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Tour-Vorschau

Cejkas besondere Major-Woche

Vorschau auf das Tour-Geschehen mit dem ersten Champions-Major des Jahres und einem LPGA-Event, das die Gründungsmütter der Tour ehrt.

11. Mai 2022

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Er sorgte mit seiner Erfolgsstory auf der PGA Tour Champions für eine der schönsten Golfgeschichten des vergangenen Jahres. Alex Cejka kehrt in dieser Woche an den Ort zurück, an dem er sein erstes Major gewann. Kann er seinen damaligen Sensationscoup wiederholen? Die Vorschau:

PGA Tour Champions


(Titelverteidiger Alex Cejka, Photo by Wesley Hitt/Getty Images)

Alex Cejka kehrt in dieser Woche an den Ort seines vielleicht größten Karriereerfolgs zurück. Vor einem Jahr gewann er die Regions Tradition auf dem Founders Course im Greystone Golf & Country Club und durfte sich damit über seinen ersten Major-Titel freuen. Umso bemerkenswerter ist diese Leistung einzuordnen, bedenkt man, aus welcher Ausgangsposition der damals 50-Jährige in das erste Major des Jahres ging. Cejka spielte vor der Regions Tradition erst zwei Events auf der PGA Tour Champions. Beide Male musste er den Weg über die Montagsqualifikation gehen. Ins Major-Feld rutschte er nur dank der kurzfristigen Absage von Jay Haas. Wenige Tage später stand er plötzlich da, mit dem grünen Fahrrad zwischen den Beinen und der silbernen Major-Trophäe in den Händen.

Auf dem Weg zum Titel ließ Cejka die besten Champions der Welt hinter sich. Steve Stricker, den damaligen Titelverteidiger und Top-Favoriten, stach er im Playoff aus. Innerhalb weniger Wochen war Cejka auf der neuen Tour angekommen, nur um kurz nach seinem Premierensieg den zweiten Major-Titel zu feiern. Doch dazu dann in der Vorschau zur Senior PGA Championship (26. bis 29 Mai) mehr. In dieser Woche steht zunächst das mit 2,5 Millionen US-Dollar dotierte Event in Birmingham, Alabama, auf dem Programm. Cejka verteidigt seinen ersten Major-Titel und ist gut in Form. Zuletzt erzielte er zwei Top-5-Ergebnisse. Noch mehr als eine gute Form dürften aber die unvergesslichen Erinnerungen an die vergangene Ausgabe wert sein.

Ein Hauptkonkurrent ist in dieser Woche jedenfalls nicht dabei. Bernhard Langer sagte seinen Start aus noch unbekannten Gründen ab. Der Hall of Famer hält den Turnierrekord mit -20 und konnte die Regions Tradition als einziger Spieler mehr als einmal gewinnen (2016 & 2017). In Abwesenheit der deutschen Legende dürfte Stricker als unangefochtener Top-Favorit ins Turnier gehen. Nach seiner langen krankheitsbedingten Pause, kam der US-Amerikaner in beeindruckender Manier zurück (T2 & T10). Zudem fühlte sich Stricker in den vergangenen Jahren äußerst wohl im Greystone Golf & Country Club. Bei den vergangenen drei Ausgaben wurde er zwei Mal Zweiter und einmal holte er den Titel.

LPGA Tour


(Jin Young Ko und Shirley Spork, Photo by Sarah Stier/Getty Images)

13 Frauen gründeten 1950 die LPGA Tour. Damit gilt die Damentour als die älteste Frauensportliga der Welt. Um die 13 Gründerinnen sportlich zu ehren, wurde 2011 der Founders Cups ins Leben gerufen. Damals wurde bei dem Event noch kein Preisgeld ausgeschüttet und die Siegerin Karrie Webb stand bei der Siegerehrung neben Louise Suggs, Marilynn Smith und Shirley Spork, drei der 13 LPGA-Gründerinnen.

Während Suggs und Smith bereits seit einiger Zeit nicht mehr unter uns weilen, verstarb Spork erst jüngst. Noch vor ihrem Tod wurde sie in die LPGA Tour Hall of Fame aufgenommen. Eine Ehrung, die sie stellvertretend für alle 13 Gründerinnen entgegennahm. Im Oktober 2021 stand Spork neben Jin Young Ko und wohnte der Siegerehrung für die südkoreanische Nummer eins bei. Es sollte ihr letzter von vielen Auftritten beim Founders Cup gewesen sein. In dieser Woche schwingt also eine gewisse Schwere mit. Spork wurde 94 Jahre alt und die LPGA Tour war ihr Leben. Doch es gäbe keinen besseren Ort als den Founders Cup, um die im April verstorbene Gründerin zu ehren und zu feiern. Denn genau dafür wurde dieses Turnier ins Leben gerufen.

Ko tritt in dieser Woche als doppelte Titelverteidigerin an. Sie gewann sowohl die 2019er-Ausgabe als auch die vergangene Edition im Oktober. 2020 fand das Turnier aufgrund der Corona-Pandemie nicht statt. Die Weltranglistenerste geht also auch dieses Mal wieder als Favoritin in das mit drei Millionen US-Dollar dotierte Turnier. Daran ändert auch der neue Austragungsort nichts. Erstmals findet der Founders Cup im Upper Montclair Country Club in New Jersey statt. Neben Ko sind sechs weitere Top-Ten-Spielerinnen am Start. Zudem sind auch fünf deutsche Damen dabei. Die besten Erinnerungen an dieses Turnier hat Caroline Masson. Im vergangenen Jahr beendete sie den Founders Cup auf dem zweiten Rang.

