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Player Impact Program

PIP-Sieger: Woods bleibt der größte Star

Ohne ein offizielles PGA-Tour-Event im Jahr 2021 gespielt zu haben, sichert sich Tiger Woods den größten Millionenanteil beim neuen Player Impact Program.

06. April 2022

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Zum ersten Mal in der Geschichte wurden die Top Ten des neu eingeführten "Player Impact Program" (PIP) der PGA Tour veröffentlicht. Das neue Programm, das insgesamt 40 Millionen US-Dollar an die zehn einflussreichsten Spieler auf der Tour ausschüttete, setzt sich aus verschieden Faktoren zusammen, die in erster Linie nicht mit der sportlichen Leistung der jeweiligen Profis zusammenhängen. Vielmehr wird bewertet, wie viele Sponsoren ein Spieler mitbringt oder wie beliebt jemand auf Google und in den sozialen Netzwerken ist. Ein Algorithmus berechnet dann den entscheidenden "Impact Score" und der Spieler mit dem höchsten Wert erhält eine satte Bonuszahlung - für 2021 betrug diese Summe acht Millionen US-Dollar.

Bleibt die Frage: Welcher Spieler war der PGA Tour im Jahr 2021 am meisten wert? Schon bei der Einführung des Programms sagte Brooks Koepka: "Tiger sollte, egal was ist, die Nummer eins auf dieser Liste sein.“ Und er sollte Recht behalten. Tiger Woods wurde zum Sieger der ersten Auswertung des umstrittenen PIPs gekürt. Und das, obwohl der 15-malige Major-Sieger kein einziges offizielles Turnier im Jahr 2021 spielte. Der im Februar des vergangenen Jahres in einen schweren Autounfall verwickelte Superstar kuriert seine Verletzungen bis heute aus. Der Zeitpunkt für ein Comeback steht noch in den Sternen. An seinem Status als "einflussreichster Spieler auf der Tour" änderte die sportliche Abstinenz aber offensichtlich nichts.

Erste Kritik an diesem Resultat sollte nicht lang auf sich warten. So schrieb unter anderem Kevin Na auf Twitter: "Ich bin auch dafür, Tiger Woods dafür zu entlohnen, dass er uns alle reicher gemacht hat, aber er hat 2021 keinen einzigen Schlag ausgeführt. Wie ist das möglich, PGA Tour?" Schon bei der Einführung des Programms kamen vermehrt Zweifel auf, ob der Sinnhaftigkeit dieser neuen Auszahlung. Immerhin nahm die PGA Tour insgesamt 40 Millionen US-Dollar für zehn Spieler in die Hand. "Ich habe das Gefühl, dass ich besser damit beraten wäre, mehr Birdies zu spielen und mein Spiel zu verbessern, als einen Weg zu finden, mehr Einfluss zu erlangen", sagte Henrik Stenson beispielsweise.

Doch offensichtlich geht es der PGA Tour beim PIP vor allem darum, die Topstars und Zugpferde der Tour mit entsprechenden Bonuszahlungen bei Laune zu halten und damit auch ein wenig gegen die immer lauter werdenden Rufe aus Saudi-Arabien anzusteuern. Und Wertschätzung erfolgt eben auch im Profisport meist über monetäre Belohnungen.

Aufmerksame Golffans dürften sich aber etwas über das offizielle Ergebnis des PIPs gewundert haben. Denn bereits im Dezember bedankte sich Phil Mickelson auf Twitter bei seinen Fans, dass sie ihm zum Gewinn des Acht-Millionen-Jackpots verholfen hätten. Da freute sich der amtierende PGA-Champion offensichtlich zu früh. Mickelson belegte nämlich nur Rang zwei hinter Woods und musste sich nun mit den sechs Millionen US-Dollar zufriedengeben.

Ob diese Umkehr mit den jüngsten Ereignissen rund um die Person Mickelson zusammenhängt, bleibt reine Spekulation. Jedenfalls stand der 51-Jährige zuletzt arg in der Kritik bezüglich seiner Äußerungen über die PGA Tour sowie einer Abwanderung zur Saudi Golf League. Sogar einige langjährige Sponsoren und Partner trennten sich vom Kalifornier, der sich aktuell eine Auszeit vom Profigolf nimmt. Woods erlaubte sich nach Bekanntgabe des PIP-Ergebnisses trotzdem den Spaß und kramte Mickelsons alten Tweet heraus, in dem er sich selbst schon als Sieger wähnte.

Für das nächste Jahr wurde der Gesamtbetrag der Auszahlung für das PIP um zehn Millionen US-Dollar angehoben. Woods dürfte von dieser Erhöhung vermutlich am meisten profitieren. Und zwar unabhängig vom Zeitpunkt seines Comebacks auf der Tour.

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.



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