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Zügiges Spiel

Shot Clocks in der Diskussion

Im Rahmen eines Vorfalls auf der LPGA Tour wurde zuletzt über die Einführung sogenannter Shot Clocks zur Verbesserung des zügigen Golfspieles diskutiert. 

06. April 2022

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Danielle Kang hatte zuletzt den Groll der sozialen Medien beim Thema Slowplay auf sich gezogen. Ein Post des Twitter-Nutzers "ClubProGuy" zeigte die 29-jährige US-Amerikanerin Ende Januar 2022 in einem Videoclip beim Putten während des Turnieres der diesjährigen Gainbridge LPGA. Die einmalige Damen-Major-Siegerin ist dabei zu sehen, wie sie für die Ausführung ihres Putts auf dem Grün aus knapp zweieinhalb Metern Entfernung zum Loch knapp eineinhalb Minuten benötigt. Länger als manch ein 800 Meter-Läufer, wie der Videoclip auf ironische Art und Weise darstellt. /""

"Deshalb brauchen wir Shot Clocks" lautete eine Forderung eines Users, die auch der eine oder andere Golfprofi wie Byeong Hun An kommentierte. Braucht das Profi-Golfen tatsächlich Zeitmessgeräte, die im Golfsport in einem Countdown die verbleibende Zeit eines Spielers bis zum nächsten Schlag messen könnten? In anderen Sportarten wie zum Beispiel im Basketball oder Profi-Tennis, bei dem ein aufschlagender Spieler nach einem absolvierten Ballwechsel maximal 25 Sekunden bis zu seinem nächsten Aufschlag benötigen darf, gehören solche Shot Clocks bereits länger zum festen Inventar. Eine weitere Frage, die auftaucht: Ist die Anwendung dieser Technik hierzulande auch für den Amateurgolfer sinnvoll

Regelwerk gibt Empfehlungen

Insbesondere vor dem Hintergrund des seit 2019 neu aufgelegten Ready Golf hilft bei der Beurteilung dieser Fragen ein Blick ins aktuelle Regelwerk. In den offiziellen Golfregeln der R&A fällt unter Regel 5.6 zum Thema "unangemessene Verzögerung; zügiges Spiel" zur Konkretisierung insbesondere der Begriff "unangemessen". Diese Begrifflichkeit für den Verstoß, der von einem Strafschlag und bei Wiederholung mit einer Grundstrafe bis hin zu einer Disqualifikation geahndet werden kann, ist allerdings weiterhin nicht genauer definiert. Und gestaltet sich deshalb dementsprechend sehr dehnbar.

Auch Regel 5.6b zum zügigen Spiel verteilt keine konkreten Vorgaben zur Einhaltung der Zeit bis zum nächsten Schlag. Hier wird Golfern lediglich unter anderem eine Empfehlung ausgesprochen: "Wenn Sie an der Reihe sind zu spielen, dann wird empfohlen, dass Sie innerhalb von 40 Sekunden schlagen, nachdem Sie in der Lage sind (oder sein sollten), ohne Störung oder Ablenkung zu spielen". Sollte ein Golfer in der Lage sein, schneller zu spielen, werden Golfer dem Regelwerk nach "ermutigt, dies zu tun".

Shot Clock überall sinnvoll?

Die Attraktivität des Golfspielens hängt insbesondere aus der Perspektive von Golfspielern, Golfplatzanlagen und -betreibern sowie Zuschauern vor Ort und in den Medien von einem zügigen Spiel ab. Die Verärgerung bei Slowplay hingegen kann da schnell mal die Stimmung auf Golfplätzen trüben, wie die Proette Kang in den sozialen Medien jüngst erleben musste.  "Die LPGA muss etwas tun. Ein Strafschlag als Lösung. Ich liebe es, die LPGA Tour zu sehen, aber es langweilt mich zu Tränen, wie lange die Zeit hier genommen wurde", antwortete ein Twitter-Nutzer auf den Beitrag. Im Falle des Amateurgolfers wird nach einem Verhalten wie Kang wohl am schnellsten der nachfolgende Flight dementsprechende Kommentare im fallen lassen. Spätestens im Clubhaus oder möglicherweise in der Zukunft ja direkt auf dem Platz mit Verweis auf eine Shot Clock.

Robert M. Frank

Robert M. Frank
Leitender Redakteur

Nach abgeschlossenem Sportwissenschaft-Studium an der TU München ab 2008 als freier Autor/Reporter/Sportjournalist für Online-Portale, Tageszeitungen, Zeitschriften und Agenturen tätig. Der gebürtige Münchner, Jahrgang 1981, stieß 2018 zum Redaktionsteam hinzu und ist seit März 2022 Leitender Redakteur bei myGOLF.de. Golferische Heimat: Gut Rieden in Starnberg



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