ANZEIGE
Tour-Vorschau

LIV und Links

Vorschau auf das Tour-Geschehen mit dem dritten Event der LIV Golf Invitational Series und dem Open-Test bei den Damen.

27. Juli 2022

Artikel teilen:

Wir atmen kurz durch. Nach zuletzt mehreren Major-Wochen in Folge kehrt etwas Ruhe ein im Tour-Geschehen. An interessanten Events mangelt es uns aber dennoch nicht. In Bedminster kehrt der LIV-Zirkus zurück und in Schottland wird an unterschiedlichen Orten Linksgolf gespielt. Die Vorschau:

LIV Golf Invitational Series


(Trump National Golf Club, Photo by Mike Stobe/LIV Golf/via Getty Images)

25 Millionen US-Dollar. Um so viel Geld geht es auch beim dritten Event der LIV Golf Invitational Series. Nach Stationen in London und Portland geht es nun auf den Trump-Kurs in Bedminster. Der Old Course des Trump National Golf Clubs zählt zu den Top 100 Kursen der Welt und war 2017 Heimat der US Women’s Open. In dieser Woche treten hier einige der besten männlichen Golfer der Welt gegeneinander an. Insgesamt gehen zehn der Top 50 der Welt an den Start. Die neusten Top-Neuzugänge lauten Henrik Stenson, Paul Casey, Jason Kokrak und Charles Howell III. Aus den Top 15 der Weltrangliste hat Greg Norman aber noch niemanden akquirieren können. Jedoch dürfte Stenson einen vermutlich noch höheren symbolischen Wert haben als jeder Weltklasse-Star. Immerhin war der Schwede als europäischer Ryder-Cup-Kapitän vorgesehen und wurde nun seines Amtes enthoben, nachdem der Wechsel zu LIV Golf bekannt wurde.

Die Machtspielchen zwischen Norman und der PGA sowie European Tour halten also weiter an. Zumindest in dieser Woche liegt der Fokus aber auf dem Sportlichen. Und das ist auch gut so. Immerhin messen sich neben den bereits erwähnten Namen weitere Stars wie Dustin Johnson oder Bryson DeChambeau in Bedminster. Beide beendeten die Open Championship unter den Top Ten. Ein gutes Pflaster war die neue, von Saudi-Arabien finanzierte Serie bislang für die Südafrikaner. In London gewann Charl Schwartzel vor seinen Landsleuten sowie Teamkollegen Hennie du Plessis und Branden Grace und strich damit mehr als vier Millionen Gesamtpreisgeld ein. In Portland triumphierte dann Grace in der Einzelwertung, während sich das Quartett um Johnson und Patrick Reed die drei Millionen Preisgeld im Team-Ranking aufteilten.

Wie schon bei den ersten beiden Events führt auch Martin Kaymer eines der zwölf Vierer-Teams als Kapitän an. Für das Event in Bedminster hat er sich ein rein europäisches Aufgebot zusammengestellt. Seine neuen Teamkameraden sind Graeme McDowell, Laurie Canter und der Amateur David Puig. Alle drei Spieler waren bei den ersten beiden Events noch für andere Teams im Einsatz. Kaymer beendete beide bisherigen Turniere unter den Top 20. Zur Erinnerung: Das Feld besteht aus 48 eingeladenen Spielern.

Women’s Scottish Open


(Dundonald Links, Photo by David Cannon/Getty Images)

Während der Sieger bei LIV Golf mit vier Millionen US-Dollar nach Hause geht, wird bei der Women’s Scottish Open insgesamt die Hälfte ausgeschüttet. Für die Siegerin nach vier Tagen Turniergolf bleiben da 300.000 US-Dollar übrig. Unabhängig davon erfreut sich das Feld in Schottland an sieben Spielerinnen aus den Top Ten der Welt. Das von der LPGA und Ladies European Tour co-sanktionierte Event ist das erste Turnier nach der Evian Championship und das letzte vor der Women’s British Open. Die meisten Topstars wollen also in Schwung bleiben und sich auf Linksgolf einstellen. Einzig Evian-Champion Brooke Henderson sowie die US-Amerikanerinnen Nelly Korda und Lexi Thompson bereiten sich individuell auf das fünfte und letzte Major der Saison vor.

Für die Scottish Open reist man zum ersten mal seit 2017 wieder nach Irvine, wo sich der Dundonald Links befindet. Der nur unweit von Royal Troon gelegene Par-72-Kurs besticht durch eine beeindruckende Landschaft und dürfte der ideale Test für den eine Woche später anstehenden Höhepunkt in Muirfield sein. Titelverteidigerin ist Ryann O’Toole, die im vergangenen Jahr ihr erstes LPGA-Event gewann. Die einzige Mehrfachsiegerin bei diesem erstmals 1986 ausgetragenen Event ist die schottische Golflegende Catriona Matthew.

