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Tour-Rückblick

Deutscher Debüterfolg und Major-Tickets

Chiara Noja feiert auf der LET Access Series ihren ersten Profititel und bei der Porsche European Open lösen zwei Deutsche das Major-Ticket. Der Rückblick aufs Wochenende.

06. Juni 2022

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Eine volle Turnierwoche liegt hinter uns und aus deutscher Sicht war einiges los. Auf der LET Access Series gewann eine deutsche Nachwuchshoffnung ihren ersten Profititel - mit 16 (!) - und in Winsen (Luhe) bei Hamburg fand die Porsche European Open statt. Hier hielt am Ende zwar kein Deutscher einen Pokal in den Händen, dafür wurden aber andere Erfolge gefeiert. Der Rückblick:

LET Access Series

Sie war sehr erleichtert nach ihrer Finalrunde bei der Czech Ladies Challenge. Chiara Noja durfte sich nach einer 71 (-1) am Sonntag über ihren ersten Profititel freuen. Den Grundstein für diesen Durchbruch legte die 16-Jährige aber an den ersten beiden Turniertagen. Nach Runden von 65 und 68 Schlägen ging Noja mit zehn Zählern Vorsprung in den Finaltag. Für Entspannung sorgte dieses komfortable Polster jedoch nicht. "Ich war heute super gestresst, aber ich bin ruhig und gelassen geblieben und am 18. Loch dachte ich: 'Okay, ich habe tatsächlich gewonnen und das war ein großer Moment für mich'", kommentierte die 2006 in Berlin geborene Proette.

"Die erste Runde war definitiv eine Art Momentum", ordnete Noja die Leistung am Freitag ein. "Aber die ganze Woche über habe ich mir immer wieder gesagt, dass ich in der letzten Runde viele Schläge Vorsprung haben will, weil ich in Terre Blanche in einem Stechen verloren habe, als ich vor der letzten Runde mit zwei Schlägen Vorsprung führte." Am Ende hatte die Deutsche neun Schläge Vorsprung auf die Lokalmatadorin Sara Kouskova. Für den Erfolg in Prag erhielt Noja 6.000 Euro Preisgeld. Doch viel wichtiger: Nach ihrem dritten Saisonauftritt führt sie die LETAS Order of Merit. Obwohl sie auch "weiß, dass es eine lange Saison ist, und wir werden sehen, wie es am Ende aussehen wird".

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DP World Tour

Die Porsche European Open war nicht nur das erste deutsche Profievent der Saison. Das Traditionsturnier markierte auch das Ende des US Open European Qualifying Series. Die über vier Events laufende Serie belohnte die besten zehn Spieler mit Tickets zur US Open in Brookline, Massachusetts. Zwei Plätze davon verdienten sich deutsche Profis. Seine Flugtickets in die USA buchen konnte Yannik Paul bereits nach seiner zweiten Runde auf den Green Eagle Golf Courses. Der Rookie schaffte den Cut und aufgrund der Konstellation der Spieler, die hinter ihm in der Series platzierte waren, stand er schon frühzeitig als einer der zehn US-Open-Qualifikanten fest.

"Ich freue mich jetzt natürlich auf mein erstes Major", so Paul, der die Porsche European Open auf dem geteilten 18. Rang beendete und damit als Achter aus der Series hervorging. "Die Tickets sind gebucht. Am Sonntag geht es nach Boston - und dann wird es eine geile Woche. Ich habe schon das Gefühl, dass ich auf der Tour gewinnen kann, vielleicht ja bei der US Open." Das Selbstbewusstsein ist beim 28-Jährigen also vorhanden. Zurecht: Bei seinen vergangenen vier Starts erreichte er drei Mal die Top 20.

Marcel Schneider musste dagegen noch etwas warten mit seiner Flugbuchung. Er sicherte sich seinen Spot erst am Finaltag. Mit einer überragenden 67 (-5) zum Abschluss verbesserte sich Schneider auf den geilten fünften Rang der Porsche European Open und löste als Zehnter der Qualifying Series das letzte Major-Ticket. "Die Qualifikation für die US Open hatte ich während des Spiels nicht im Kopf", so der 32-Jährige, der nun drei Top-Ten-Ergebnisse in Folge erzielte. "Aber ich hatte mir schon das Ziel gesteckt, vier unter Par zu spielen. Und wenn ich die Qualifikation damit schaffe, ist das ein echtes Highlight für mich. Schließlich würde ich - nach der Open Championship - nun mein zweites Major spielen."

Neben Paul beendeten auch Nicolai von Dellingshausen und Marcel Siem das Event in Winsen (Luhe) auf dem geteilten 18. Rang. Dass das deutsche Trio trotz eines Gesamtergebnisses von über Par, die Woche unter den Top 20 beendete, zeigt, wie schwer sich der Porsche North Course in der vergangenen Woche spielte. Nur einer schien am Sonntag einen anderen Platz zu spielen. Der Finne Kalle Samooja (34) bretterte am Sonntag eine 64 (-8) ins Clubhaus und setzt damit einen neuen Platzrekord. Obwohl der Finne davor noch keine Runde unter Par spielte, reichte diese Finalleistung, um mit einem Gesamtergebnis von sechs unter seinen ersten Titel auf der DP World Tour zu holen.

