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Tour-Vorschau

Alles Wichtige zum Turnier des Jahres

Vorschau auf das Tour-Geschehen mit vollem Fokus auf die 150. Open Championship in St. Andrews - mit Tiger Woods.

13. Juli 2022

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Große Namen bei einem historischen Turnier auf einem legendären Platz. Die 150. Open Championship vereint in dieser Woche alles, was ein Major ausmacht. Wir legen unseren gesamten Fokus auf das wichtigste Golfturnier des Jahres - in unserer Vorschau:

St. Andrews


(Blick auf die erste und 18. des Old Course mit dem Clubhaus im Hintergrund, Photo by Tom Shaw/R&A/R&A via Getty Images)

Standesgemäß feiert die Open Championship ihr 150. Jubiläum im "Home of Golf". Der Old Course in St. Andrews gehört zu den regelmäßigen Austragungsorten des ältesten Golfturniers der Welt und kein anderer Ort vereint die Ursprünge des Golfsports so sehr wie die Kleinstadt an der Ostküste Schottlands. Hier erwarten die Spieler Bedingungen, die zumindest annähernd an das herankommen, was die Menschen vor mehreren Jahrhunderten auf einem Golfplatz vorfanden. Doch der Old Course ist mehr als einfach ein traditioneller Linkskurs mit harten Fairways, etlichen Potbunkern und einem windanfälligen Layout. Es ist der Mythos, die Atmosphäre und das unverkennbare Drumherum, das diesen Ort einmalig machen.

Ob der 17. Abschlag über das Old Course Hotel, das Tal der Sünde (Valley of Sin) vor dem 18. Grün, die Swilcan Bridge auf dem 18. Fairway oder der Road Hole Bunker am 17. Grün. Die Besonderheiten auf dem Old Course sind endlos und werden zum Ende der Runde immer mehr. Ähnlich wie in Augusta ist auch hier in St. Andrews Platzkenntnis ein entscheidender Faktor. Debütanten wie beispielsweise Will Zalatoris investieren im Vorfeld besonders viel Zeit, um jede Ecke des Par-72-Kurses zu erkunden. So viel wie in dieser Woche habe er seine gesamte Karriere noch nicht in sein Birdie-Book geschrieben, so der US-Amerikaner. Eine klassische Flaggenjagd ist in St. Andrews nie zu erwarten. Vielmehr heißt es: den Platz verstehen, flach spielen und bestenfalls hoch gewinnen.

Tiger Woods


(Tiger Woods, Photo by Warren Little/Getty Images)

Wenn es um Platzkenntnis geht, macht Tiger Woods niemand etwas vor. Der 46-Jährige gewann bereits zwei Open Championships auf dem Old Course und gab 1995 sein Debüt im Home of Golf. Der Triumph 2000 zählt zu den bedeutungsvollsten Erfolgen in Woods‘ einmaliger Karriere. "Hier habe ich den Karriere-Grand-Slam vollendet", so der 15-malige Major-Sieger über den damaligen Open-Sieg in St. Andrews. "Damals war ich der Rekordhalter bei allen vier Major Championships. Es bedeutete mir also sehr viel. Dieser Ort hat mir sehr viel bedeutet."

Nirgendwohin anders kehrt Woods so gerne zurück wie nach St. Andrews. Es ist sein Lieblingsort und daher lag auch sein Fokus seit Jahresbeginn darauf, dieses Major mitzunehmen. Nach Starts beim Masters sowie der PGA Championship, ließ er die US Open aus, um seinem Körper weitere Zeit zu geben, sich entsprechend vorzubereiten. "Als ich merkte, dass ich auf einem hohen Niveau spielen konnte, wollte ich unbedingt wieder hier in St. Andrews bei dieser historischen Meisterschaft mitspielen. Ich wollte diese Open hier im Home of Golf einfach nicht verpassen."


(Tiger Woods bei seinem Open-Triumph 2000, Photo by R&A via Getty Images)

Was 1995 als Amateur begann, könnte in dieser Woche einen Schlusspunkt finden. Denn auch Woods weiß: Viele Chancen, eine Open in St. Andrews zu spielen, wird er nicht mehr bekommen. "Ich werde nie wieder ein volles Programm spielen. Mein Körper lässt das einfach nicht zu. Ich weiß nicht, wie viele Open Championships ich hier in St. Andrews noch spielen kann, aber ich wollte diese." Und so heißt es (vielleicht) zum letzten Mal an diesem geschichtsträchtigen Ort: Bühne frei für den großen Tiger Woods.

Favoriten


(Rory McIlroy, Photo by Stuart Kerr/R&A/R&A via Getty Images)

Kommen wir zur schwierigsten Aufgabe im Vorfeld eines Majors: Favoriten bestimmen. Alle Teilnehmer haben ihren Kalender so gelegt, dass sie für den Höhepunkt des Jahres möglichst in Top-Form nach St. Andrews reisen. Die meisten von ihnen bereiteten sich bei der Scottish Open in der vergangenen Woche auf Linksgolf vor. Der Platz im Renaissance Club und der Old Course unterscheiden sich dann aber doch deutlich voneinander, weswegen die Ergebnisse aus North Berwick nur ein kleiner Faktor von vielen sein dürfte. Xander Schauffele gewann das Event jedenfalls und siegte auch schon beim hervorragend besetzten JP McManus Pro-Am in Irland einige Tage zuvor. Form- sowie Selbstbewusstseinstechnisch dürfte der US-Amerikaner also auch in dieser Woche wieder ganz vorne mitspielen.

