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Tour-Vorschau

Alle Augen auf die Frauen

Vorschau auf das Tour-Geschehen mit dem letzten Major sowie dem letzten regulären PGA-Tour-Event der Saison.

03. August 2022

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Ein letztes Mal in diesem Jahr heißt es: Major-Time! Die Vorfreude ist groß, denn nicht nur steht eine historische Women’s Open an - auch ist es möglich, jeden Tag sieben Stunden Live-Golf aus Schottland zu verschlingen. Das Wochenende ist also jetzt schon verplant. Die Vorschau:

AIG Women’s Open


(Sophia Popov, Photo by Charlie Crowhurst/Getty Images)

Wenige Tage nach dem packenden Fußball-Europameisterschaftsfinale, das vor 87.000 Zuschauern in Wembley stattfand, dreht sich auch im Golf alles um die Frauen. Von Donnerstag bis Sonntag steht mit der AIG Women’s Open das letzte Major des Jahres auf dem Programm. So viele Menschen wie die deutsche Fußballnationalmannschaft wird das viertägige Event zwar nicht vor die Bildschirme locken - durchschnittlich 17,897 Millionen Menschen sahen am Sonntag in der ARD die 1:2-Niederlage der DFB-Auswahl gegen England nach Verlängerung - jedoch erhalten die besten Golferinnen der Welt definitiv ausreichend Sendezeit, um sich der breiten Masse zu präsentieren. Insgesamt übertragt der Bezahlsender Sky nämlich 28 Stunden Live-Golf aus Schottland.

Die Übertragungszeiten auf Sky:

  • Donnerstag / Freitag: 12 bis 19 Uhr
  • Samstag / Sonntag: 14 bis 21 Uhr

Gespielt wird in Muirfield. Die 46. Ausgabe der Open findet also erstmals in dem Club statt, der bis vor vier Jahren noch ausschließlich aus männlichen Mitgliedern bestand. Der Grund: Seit Bestehen des Clubs war es Frauen schichtweg nicht erlaubt, in die Honourable Company aufgenommen zu werden. Diese antiquierten Verhältnisse gehören seit 2019 der Vergangenheit an und somit besteht der Club inzwischen aus männlichen und weiblichen Mitglieder*innen. Eine Konsequenz dieser Entscheidung ist eben auch, dass in Muirfield nun zum ersten Mal die Elite des Damensports abschlägt und eine von ihnen in die Fußstapfen einiger legendärer Open-Sieger wie Gary Player, Jack Nicklaus oder Lee Trevino tritt. Sie alle konnten bereits eine Open auf dem historischen Linksplatz gewinnen.

Der Par-71-Kurs zählt zu den berühmtesten und zugleich besten Plätzen der Welt. So richtig anspruchsvoll wird es auf dem 6.126 Meter langen Platz, wenn der Wind bläst und dies tat er zumindest am Mittwoch vor Turnierbeginn schon heftig. Will man dem Wetterbericht für die Region East Lothian Glauben schenken, so können sich die Spielerinnen die ganze Woche über auf kräftige Böen einstellen. Windstärken von bis zu 50 Kilometer pro Stunde sind vorhergesagt, was das Treffen der Fairways nicht gerade einfacher machen wird.

Aber es sind ja die besten Golferinnen der Welt am Start. Und wer ein Major gewinnen will, muss vier Tage lang sein bestes Golf abrufen und dann hoffen, dass niemand noch besser gespielt hat. 18 der Top 20 der Welt sind dabei. 14 von ihnen haben in ihrer Karriere bereits ein Major gewonnen. So auch Top-Favoritin Lydia Ko. Die Neuseeländerin ist zweimalige Major-Siegerin und Nummer vier der Welt, wartet aber seit mehr als fünf Jahren auf ihren dritten Major-Titel. Ein LPGA-Event konnte die 25-Jährige in dieser Saison bereits gewinnen und auch ihre jüngsten Ergebnisse dürften der sympathischen "Lyds" Mut machen, dass es in dieser Woche endlich mal wieder klappen könnte: Sechs ihrer vergangenen acht Turniere beendete Ko unter den Top 5.

Knapp hinter Ko reihen sich zwei Damen in die Favoritinnenliste ein. Zum einen ist dies Nelly Korda, die im vergangenen Jahr mit der Women’s PGA Championship ihr erstes Major gewann. Zum anderen muss Minjee Lee genannt werden, die aktuell die LPGA-Rangliste anführt und in dieser Saison schon bei der US Women’s Open siegreich war. Die Schwedin Anna Nordqvist steht also vor einer ordentlichen Herausforderung, will sie ihren Open-Titel erfolgreich verteidigen.

Das Favoritinnen-Ranking:

  1. Lydia Ko
  2. Nelly Korda
  3. Minjee Lee
  4. Hyo-Joo Kim
  5. Atthaya Thitikul
  6. Brooke M Henderson

Dass die Women’s Open aber auch jemand gewinnen kann, die so niemand auf dem Zettel hatte, zeigte Sophia Popov vor zwei Jahren. Damals war die Deutsche nicht mal unter den besten 300 Golferinnen der Welt gelistet, trug sich aber am Ende der Woche trotzdem als erste deutsche Major-Siegerin in die Geschichtsbücher ein. Popov ist natürlich auch in dieser Woche wieder dabei und hofft, an ihre guten Erinnerungen anknüpfen zu können. Neben Popov sind vier weitere deutsche Damen im Feld. Leonie Harm reist in der besten Form aller fünf Deutschen nach Muirfield, nachdem sie in der vergangenen Woche geteilte 15. bei der Women’s Scottish Open wurde. Caroline Masson kann mit ordentlich Erfahrung punkten und beendete die Open schon drei Mal unter den Top Ten. Das deutsche Quintett komplettieren Olivia Cowan und Esther Henseleit.