Aus Deutschland sind sechs Damen am Start, die sich alle über die LET qualifizierten, wobei Olivia Cowan, Esther Henseleit und Sophia Popov auch auf der LPGA Tour aktiv sind. Hinzugesellen sich Leonie Harm, Karolin Lampert und Sophie Witt, die sich dank ihres geteilten dritten Rangs bei der Big Green Egg Open einen Startplatz verdiente.

PGA Tour


(Detroit Golf Club, Photo by Leon Halip/Getty Images)

Auf der PGA Tour wird es ernst. Zumindest für die Spieler, die ihren Platz unter den Top 125 des FedExCups noch nicht sicher haben. Denn vor dem Beginn der Playoffs stehen nur noch zwei Turniere an. Die Rocket Mortgage Classic ist das vorletzte Event der regulären Saison und daher entscheidet sich in den nächsten zwei Wochen, wer sich die volle Tourkarte für die kommende Spielzeit sichert und wer vielleicht bei den Finals auf der Korn Ferry Tour nachsitzen muss. Der Fokus liegt in dieser Phase in erster Linie auf den sogenannten "Bubble Boys", also denjenigen, die um den Platz 125 im FedExCup rangieren und daher jeden Punkt dringend benötigen, um nach der Wyndham Championship auf der richtigen Seite des Cuts zu liegen.

Zu diesen "Bubble Boys" zählt auch Stephan Jäger, der in der offiziellen Wertung auf Platz 133 rangiert. Die bereinigte Liste allerdings, die alle LIV-Spieler aus der Wertung nimmt, führt den 33-jährigen Münchner auf dem 125. Platz. Aktuell wäre Jäger also für den Playoff-Auftakt qualifiziert. Dass sich diese Position jedoch rasch ändern kann, zeigte die vergangene Woche. Jäger verpasste bei der 3M Open den Cut und verlor schlagartig acht Plätze im FedExCup. Der Einzug ins Wochenende ist für den einzigen deutschen PGA-Tour-Spieler in den kommenden beiden Wochen also Pflicht. Die Konkurrenz, auf die Jäger in dieser Woche trifft, hat es in sich. Mit Patrick Cantlay, Will Zalatoris, Cameron Young, Tony Finau und Max Homa sind fünf Spieler aus den Top 20 der Welt am Start.

DP World Tour


(Marcel Siem, Photo by Andrew Redington/Getty Images)

Von einem solch starken Teilnehmerfeld wie bei den Kollegen der PGA Tour, kann die DP World Tour nur träumen. Bei der Hero Open in St. Andrews ist lediglich ein Top-50-Spieler dabei. Ryan Fox, Nummer fünf der DP World Tour Rankings, führt das Feld an und geht als Top-Favorit in das mit 1,75 Millionen US-Dollar dotierte Turnier. Die etwas dürftige Leistungsdichte im Feld steht im Kontrast zum wunderschönen Fairmont St. Andrews Platz im schottischen Golf-Mekka. Zwei Wochen nach der Open Championship findet ein weiteres Profi-Turnier in der Gegend statt, wo vor Jahrhunderten die ersten Golfbälle geschlagen wurden. Auch wenn es nicht der Old Course ist, dürfen sich die Teilnehmer auf einen besonderen Platz freuen.

Die meisten Teilnehmer halten sich bereits eine Weile im Vereinigten Königreich auf. Die Hero Open ist das vierte Event des sechswöchigen UK Swings und mit Marcel Schneider, Marcel Siem und Hurly Long stoßen mit etwas Verspätung auch drei Deutsche dazu. Mit der besten Form reist Long nach St. Andrews. Bei seinen jüngsten beiden Auftritten in den USA überzeugte er mit Top-Ten-Ergebnissen und als 19. im DP World Tour Ranking ist er nach Fox der bestplatzierte Spieler in dieser Woche.

Die Deutschen im Einsatz:

  • PGA Tour, Rocket Mortgage Classic: Stephan Jäger
  • Epson Tour, Firekeepers Casino Hotel Championship: Sophie Hausmann, Polly Mack und Greta Isabella Völker
  • Challenge Tour, Irish Challenge: Alexander Knappe, Jannik de Bruyn, Maximilian Herrmann, Bernd Ritthammer, Timo Vahlenkamp, Dominic Foos, Max Rottluff, Velten Meyer und Philipp Mejow
  • DP World Tour, Hero Open: Hurly Long, Marcel Schneider und Marcel Siem
  • Legends Tour, The JCB Championship: Alex Cejka und Thomas Gögele
  • PGA Tour Canada, Sothebys International Realty Canada Ontario Open: Lukas Euler und Alexander Herrmann
  • LPGA Tour, Women’s Scottish Open: Sophie Witt, Esther Henseleit, Olivia Cowan, Leonie Harm, Karolin Lampert und Sophia Popov
  • LIV Golf Invitational Series, Bedminster: Martin Kaymer

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.



Ähnliche Artikel

ANZEIGE