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Training

Langers Schwung: flexibel und konstant

Bernhard Langer hat 1985 und 1993 das Masters gewonnen und seit seinem 50. Geburtstag elf Senioren-Majors. PGA-Pro Fabian Bünker analysiert den Schwung und zeigt, was Sie sich davon abschauen können.

31. Juli 2022

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Am 27. August 2022 feiert Bernhard Langer seinen 65 Geburtstag, und in den vergangenen Jahren konnte der gebürtige Anhausener stets mit sehr guten Leistungen überzeugen. 114 Turniersiege weltweit, darunter zwei Major-Erfolge beim Masters in Augusta und elf Major-Siege bei den Über-50-Jährigen. Zudem blickt der ehemalige Weltranglistenerste und World Golf Hall of Famer auf eine nahezu unübertroffen erfolgreiche Ryder-Cup-Karriere zurück - als Spieler und Captain (2004 führte er Team Europa in den USA mit 18,5 zu 9,5 Punkten zum Sieg).

Der Schwung von Bernhard Langer gehört aus Sicht von PGA-Pro Fabian Bünker zu den konstantesten Schwüngen. Wenn man sich die erste Aufnahme in der Schwunganalyse von Hank Haney ansieht, kann man sicherlich schnell erkennen, dass nicht alle Schwungebenen perfekt sind.

Aber: "Langer hat ein sehr gutes Set-Up", so Bünker. Die Beine sind leicht gewinkelt, der Oberkörper etwas nach vorne gebeugt und das Griffende zeigt zum Bauchnabel. Für den Bestsellerautor von "Der Handicapverbesserer" perfekt! Die Amerikaner sagen: "Start with 0 mistakes". Das Set-Up ist die Basis für einen guten Schwung.

Zudem greift Langer seinen Schläger mit einem "Hook-Griff". Die linke Hand ist sehr weit nach rechts gedreht. Dieser Griff hilft Langer, die rechte Seite auf dem Platz und den Slice aus dem Spiel zu nehmen und eher einen Draw (Rechts-Links-Kurve) zu spielen. Hier gilt die alte Golferweisheit: Lieber links lang als rechts kurz. Bünker empfiehlt diesen Griff allen Golfern, die slicen. "Er bewirkt (fast) augenblicklich, dass der Ball gerader und damit viel länger fliegt." Er erhöht also sowohl Präzision als auch Schlagweite. Genau das brauchen viele Amateure.

Langer schafft es aber auch, dass der Schläger im Abschwung eher von innen, zumindest aber auf der selben Ebene wie im Rückschwung, an den Ball kommt. Das ist für Bünker einer der ganz wichtigen Faktoren für jeden Spieler. "Die meisten Golfer starten ihren Abschwung mit den Schultern, was zu einer Slice-Tendenz führt." Langer startet mit dem Verschieben der Hüfte nach links und einem Absenken der Arme.

"Der aus meiner Sicht wichtigste Faktor ist aber, dass er seinen ganzen Körper sehr kompakt bewegt", so der Trainingsexperte und ehemalige Nationalspieler weiter. "Vor allem die höchste Position im Rückschwung gefällt mir extrem gut." Der ganze Körper hat sich gedreht, aber nur minimal nach rechts bewegt. Der Oberkörper dreht sich weit gegen die Hüfte auf. Langer nutzt in diesem Fall die Schwächen seines Körpers zu seinem Vorteil. Denn mit 60+ kann man sich nicht mehr so drehen, wie es Brooks Koepka oder Rory McIlroy tun. 

Langer kompensiert dies aber durch drei Dinge, die gegen die bei vielen Amateuren vorherrschende Lehrmeinung verstoßen (im Video ab Sekunde 52 zu sehen):

  • Er bewegt seinen Kopf im Rückschwung nach rechts.
  • Er bewegt sein linkes Bein im Rückschwung nach innen (also nach rechts).
  • Er hebt seine linke Ferse im Rückschwung leicht an.

Diese drei Bewegungen helfen Langer, seinen gesamten Körper im Rückschwung kompakt zu drehen und die Körperwinkel zu halten. Würde er das nicht tun, müsste er sich im Rückschwung aufrichten, um eine Drehung im Oberkörper zu erreichen. So kann er aber seine gesamte Flexibilität und Kraft für den Schwung nutzen. Bünker dazu: "Ich kenne leider zu viele Golfer, die immer noch versuchen, ihren Kopf still zu halten. Das führt dazu, dass sich die Halswirbelsäule nicht drehen kann und der Oberkörper blockiert wird." Das wiederum führe zu einer Vielzahl an Fehlschlägen - und am Ende des Tages leider auch zu körperlichen Problemen.

Fazit: Vor allem ältere Golfer können vieles von Bernhard Langer lernen. Zum Ersten, dass Fitness hilft! Außerdem schafft es Langer mit einfachen Mitteln, einen sehr guten Schwung auf konstant hohem Niveau durchzuführen.

Und genau das möchte der PGA-Pro Ihnen mit auf den Weg geben: 

  • Keep it simple.
  • Achten Sie auf Ihre Ansprechposition! Überprüfen Sie diese im Spiegel und nehmen Sie sich das Set-Up von Langer als Vorbild.
  • Nutzen Sie den "Hook-Griff"! Drehen Sie die linke Hand am Griff mehr nach rechts, und Sie werden merken, dass Ihr Ball gerade und länger fliegt.
  • Bauen Sie die Besonderheiten von Langer in Ihren Schwung ein! Vor allem, wenn Sie sich nicht mehr so gut drehen können oder Schmerzen in der Lenden- und Halswirbelsäule haben. Sie werden merken, dass Sie sich dadurch schmerzfrei und besser drehen können und klassische Schwungfehler vermeiden können.

Sebastian Burow

Sebastian Burow
Freier Redakteur



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