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Tour-Rückblick

Minutenlange Drop-Diskussion und Johnson heiratet

Bei der Zurich Classic sorgt erneut ein Drop für Diskussionen und Dustin Johnson ist endlich verheiratet. Der Rückblick aufs Wochenende.

25. April 2022

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Das abgelaufene Tour-Wochenende hatte einiges zu bieten - auf und neben dem Platz. Bei der Zurich Classic wurde erneut minutenlang über einen Drop diskutiert und in Tennessee gaben sich Dustin Johnson und Langzeitverlobte Paulina Gretzky das Ja-Wort. Der Rückblick:

PGA Tour


(Billy Horschel und Sam Burns, Photo by Chris Graythen/Getty Images)

Droppen gehört zu den Routineaufgaben jedes Golfers. Nach einem Schlag ins Hindernis darf der Ball je nach Stelle der Überquerung der roten Linie zurück ins Spiel gebracht werden. Problematisch wird es, wenn der Ort der Überquerung nicht eindeutig bestimmbar ist. Auf einer Amateurrunde dürfte dieser Fall häufiger auftreten. Aber auf der PGA Tour? Hier haben neben den Spielern meist Freiwillige, Fans und die unzähligen Kameras ein Auge auf die Situation.

Und doch kam es zuletzt häufiger zu Unstimmigkeiten auf der größten Profitour der Welt. Erst im März standen sich Daniel Berger und Viktor Hovland bei der Players Championship minutenlang gegenüber, um Bergers genauen Drop-Punkt zu ermitteln. Wenige Wochen später fand sich Berger in einer ähnlichen Diskussion mit Tyrrell Hatton wieder. Der neuste Fall ereignete sich bei der Zurich Classic. Am Finaltag des Teamevents in New Orleans ging es für Sam Burns und Billy Horschel um den Titel, als sie die kurze 16 (Par 4) erreichten.

Im Wissen, dass sie eigentlich ein Eagle brauchen, um das Führungsduo Patrick Cantlay/Xander Schauffele noch einholen zu können, ging Burns volles Risiko und drivte seinen Ball in Richtung Grün. Der gut getroffene Abschlag reichte nicht ganz aus und landete kurz links im Wasser. Anschließend stellte sich die Frage: Überquerte Burns Ball die rote Linie am Grün oder kam er schon davor auf und sprang von dort aus ins Wasser? Je nach Szenario hätte Horschel seinen Ball - am Sonntag wurden Foursomes gespielt - entweder vor dem Teich oder direkt am Grün droppen müssen.

Die Kamerabilder gaben keinen eindeutigen Beweis und auch die Spieler waren sich nicht sicher. Horschel, als Redensführer aktiv, sprach mit Spielpartner Jason Day über seine Sicht der Dinge und war sich zumindest sicher, dass er den Ball hat aufkommen sehen. Daher kam er zu folgender Einschätzung: "Ich glaube nicht, dass ich den Ball von dort aus [vom Abschlag, Anm. d. Red.] unter der roten Linie hätte landen sehen können, weil es einen Höhenunterschied gibt und der Bunker den Bereich verdeckt."

Schon bald schaltete sich auch ein Regeloffizieller ein. Da jedoch keine bildlichen Beweise herangezogen werden konnten und niemand der Beteiligten die Situation klar einordnen konnte, sollte letztlich Horschels Einschätzung über den Ausgang dieser minutenlangen Diskussion entscheiden. Laut des Regelanalysten Craig Winter gebe hier am Ende also das "angemessene Urteilsvermögen" der Spieler den Ausschlag, da andere Aussagen oder eindeutige Fernsehbilder fehlten. Für Burns/Horschel sprang auf dem Loch das Par heraus. Für den Titel reichte es aber letztlich nicht.

Den Sieg holten sich Schauffele und Cantlay mit einem Rekordergebnis von 29 unter Par, nachdem sie die Woche mit einer 59 (Bestball) eröffneten. Noch nie wurde bei der Zurich Classic, die seit 2017 als Teamevent stattfindet, so tief geschossen. "Es war eine tolle Woche", sagte Cantlay. "Es war das zweite Mal, dass wir dieses Turnier gespielt haben, und wir haben uns schon seit letztem Jahr darauf gefreut. Wir sind immer gerne zusammen, sowohl auf als auch abseits des Golfplatzes, und wir haben diese Woche beide hervorragend gespielt und hatten eine tolle Zeit dabei."

Für den amtierenden FedExCup-Champion Cantlay war es der siebte Titel auf der Tour. Schauffele feierte Sieg Nummer fünf. Das Drop-Duo Horschel/Burns wurde Zweiter bei -27. Doc Redman und Sam Ryder wurden Dritter (-24). Der einzige Deutsche im Feld, Stephan Jäger, spielte die Woche an der Seite von Joel Dahmen. Gemeinsam beendeten sie die Zurich Classic im TPC Louisiana auf dem geteilten 29. Rang (-16). Damit sammelte Jäger die ersten FedExCup-Punkte nach vier verpassten Cuts in Folge.

