markanteste Eigenschaft dieser Turnierart. Es bringt Abwechslung und neue Herausforderungen in das Golfspiel. Vor Beginn der Runde wird untereinander vereinbart, wer an den geraden und wer an den ungeraden Löchern abschlägt. Diese Reihenfolge muss beibehalten werden, unabhängig welcher Spieler an einer vorausgegangenen Bahn eingelocht hat. Strafschläge beeinflussen die Reihenfolge nicht und ein Fehler bei der Spielfolge bedeutet im Lochspiel immer Lochverlust und im Zählspiel zwei Strafschläge (der neue Ball muss von der Stelle gespielt werden, wo er zum ersten Mal in falscher Reihenfolge gespielt wurde). Eine Berichtigung ist nur solange möglich, bis die Partei nicht schon am nächsten Abschlag angekommen ist.

Ein Vierer ist nicht Handicap-relevant und kann sowohl Brutto (gemeinsam erzieltes Ergebnis für jedes Loch) als auch netto gespielt werden. Hierbei werden die Course Handicaps beider Partner addiert und durch zwei geteilt. Als Spielformen eignen sich das Lochspiel, das Zählspiel, das Zählspiel nach Stableford oder das Zählspiel gegen Par.

Vierer mit Auswahldrive

Bei dieser Spezialform des Vierers schlagen von einer Partei mit zwei Spielern jeweils beide Spieler ab und erst danach wird entschieden, mit welchem Ball in abwechselnder Reihenfolge weitergespielt wird. Bei dieser sehr geselligen Variante entstehen durch den „doppelten“ Abschlag Sonderregeln. Wenn zum Beispiel beide Abschläge im Aus landen oder verloren gehen, darf ein Spieler mit einem Strafschlag einen weiteren Ball an der Stelle des vorherigen Schlages wieder ins Spiel bringen. Bei gemischten Parteien mit verschiedenen Abschlagsorten kann dies dann auch am „fremden“ Abschlag erfolgen. Ein provisorischer Ball darf immer nur für einen der beiden abgeschlagenen Bälle gespielt werden. Brutto-/Nettowertung sowie Vorgehen bei Fehlern hinsichtlich der Spielfolge gelten analog zum klassischen Vierer.

Ein Vierer mit Auswahldrive, bei dem die Course Handicaps der beiden Spieler im Durchschnitt und gewichtet für eine Partei ermittelt werden (60 Prozent des besseren Spielers und 40 Prozent des Spielers mit höherem Handicap fließen bei der Addierung zum gemeinsamen Course Handicaps ein), kann nicht Handicap-relevant gespielt werden.

photo by sirnength88 / Shutterstock.com

Chapman-Vierer

Diese Vierer-Variante ähnelt derjenigen Form mit Auswahldrive, allerdings werden hier nach den beiden Abschlägen der zwei Spieler aus einer Partei die Bälle getauscht. Die Abwechslung und Herausforderungen sind hier noch ein bisschen vielfältiger. Erst nach diesem zweiten Schlag mit dem Ball seines Mitspielers wird entschieden, mit welchem Ball in abwechselnder Reihenfolge weitergespielt wird. Ab diesem Zeitpunkt unterscheidet sich der Spielmodus nicht mehr von demjenigen des Vierers mit Auswahldrive.

Landen nach dem Abschlag beide Bälle im Aus oder sind verloren, darf ein Partner mit einem Strafschlag einen weiteren Ball ins Spiel bringen. Ein provisorischer Ball darf beim Chapman-Vierer nach dem Abschlag für beide Bälle gespielt werden und erst beim zweiten Schlag wird ein provisorischer Ball automatisch zu einem neuen Ball im Spiel. Die Course Handicaps der beiden Spieler einer Partei fließen bei der Addition jeweils zu 50 Prozent ein.

Vierball

Bei dieser im Zähl- oder Lochspiel zu spielenden Turnierart werden jeweils zwei Spieler als Partner gemeinsam gewertet, jeder Spieler spielt jedoch dabei allein seinen eigenen Ball. Das bessere der beiden Ergebnisse wird als Ergebnis der beiden Partner gewertet. Bei unterschiedlichen Spielstärken fließen hier bei der Brutto-Spielweise meist nur die Ergebnisse des besseren Spielers in die Wertung ein.

Aus diesem Grund eignet sich das Spiel eher für leistungshomogene Gruppen, sofern man bei dieser nicht Handicap-relevanten Form mit erlaubter Beratung während der Runde nicht auf eine Netto-Wertung zurückgreift.

photo by eans / Shutterstock.com

Scramble

Bis zu vier Spieler einer Partei bilden bei dieser sehr populären Variante zusammen ein Team. Alle Spieler schlagen in diesem Zählspiel ab und entscheiden danach, welcher der Bälle am besten liegt. Alle anderen Bälle werden aufgehoben und je nach Vereinbarung oder Ausschreibung durch die Spielleitung innerhalb einer Scorekartenlänge oder einer Schlägerlänge vom „besten Ball“ gedroppt (nicht näher zum Loch). Alle Spieler spielen ihren Ball von dieser Position aus weiter und wählen danach erneut einen Ball aus, von dessen Lage aus jeder seinen Ball weiterspielt. Alle gedroppten Bälle müssen dabei in der gleichen Lage gespielt werden wie der ausgewählte Ball (z.B. im Bunker, Rough, Penalty Area). Das Loch ist beendet, sobald ein Ball eines Teams eingelocht wurde.

Die Brutto-Ergebnisse des Teams finden einen Eintrag in die Scorekarte. Die Ermittlung der Course Handicaps je Team wird durch die Spielleitung festgelegt. Beim Scramble werden neben der beschriebenen Grundform, die auch „Texas Scramble“ genannt wird, weitere Varianten gespielt. Die bekanntesten sind der „klassische Texas Scramble“ (Zusatzregel: von jedem Spieler einer Partei müssen auf einer Runde mindestens drei Abschläge als „bester Ball“ gewählt werden) oder der „Florida Scramble“ (Zusatzregel: Spieler des ausgewählten „besten Balles“ setzt beim nächsten Schlag aus).

Eclectic

Bei einem Eclectic (übersetzt mit "das Beste von") wird aus den Ergebnissen bei mehreren Zählspiel-Runden nur jeweils das beste Ergebnis des Spielers gewertet. Entweder rundenweise oder lochweise angewendet, spielen Golfer innerhalb eines bestimmten Zeitraums eine begrenzte oder unbegrenzte Anzahl von Runden. Es werden bei dieser nicht immer Handicap-relevanten Spielform die jeweils besten Scores addiert, die an einem bestimmten Loch erzielt wurden.

Bei der ersten Runde wird das Ergebnis an allen 18 Löchern auf der Scorekarte notiert, später nur noch bessere Ergebnisse als zuvor am jeweiligen Loch (oder in der jeweiligen Runde) erreicht wurden. Diese Form eignet sich insbesondere für Spieler auf gleichen Anlagen, die sich zeitlich flexibler und über einen längeren Zeitraum hinweg messen wollen.



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