PGA Tour


(K.H. Lee, Photo by Matthew Stockman/Getty Images)

Das Motto für das AT&T Byron Nelson lautet: Warmschießen für die PGA Championship. 52 Spieler nehmen das letzte Event vor dem zweiten Major des Jahres mit und wenn die vergangene Ausgabe im TPC Craig Ranch eins lehrte, dann, dass hier Birdies gespielt werden - und zwar viele. K.H. Lee gewann dieses Turnier im vergangenen Jahr mit einem Gesamtergebnis von 25 unter Par. Der Rundendurchschnitt auf dem Par-72-Kurs lag bei 69,574 Schlägen. Für die PGA-Tour-Spieler dürfte sich dieser Kurs also eher wie ein Spielplatz, weniger wie eine Major-Generalprobe anfühlen.

Aber niedrige Ergebnisse geben Selbstvertrauen. Und Selbstvertrauen schadet bei einer PGA Championship nie. Apropos Selbstvertrauen: Scottie Scheffler schlägt in dieser Woche ab, nachdem er vier seiner vergangenen sechs Turniere gewann. Hinzukam eine 64 in einer "entspannten" Proberunde in Southern Hills in der vergangenen Woche. Die PGA Championship kann für den Weltranglistenersten also kommen. Und davor wird eben noch ein bisschen im TPC Craig Ranch gespielt. Neben Scheffler reichern Namen wie Justin Thomas, Jordan Spieth und Dustin Johnson das Teilnehmerfeld an. Aus Deutschland geht einzig Stephan Jäger auf Birdie-Jagd. Nach seiner besten Woche auf der PGA Tour will er seine gute Form aufrechterhalten.

DP World Tour


(Soudal Open, Photo by Warren Little/Getty Images)

Auf den ersten Blick könnte man meinen, die Soudal Open hat keine große Tradition vorzuweisen. Da es sich hierbei jedoch um die Belgian Open handelt, trügt dieser erste Gedanke. Die belgische Golfmeisterschaft fand nämlich erstmals 1910 statt und wurde bereits 1978 in den DP-World-Tour-Kalender aufgenommen. Zwar war die Belgian Open nie eine Konstante, jedoch konnten das Event bereits einige Legenden wie Sir Henry Cotton, Walter Hagen oder José Maria Olazábal gewinnen. Zwischen 2001 und 2017 ließ die Tour den belgischen Stopp außen vor, ehe man mit dem Belgian Knockout zurückkehrte.

In dieser Woche feiert das traditionelle 72-Löcher-Zählspielevent sein Comeback. Aus belgischer Sicht sind mit Nicolas Colsaerts, Thomas Detry und Thomas Pieters drei lokale Titelanwärter am Start. Vor allem Pieters sollte man als Dritten der DP World Tour Rankings ganz oben auf der Liste haben. Neben Colsaerts und Pieters treten weitere Ryder-Cup-Spieler wie Bernd Wiesberger und Rafa Cabrera Bello an. Aus Deutschland sind mit Marcel Siem, Yannik Paul, Marcel Schneider, Hurly Long, Bernd Ritthammer, Matti Schmid und Nicolai von Dellingshausen sieben Spieler dabei. Austragungsort ist der Rinkven International GC in Antwerpen.

Ladies European Tour


(Das 18. Grün des Thai Country Clubs, Credit: Tristan Jones/LET)

Die Aramco Team Series feierte im vergangenen Jahr ein erfolgreiches Debüt und startet in dieser Woche mit ihrem ersten Event in Bangkok. 26 Teams, bestehend aus drei Proetten und einem Amateur, treten über zwei Runden im Thai Country Club an. Doch wie gewohnt läuft parallel dazu auch eine Einzelwertung, die wiederum einen Tag länger läuft. Das Gesamtpreisgeld in dieser Woche beträgt eine Million US-Dollar - 500.000 für den jeweiligen Wettbewerb.

Neben den Thai-Hoffnungen Patty Tavatanakit und den Jutanugarn-Schwestern zählen Charley Hull, Anne van Dam und Catriona Matthew zu den Topstars in dieser Woche. Eine der elf Sponsoreneinladungen ging zudem an Chiara Noja, die eigentlich auf der LET Access Series zuhause ist, in Bangkok aber eine weitere Chance erhält, sich in Liga eins zu beweisen. Dass die 16-Jährige mit den besten Spielerinnen Europas mithalten kann, bewies sie unter anderem beim Saudi Ladies International in diesem Jahr, als sie geteilte 13. wurde. Zudem beendete sie das erste LET Access Series Event des Jahres auf Rang zwei.

Die Deutschen im Einsatz:

  • PGA Tour, AT&T Byron Nelson: Stephan Jäger
  • Ladies European Tour, Aramco Team Series - Bangkok: Chiara Noja, Karolin Lampert, Sophie Witt und Leticia Ras-Anderica
  • DP World Tour, Soudal Open: Marcel Siem, Yannik Paul, Marcel Schneider, Hurly Long, Matti Schmid, Bernd Ritthammer und Nicolai von Dellingshausen
  • PGA Tour Champions, Regions Tradition: Alex Cejka
  • Korn Ferry Tour, Visit Knoxville Open: Jeremy Paul und Thomas Rosenmüller
  • LPGA Tour, Cognizant Founders Cup: Caroline Masson, Sophia Popov, Isi Gabsa, Esther Henseleit und Olivia Cowan
  • LET Access Series, Flumserberg Ladies Open: Mila Tang, Lilian Joy Buhle, Kimberley Sommer, Verena Gimmy, Patricia Isabel Schmidt, Anastasia Mickan, Katharina Keilich und Sandy Voss

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.

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