Tiger Woods

Interview: Schmerzhafte Reha und seine Ziele

Tiger Woods gibt sein erstes Interview seit seinem folgenschweren Unfall im Februar.

29. Mai 2021

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Gut drei Monate nach seinem schweren Autounfall in Los Angeles gab Tiger Woods bei Golf Digest sein erstes Interview seit seinem anschließenden Krankenhausbesuch, bei dem er sich mehreren Operationen an seinem rechten Bein unterziehen lassen musste. Bis dato erhielt die Öffentlichkeit lediglich Updates zum Gesundheitszustand des Superstars über die sozialen Medien. So postete Woods Ende April ein Bild von sich, auf dem er gemeinsam mit seinem Hund Bugs zu sehen ist. "Es ist lustig, denn auf dem Foto lassen die Krücken meine Schultern groß wirken", so der 15-fache Major-Sieger über das Bild.

Doch der erste Eindruck vom Fitnesszustand des sich seit Mitte März in der Reha in Florida befindenden Familienvaters täuscht nicht. "Es war schön, dass ich die Möglichkeit hatte, stark zu bleiben und meinen Oberkörper zu trainieren", so Woods, der in den vergangenen Wochen immer wieder von Freunden und Kollegen zuhause besucht wurde. Unter anderem schauten Justin Thomas, Rickie Fowler oder Rory McIlroy vorbei. "Es war unglaublich", erklärte der 45-Jährige. "Ich habe so viel Unterstützung von Menschen bekommen, egal ob aus dem Golf oder nicht. Das hat mir sehr viel bedeutet und enorm geholfen."

Neben dem mentalen Gesundheitszustand steht aber natürlich die körperliche Fitness im Vordergrund. Und hier scheint Woods eine äußerst schwere Zeit durchgemacht zu haben. "Dies ist ein komplett anderes Tier", beschreibt er die Reha. "Wegen meiner vergangenen Verletzungen verstehe ich schon mehr von den Reha-Prozessen, aber das war schmerzhafter als alles, was ich bislang erlebt habe." Woods blieb in seiner erfolgreichen Zeit als Profi nicht von chirurgischen Eingriffen an seinem Körper verschont. Fünf Rücken- sowie fünf Knieoperationen hat er schon hinter sich. Viele trauten ihm aufgrund seiner schon damals langen Verletzungshistorie keine großen Titel mehr zu. Der Masters-Sieg 2019 strafte alle Zweifler Lügen.

Doch gelingt dem World Golf Hall of Famer ein weiteres Comeback? Woods selbst will noch nicht so weit nach vorne blicken. Er denkt in kleinen Schritten: "Meine Physiotherapie hält mich auf Trab. Ich habe meine Alltagsroutinen und ich bin auf mein primäres Ziel fokussiert: eigenständig laufen. Ein Schritt nach dem anderen." Fans müssen sich also wohl noch eine Weile gedulden bis sie dem gebürtigen Kalifornier wieder zujubeln können. Wenn die Vergangenheit aber eines gezeigt hat, dann dass Woods alles tun wird, um bald wieder mit seinen Freunden Thomas, Fowler und Co. auf dem Platz zu stehen und um große Titel zu kämpfen.

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg, schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.

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