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Dustin Johnson


(Paulina Gretzky und Dustin Johnson, Photo by Ben Jared/PGA TOUR via Getty Images)

Knapp acht Jahre lang waren Dustin Johnson und Paulina Gretzky verlobt. Seit Samstag sind sie ein Ehepaar. Allzu viele Bilder von den Festlichkeiten sind nicht an die Öffentlichkeit gedrungen. Außer dass Kid Rock ein Ständchen für das frisch vermählte Paar sang. Geheiratet wurde auf der Blackberry Farm in Tennessee, einem luxuriösen Resort inmitten der Great Smoky Mountains. Schon im April vergangenen Jahres kündigte Gretzky den lang erwarteten Schritt an, als sie von ihrem Hochzeitskleid sprach. Johnson, zweimaliger Major-Sieger, und seine Frau haben mit Tatum (7) und River (4) bereits zwei Söhne. Ob eine Hochzeitsreise ansteht und wohin diese geht, ist nicht bekannt. Für die anstehende Mexico Open ist Johnson jedenfalls nicht gemeldet.

LPGA Tour


(Nasa Hataoka, Photo by Michael Owens/Getty Images)

Nur ein verpasster Cut und mehrere Top-Ten-Ergebnisse standen bereits vor der LA Open in der Saisonbilanz der äußerst konstanten Nasa Hataoka aus Japan. Die 23-Jährige krönte die starken vergangenen Monate mit einem Sieg beim 72-Löcher-Event in Los Angeles. Dank einer 67 (-4) am Finaltag sicherte sich Hataoka mit einem Gesamtergebnis von 15 unter Par ihren sechsten LPGA-Titel und den damit verbundenen Siegerscheck in Höhe von 225.000 US-Dollar. Trotz eines Bogeys auf der 18 hatte sie am Ende souveräne fünf Schläge Vorsprung auf die Australierin Hannah Green auf Rang zwei.

Von den fünf deutschen Teilnehmerinnen schaffte einzig Isi Gabsa den Cut. Mit -1 wurde sie geteilte 27. und durfte sich damit über ihre beste LPGA-Platzierung seit Februar 2019 freuen (T17). In der Saisonwertung verbesserte sie sich auf den 100. Platz.

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DP World Tour


(Yannik Paul, Photo by Andrew Redington/Getty Images)

Die ISPS Handa Championship war das erste europäische DP-World-Tour-Event in dieser Saison und Yannik Paul schien sich gleich deutlich wohler zu fühlen als in den Wochen zuvor. Nach Runden von 67, 71, 65 und 70 Schlägen beendete er das Event bei -7 und erreichte damit die Top Ten. Nur bei der auf zwei Runden verkürzten Joburg Open Ende November präsentierte sich Paul noch stärker (T8). Seitdem wanderte keine Top-30-Platzierung in seine Rookie-Bilanz. Der geteilte zehnte Rang hievte Paul aber zurück unter die Top 100 der DP Word Tour Rankings.

Als Gewinner in seinem Heimatland trug sich erstmals Pablo Larrazábal ein. Für den Spanier war es der siebte Titel insgesamt und der zweite Saisonsieg nach dem Triumph bei der MyGolfLife Open im März. "Ich bin froh, dass ich den siebten Titel zu Hause geholt habe", so Larrazábal, der eine gute Stunde vom Infinitum Resort, dem Austragungsort der ISPS Handa Championship, entfernt wohnt. "Es ist etwas ganz Besonderes, in Spanien zu gewinnen, vor ein paar Freunden von mir und natürlich vor meiner Freundin und meinem Bruder."

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Die Ergebnisse der Deutschen:

  • Ladies European Tour, Australian Women’s Classic: Franziska Friedrich & Luisa Dittrich T36, Carolin Kauffmann T70 und Sarina Schmidt & Verena Gimmy CUT
  • PGA Tour, Zurich Classic: Stephan Jäger T29
  • PGA Tour Champions, ClubCorp Classic: Alex Cejka T26
  • LPGA Tour, DIO Implant LA Open: Isi Gabsa T27 und Caroline Masson, Sophia Popov, Esther Henseleit & Olivia Cowan CUT
  • PGA Tour Latinoamérica, JHSF Aberto do Brasil: Velten Meyer T36
  • Epson Tour, Copper Rock Championship: Sophie Hausmann T7
  • DP World Tour, ISPS Handa Championship: Yannik Paul T10, Matti Schmid T30, Nicolai von Dellingshausen T49, Marcel Siem, Marcel Schneider & Hurly Long CUT
  • Sunshine Tour, Stella Artois Players Championship: Freddy Schott T24

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.

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