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"Des Geldes wegen": Westwood begründet Saudi-Zusage

Lee Westwood bestätigt sein Interesse an der Teilnahme an der finanzstarken LIV Golf Series und begründet im Vorfeld des British Masters seine Entscheidung.

05. Mai 2022

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Der Start der von LIV Golf auf die Beine gestellten Herren-Golfserie rückt immer näher. Am 9. Juni beginnt das erste von insgesamt acht Einladungsturnieren, die ein Gesamtpreisgeld von 250 Millionen US-Dollar vorweisen, und entsprechend attraktiv für einige Profis sein dürfte. Greg Norman mischte die Golfwelt mit seinem vom Saudi-Arabischen Staat finanzierten Projekt ziemlich auf und bis heute sind nur wenige Namen bekannt, die dem Ruf des Geldes folgen. Inzwischen müssten jedoch zumindest den beiden großen Touren (PGA und DP World Tour) die Personen bekannt sein, die beim ersten LIV Golf Invitational im Centurion Club nahe London antreten möchten. Denn nur wer eine Freistellung bei der jeweiligen Tour beantragt, darf folgenlos auf einer anderen Tour abschlagen.

Vor zwei Wochen war Robert Garrigus der erste offizielle PGA-Tour-Spieler, der um eine solche Freigabe gebeten hatte. Im Vorfeld des auf der DP World Tour anstehenden British Masters, gesellten sich weitere Interessenten an dem ersten Saudi-Event hinzu. Zum einen bestätigte Richard Bland, Titelverteidiger des British Masters, seinen Plan, bei dem mit 25 Millionen US-Dollar dotierten Turnier in seinem Heimatland anzutreten. Zudem wird European-Tour-Legende Lee Westwood Anfang Juni Teil des 48 Mann starken Teilnehmerfeldes sein.

"Ich habe schon immer um Freigaben für Turniere gebeten, solange ich auf der Tour bin", sagte Westwood in einem gut zweiminütigen Interview zu diesem Thema. "Ich unterstütze die European Tour seit 29 Jahren. [...] Mein Ziel war es immer, ein Mitglied der European Tour zu sein und diese Tour zu unterstützen und bei der PGA Tour ein- und auszugehen. Ich habe Veranstaltungen auf dieser Tour ausgerichtet und während COVID gespielt, wo immer ich konnte. Ich betrachte mich als Mitglied der European Tour." Und doch wolle er die Chance nicht auslassen, bei Turnieren dieser Größenordnung, wie sie bei der LIV Golf Series ausgetragen werden, mitzuspielen.

"Das ist mein Job", führte Westwood fort. "Ich mache das des Geldes wegen. Das ist nicht der einzige Grund, warum ich es tue. Aber wenn jemand daherkommt und einem von uns eine Gehaltserhöhung in Aussicht stellt, dann sollte man das ernsthaft in Betracht ziehen." Dass das Geld zum Großteil aus dem Fond eines Staates stammt, der wegen anhaltender Menschenrechtsverletzungen in der Kritik steht, spiele dabei eine untergeordnete Rolle. "Das Geld aus Saudi-Arabien fließt jetzt in alle möglichen Sportarten, sei es Fußball oder Formel 1. Sie versuchen, sich mehr zu verwestlichen. Sie machen Veränderungen, die wahrscheinlich viele Leute beunruhigen und ihnen Angst machen. Aber sie versuchen einfach, sich zu verbessern."

Entweder Saudi oder Ryder Cup?

Inwieweit die Teilnahme an Normans Tour Konsequenzen für Westwood, Bland und Co. haben werden, ist noch nicht bekannt. Jedenfalls wurden zuletzt immer wieder Gerüchte laut, dass den "Abtrünnigen" einige Chancen verwehrt werden sollen, wie zum Beispiel das Ryder-Cup-Kapitänsamt. Dies würde insbesondere im Falle Westwoods interessant werden, da der zehnmalige Ryder-Cup-Spieler mit ziemlicher Sicherheit in den kommenden Jahren in diese Rolle geschlüpft wäre. Auf dieses Thema angesprochen, entgegnete der 49-Jährige: "Das muss jemand anderes entscheiden. […] Die European Tour hat kein Problem damit, dass ich Mitglied der PGA Tour bin, also ist dies nur eine andere Tour."

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.

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