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LPGA Tour

Schon vor der Woche war klar: Eine Spielerin wird in Southern Pines, North Carolina, den größten Siegerpreisscheck in der Geschichte des Damengolfs entgegennehmen. Am Ende war es Minjee Lee, die sich als Gewinnerin der US Women’s Open über die 1,8 Millionen US-Dollar Preisgeld freuen durfte. Die Australierin gewann dank einer 71 (Par) am Finaltag mit vier Schlägen Vorsprung auf die US-Amerikanerin Mina Harigae. "Ich meine, ich bin sprachlos", sagte Lee. "Ich kann es im Moment nicht glauben. Nein, es ist einfach super, super besonders und eine große Ehre. Es war mein Traum, seit ich ein kleines Mädchen war. Ich wollte schon immer dieses Turnier gewinnen; jetzt habe ich es geschafft, und es fühlt sich einfach toll an."

Für Lee war es der zweite Major-Erfolg nach ihrem Sieg bei der Evian Championship im Juli vergangenen Jahres. Vor erst drei Wochen gewann die 26-jährige Australierin ihren siebten LPGA-Titel. Einen persönlichen Sieg feierte auch Nelly Korda, die bei ihrem ersten Turnier seit ihrer Operation auf Anhieb geteilte Achte wurde. "Zu wissen, dass ich auf einem wirklich schwierigen Golfplatz bei einem Major spielen und sogar um den Sieg mitspielen kann, ist definitiv positiv", sagte die Weltranglistenzweite.

Etwas schwerer taten sich die deutschen Starterinnen mit dem Platz im Pine Needles Lodge and Golf Club. Sophia Popov scheiterte am Cut und Caroline Masson sowie Isi Gabsa wurden geteilte 50. bei insgesamt +10.

 

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PGA Tour Champions

 

Bernhard Langer beendete das zweite Event in Folge auf dem dritten Rang. Dieses Mal teilte er sich ihn mit Charles-Schwab-Cup-Leader Steven Alker. In der Vorwoche präsentierte sich Langer bereits bei der Senior PGA Championship in Topform und bei der Principal Charity Classic spielte der 64-Jährige erneut um den Titel mit. Nach zwei 66er-Runden drehte er am Finaltag erst auf den Back Nine auf und arbeitete sich mit vier Birdies auf den letzten acht Löchern nach vorne. In der Saisonwertung konnte Langer damit seinen Rückstand auf den Zweitplatzierten Miguel Angel Jiménez etwas verringern. Der Spanier wurde geteilter 35. mit Alex Cejka.

 

Den Sieg holte sich Jerry Kelly im Stechen gegen Landsmann Kirk Triplett. Der 55-Jährige aus Wisconsin notierte das entscheidende Birdie auf dem ersten Extra-Loch und durfte sich somit über Champions-Titel Nummer neun freuen.

 

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Die Ergebnisse der Deutschen:

 

 

 

  • PGA Tour Champions, Principal Charity Classic: Bernhard Langer T3 und Alex Cejka T35
  • Ladies European Tour, Ladies Italian Open: Verena Gimmy T15, Helen Tamy Kreuzer T31 und Carolin Kauffmann, Franziska Friedrich, Katharina Keilich & Leticia Ras-Anderica CUT
  • Challenge Tour, Czech Challenge: Philipp Mejow T20, Allen John T34, Wolfgang Glawe T41, Michael Hirmer & Marc Hammer T49, Jonas Kölbig T57 und Timo Vahlenkamp, Dominic Foos & Felix Katzy; Finn Fleer DISQ
  • PGA Tour Canada, Royal Beach Victoria Open: Lukas Euler T20, Alexander Herrmann T49 und Maximilian Herrmann CUT
  • Korn Ferry Tour, Rex Hospital Open: Jeremy Paul T19 und Thomas Rosenmüller CUT
  • LET Access Series, Czech Ladies Challenge: Chiara Noja 1., Patricia Isabel Schmidt T19, Lisa Marie Schumacher & Leonie Wulfers T58, Maria Theresa Licka T65, Sandy Voss 79. und Anastasia Mickan Alena Oppenheimer CUT
  • PGA Tour Latinoamérica, Volvo Golf Championship: Velten Meyer T38
  • LPGA Tour, US Women’s Open: Caroline Masson & Isi Gabsa T50 und Sophia Popov CUT
  • DP World Tour, Porsche European Open: Marcel Schneider T5, Yannik Paul, Nicolai von Dellingshausen & Marcel Siem T19, Alexander Knappe T25, Matti Schmid T34, Hurly Long T47, Freddy Schott T51 und Philipp Katich, Bernd Ritthammer, Benedict Staben, Max Rottluff, Jannik de Bruyn, Max Schmitt, Nick Bachem, Anton Albers, Maximilian Kieffer, Yannick Schutz und Sebastian Heisele CUT

 

 

 

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.



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