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Regel & Etikette

Zugelassene Bälle

Wenn auf einer Golfrunde der Ballvorrat erschöpft ist, ein Golfball zerbricht oder zerspringt, finden klare Regelungen eine Anwendung.

08. März 2022

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Sind Ihnen auf einer Golfrunde schon einmal die Bälle ausgegangen, Ihnen ist das kleine runde Spielgerät zerbrochen oder zersprungen und Sie wissen hinsichtlich der Regelung nicht mehr weiter? Halb so schlimm, auch absoluten Golfprofis passiert dies. Zuletzt kam dies auf der Champions Tour vor, als dem Rick Garboski der Ballvorrat unverhofft ausging. Der US-Amerikaner lieh sich einen Ball von seinem Flightpartner und bekam nach der Lieferung von neuen Bällen dennoch Strafen wegen Verzögerung und der im Profibereich geltenden One-Ball-Regelung aufgebrummt. /  

Die Golfregeln sehen bei einer Ballflaute klare Regeln für alle Golfer vor. In Regel 4 (Ausrüstung des Spielers) ist unter Abschnitt 4.2. aufgeführt, was es beim Thema Bälle zu beachten gilt. Nachdem Sie einen Ball verschlagen haben und merken, dass Sie in Ihrer Tasche keinen einzigen Golfball mehr finden, können Sie durchaus Ihren Spielpartner nach einem Ball fragen. Nach 4.2a darf ein Spieler "von jedem einen regelkonformen Ball für sein Spiel entgegennehmen, auch von einem anderen Spieler auf dem Platz". Sofern Ihnen Ihr Spielpartner diesen Ball zur Verfügung stellt, können Sie also beruhigt weiterspielen und müssen keine Strafen oder gar eine Disqualifikation befürchten, sofern es sich dabei um einen regelkonformen Ball handelt.

Bruch, Sprung oder Einkerbung des Balles

Sollte Ihr Ball nach einem Schlag mal in seine Einzelteile zerbrechen, ist das zwar möglicherweise auf den ersten Blick außergewöhnlich, aber nicht weiter dramatisch. Dieser Schlag zählt dann laut 4.2b nicht und wird straflos von der Stelle wiederholt, an der er zunächst geschlagen wurde.

Auch für eingekerbte oder zersprungene Bälle gibt es Regelungen. Sollte ein Spieler laut 4.2c einen "nachvollziehbaren Grund" besitzen, dass sein Ball beim Spielen eines Lochs einen Schaden erlitten hat, darf er ihn nach vorheriger Markierung der Lage prüfen und gegebenenfalls reinigen. Ein Strafschlag wird hier nur erteilt, wenn einer der genannten Kriterien nicht erfüllt wird. Andernfalls darf man einen neuen Ball zum Weiterspielen an die ursprüngliche Stelle zurücklegen. Und der Ball ist auch nur dann zu ersetzen, wenn er "deutlich sichtbar zersprungen oder eingekerbt ist". Nicht aber dann, wenn er lediglich zerkratzt, abgeschürft oder seine Farbe beschädigt oder verfärbt ist.

Zusätzliche Regel für Profis

Profispieler wie Garboski müssen darüber hinaus eine weitere Regel beachten, nämlich die sogenannte "One-Ball-Regel", die zum Beispiel die PGA Tour umsetzt. Diese Regel bedeutet, dass Spieler während einer Runde nur eine bestimmte Marke und ein bestimmtes Ballmodell verwenden können. Die Strafe für die Verwendung eines anderen Modells beträgt zwei Schläge pro Loch, in dem der Ball verwendet wird, mit maximal acht Schlägen. Eine solche Höchstsrafe widerfuhr einst Russell Henley bei der Mayakoba Classic 2019 nachdem der US-amerikanische Golfer erkannt hatte, dass er auf vier Löchern ein anderes Ballmodell verwendet hatte.

 

Robert M. Frank

Robert M. Frank
Leitender Redakteur

Nach abgeschlossenem Sportwissenschaft-Studium an der TU München ab 2008 als freier Autor/Reporter/Sportjournalist für Online-Portale, Tageszeitungen, Zeitschriften und Agenturen tätig. Der gebürtige Münchner, Jahrgang 1981, stieß 2018 zum Redaktionsteam hinzu und ist seit März 2022 Leitender Redakteur bei myGOLF.de. Golferische Heimat: Gut Rieden in Starnberg



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