Einer der wenigen Topstars, die die Scottish Open nicht als Generalprobe nutzten, war Rory McIlroy. Gut erholt erscheint die Nummer zwei der Welt zu seiner zweiten Open in St. Andrews. 2010 wurde er hier geteilter Dritter. Die 2015er-Ausgabe verpasste der Open-Sieger aus 2014 verletzungsbedingt. Nach drei Top-Ten-Ergebnissen bei Majors in diesem Jahr soll es in dieser Woche endlich wieder klappen mit dem großen Coup.


(Xander Schauffele, Photo by Charlie Crowhurst/R&A/R&A via Getty Images)

Hinter Schauffele und McIlroy verdichtet sich das Favoritenfeld. Jon Rahm will es seinem Landsmann Seve Ballesteros gleichtun, der 1984 in St. Andrews triumphierte, während Matt Fitzpatrick erstmals als Major-Sieger bei der Open antritt und in der vergangenen Woche Sechster in Schottland wurde. Der Weltranglistenerste Scottie Scheffler spielt wiederum erst seine zweite Open, nachdem er sein Debüt im vergangenen Jahr auf dem geteilten achten Rang abschloss. Zu guter Letzt ist Jordan Spieth zu nennen, der seit Jahren zu den Open-Experten zählt, 2017 gewann und im vergangenen Jahr Zweiter wurde. Titelverteidiger ist Collin Morikawa, der 2021 als Open-Debütant überragte und seinen zweiten Major-Titel sicherte. Seine Formkurve zeigte zuletzt jedoch nicht in die richtige Richtung.

Favoriten-Ranking:

  1. Rory McIlroy
  2. Xander Schauffele
  3. Matt Fitzpatrick
  4. Jon Rahm
  5. Jordan Spieth
  6. Scottie Scheffler

Start- und TV-Zeiten


(Paul Lawrie, Photo by Stuart Kerr/R&A/R&A via Getty Images)

Doch wann beginnt denn der ganze Spaß? Erster Abschlag ist am Donnerstag, 14. Juli, um 6.35 Uhr Ortszeit - sprich 7.35 Uhr deutscher Zeit. Eröffnet wird die Jubiläumsausgabe von Lokalmatador und Ex-Open-Champion Paul Lawrie. Die richtigen Hammer-Gruppen starten aber etwas später. Wir haben unsere Lieblingsgruppen zusammengestellt (Runde 1, deutsche Zeit):

  • 10.58 Uhr: Collin Morikawa, Rory McIlroy & Xander Schauffele
  • 11.09 Uhr: Shane Lowry, Justin Thomas & Viktor Hovland
  • 11.20 Uhr: Will Zalatoris, Hideki Matsuyama & Tony Finau
  • 14.26 Uhr: Scottie Scheffler, Joaquin Niemann & Tyrrell Hatton
  • 15.59 Uhr: Tiger Woods, Matt Fitzpatrick & Max Homa
  • 16.10 Uhr: Jordan Spieth, Jon Rahm & Harold Varner III

Übertragen wird die Open Championship wie gewohnt auf Sky. Der Pay-TV-Sender zeigt das komplette Traditionsturnier aus St. Andrews live im TV auf dem Non-Stop Golf-Sender Sky Sport Golf. Die ersten beiden Runden werden ab 7.30 Uhr, die dritte Runde ab 11 Uhr und die Finalrunde ab 10 Uhr übertragen. Die Featured Holes gibt es zudem von Donnerstag bis Sonntag im kostenlosen Livestream auf skysport.de.

Die Deutschen im Einsatz:

  • Legends Tour, Winstongolf Senior Open: Bernhard Langer, Sven Strüver und Thomas Gögele
  • Ladies European Tour, Big Green Egg Open: Alexandra Försterling, Karolin Lampert, Sophie Witt, Luisa Dittrich, Helen Tamy Kreuzer, Verena Gimmy, Franziska Friedrich, Carolin Kauffmann, Sarina Schmidt und Katharina Keilich
  • Challenge Tour, Euram Bank Open: Jannik de Bruyn, Marc Hammer, Finn Fleer, Leon Breimer, Martin Obtmeier, Bernd Ritthammer, Nick Bachem, Timo Vahlenkamp, Dominic Foos, Allen John, Jonas Kölbing, Max Rottluff, Freddy Schott, Velten Meyer und Philipp Mejow
  • LPGA Tour, Dow Great Lakes Bay Invitational: Caroline Masson und Sophia Popov
  • LET Access Series, Trust Golf Links: Patricia Isabel Schmidt, Anastasia Mickan, Chiara Noja und Sandy Voss
  • DP World Tour / PGA Tour, Barracuda Championship: Stephan Jäger, Matti Schmid, Nicolai von Dellingshausen, Yannik Paul, Marcel Siem und Hurly Long
  • Korn Ferry Tour, Memorial Health Championship: Jeremy Paul und Thomas Rosenmüller

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.



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