Pro/Contra

Golfgepäck mitnehmen oder lieber leihen?

Nichts ist so individuell wie die eigene Golfausrüstung - und die sollte auch der routinierte Reisebegleiter im Golfurlaub sein, meint Daniel Dillenburg. Allerdings gibt es, wie Sebastian Burow weiß, Alternativen zur mitunter kostspieligen Mitnahme des Golfgepäcks auf Flugreisen. Zudem bieten Leihschläger immer auch Gelegenheit, die eigenen Ausrüstung auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen. Wie sehen Sie das?

04. September 2020

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Pro/Contra: Ausrüstung fürs Auswärtsspiel

Eine Frage, die man sich vor fast jeder Golfreise stellt: Schleppe ich mein Bag mit oder leihe ich mir die Golfausrüstung vor Ort? Beides hat seine Vor- und Nachteile.Daniel Dillenburg ist der Meinung, dass die eigenen Schläger immer mit müssen. Sebastian Burow ist ein Freund von fremdem Equipment.

Pro: Eine Golfreise sollte Urlaub sein

Zwar bin ich der festen Überzeugung, dass ein Großteil des golferischen Vermögens im Spieler selbst und nicht in seiner Schlägerbatterie steckt - und man auch fremdes Golfbesteck mit ein wenig Übung sachgerecht einzusetzen im Stande sein solte. Allerdings nicht gerade im Urlaub. 

Denn eine Golfreise sollte genau das sein: Urlaub. Also im Gegensatz zum üblichen heimischen Kampf ums Handicap die verdiente Entspannung vom Alltag, Genuss eindrucksvoller Plätze und viel Spaß. Der kommt am sichersten und schnellsten auf, wenn man sich darauf verlassen kann, dass für jede Situation ein eingespielter Schläger zur Verfügung steht.

Schließlich erwarten uns auf den Golfplätzen beim internationalen Auswärtsspiel nicht nur jede Menge ungewohnter Herausforderungen - vom Temperaturunterschied über anspruchsvolle Platzbedingungen bis zu mitunter eng getakteten Startzeiten - sondern meist auch ein Platz, der mit offenem Auge erlebt werden will. Wer da zu sehr mit seinem Leih-Equipment beschäftigt ist, kann sich nicht voll und ganz auf die wunderschönen Eindrücke exotischer Landschaften, von weltbekannten Platzdesignern erdachten Spielbahnen und die lokalen Besonderheiten einlassen.

Und mal ehrlich: Wer will sich auf der Range an Leihschläger gewöhnen, wenn Strand, Pool und Hotelbar locken?

Die meisten von uns sind keine Profis, doch trotzdem ist die Zusammenstellung unserer Golfausrüstung hochgradig individuell - auch ohne aufwendig gefittete Schläger. Mit der richtigen Airline und durchdachter Vorbereitung, beispielsweise einem Besenstiel im Travelbag zum Schutz der meist längsten und teuersten Langstreckenwaffe, steht dem gelungenen Golfurlaub samt eigener Ausrüstung nichts im Wege.

Contra: Mittlerweile haben die meisten Clubs ausgezeichnete Leihschläger

Keine Frage, am besten spielt es sich mit dem eigenen Equipment. Und viele Golfer pflegen eine besonders innige Beziehung zu ihren Schlägern, können sich kaum von ihnen trennen bzw. wollen auf keinen Fall auf sie verzichten. Aber muss man sich denn immer die Strapazen geben, das ganze Geraffel auch wirklich auf jeden Kurztrip mitzuschleppen? Ich finde nicht.

Ich leihe mir lieber vor Ort einen Satz und genieße obendrein den Reiz des neuen Bestecks. Zumal die Abwechslung das Spiel bereichert und den Improvisationshorizont erweitert.

Mittlerweile haben die meisten Clubs ausgezeichnete Leihschläger, die dem eigenen Equipment in nichts nachstehen. Somit muss man nur noch einen Handschuh, ein paar Tees und Bälle mitbringen. Ich genieße es zudem, dass ich meine Golfschuhe dank der modernen Spikes auch abseits des Platzes in der Freizeit tragen kann. Leichtes Gepäck ist so angenehm. 

Eine weitere Option des Leihens ist stark im Kommen: clubstohire.com, Schlägerverleih an immer mehr Flughäfen. Praktisch und nicht allzu teuer. Beide Möglichkeiten ersparen mir das lästige Packen zuhause und das Risiko, dass Schäfte durch den Flug doch irgendwie einen Knacks bekommen, den ich vielleicht erst später bemerke.

Auf reinen Golfreisen, die mehrere Runden vorsehen, nehme ich natürlich auch gerne mein eigenes Besteck mit. Aber nicht selten reise ich mit mehreren Stationen und nur hier und da Golfprogramm. Da möchte ich mir kein Golfbag ans Bein binden, möchte unbeschwert reisen und je nach Bedarf mit neuem Leihequipment inspiriert abschlagen.

Sollten Schäfte letztlich dann doch mal etwas zu weich sein, muss ich eben etwas Tempo herausnehmen. Schadet sicher nicht. Ich kann nur raten: Erweitern Sie Ihren Horizont durch gelegentliche Abwechslung bei der Schlägerwahl.

Sebastian Burow

Sebastian Burow
Freier Redakteur

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