PGA Tour


(Billy Horschel, Photo by Kevin C. Cox/Getty Images)

Mit der Wyndham Championship beschließt die PGA Tour ihre reguläre Saison. Die Top 125 des FedExCup nach Beendigung des Events qualifizieren sich für die FedEx St. Jude Championship, dem ersten Playoff-Turnier, und haben zudem die volle Tourkarte für die kommende Spielzeit sicher. Diese Tourkarte tütete Stephan Jäger bereits in der vergangenen Woche ein. Dank seines besten Resultats auf der PGA Tour (Fünfter) löste er erstmals in seiner Karriere das Ticket für die sogenannte "Post-Season". Entsprechend locker kann der Münchner diese Woche angehen, wohlwissend, dass sein primäres Saisonziel bereits erreicht ist.

Ganz so locker dürfte Yannik Paul diese Woche nicht nehmen. Eigentlich auf der DP World Tour unterwegs, qualifizierte er sich über das Qualifikationsturnier am Montag für das Hauptfeld und will dort seine Chance am Schopf packen. Sammelt er im Sedgefield Country Club in North Carolina genügend Punkte, dann ist Paul für die Korn Ferry Tour Finals qualifiziert, wo er sich wiederum eine Spielberechtigung für die PGA Tour erspielen kann. Der Weg zum großen Traum, auf der besten Tour der Welt spielen zu können, ist also noch ein weiter, jedoch in dieser Woche zumindest in Sichtweite.

Aus internationaler Sicht sind Will Zalatoris und Billy Horschel die Aushängeschilder der Wyndham Championship. Die meisten Topstars lassen das mit 7,3 Millionen US-Dollar dotierte Event aber aus, um sich ihre Körner für die Playoff-Events aufzusparen. Daher sind auch "nur" zwölf Spieler aus den Top 50 der Welt am Start.

DP World Tour


(Hurly Long, Photo by Sean M. Haffey/Getty Images)

Auf der DP World Tour wird derweil der UK Swing fortgesetzt. Im berühmten Celtic Manor Resort in Wales, Austragungsort des Ryder Cup 2010, geht es um insgesamt 1,75 Millionen Euro. Während aus den Top 100 der Welt niemand bei der Cazoo Open am Start ist, reist der US-Amerikaner Sean Crocker mit ordentlich Selbstvertrauen in die City of Newport. Der in Zimbabwe geborene und in Kalifornien aufgewachsene Profi feierte in der vergangenen Woche seinen ersten Titel auf der Tour. Ebenfalls gut in Form ist Eddie Pepperell, der nach zuletzt harten Jahren Zweiter wurde und damit seine beste Platzierung seit dem British Masters 2019 feierte. Einen großen Schub erhält die Veranstaltung erneut durch ihren berühmten Unterstützer, Gareth Bale, der das zweite Jahr in Folge als Botschafter der ehemaligen Wales Open fungiert.

Durchaus ein Mann für den Titel ist Hurly Long. Der Deutsche befindet sich in einer ausgezeichneten Form und geht als Nummer 18 der Saisonwertung in die Woche. Nicht umsonst wurde er von der offiziellen Webseite der DP World Tour zu den Top-Favoriten ernannt. Neben Long sind fünf weitere Deutsche dabei: Maximilian Kieffer, Nicolai von Dellingshausen, Marcel Schneider, Marcel Siem und Matti Schmid.

Die Deutschen im Einsatz:

  • PGA Tour, Wyndham Championship: Stephan Jäger und Yannik Paul
  • Epson Tour, French Link Charity Championship: Sophie Hausmann, Polly Mack und Greta Isabella Völker
  • Challenge Tour, Vierumäki Finnish Challenge: Marc Hammer, Alexander Knappe, Yannick Schütz, Ferdinand Müller, Bernd Ritthammer, Max Schmitt, Nick Bachem, Dominic Foos, Allen John, Freddy Schott, Velten Meyer und Dominik Pietzsch
  • DP World Tour, Cazoo Open: Maximilian Kieffer, Matti Schmid, Marcel Schneider, Marcel Siem, Hurly Long und Nicolai von Dellingshausen
  • Korn Ferry Tour, Utah Championship: Jeremy Paul und Thomas Rosenmüller
  • PGA Tour Canada, Quebec Open: Lukas Euler und Alexander Herrmann
  • PGA Tour Champions, Shaw Charity Classic: Alex Cejka
  • Major, AIG Womens Open: Leonie Harm, Esther Henseleit, Caroline Masson, Olivia Cowan und Sophia Popov
  • LET Access Series, Vasteras Open: Kimberley Sommer, Patricia Isabel Schmidt und Chiara Noja

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.



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