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"Unbeabsichtigter Fehler" macht Garcia wütend

Sergio Garcia bekommt in der ersten Runde der Wells Fargo Championship einen Strafdrop aufgebrummt, der so eigentlich nicht hätte ausgesprochen werden dürfen. Die anschließenden Wutkommentare bleiben jedoch stehen.

06. Mai 2022

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"Ich kann es nicht erwarten, diese Tour zu verlassen." Sergio Garcia war offensichtlich ganz und gar nicht erfreut über eine Regelentscheidung am ersten Tag der Wells Fargo Championship. Und ganz nebenbei deutete er mit seiner Aussage einen Schritt an, den unter anderem auch sein Ryder-Cup-Kollege Lee Westwood in der nahen Zukunft anstrebt: Nämlich den Wechsel auf die neue Saudi-Tour, unter der Führung der australischen Legende Greg Norman. Doch was veranlasste Garcia zu dieser kontroversen Aussage?

Auf der zehnten Bahn pullte der 42-jährige Masters-Champion seinen Drive in ein dicht bewachsenes Hindernis. Nach einer mehrere Minuten andauernden Suche fand Garcia seinen Ball endlich, nur um vom verantwortlichen Regeloffiziellen die ernüchternde Nachricht zu erhalten, dass die Suche länger als die laut Regeln zugelassenen drei Minuten dauerte. Der Spanier bekam also einen Strafschlag aufgebrummt und musste seinen Ball droppen. In der Folge ließ sich Garcia, der immerhin noch das Par auf dem Par 5 rettete, zu einigen wütenden Sätzen hinreißen, wie dem bereits oben zitierten oder dem hier: "Noch ein paar Wochen und ich muss mich nicht mehr mit dir [dem Schiedsrichter, Anm. d. Red.] herumschlagen."

Garcias Laune hellte sich im weiteren Verlauf der Runde jedoch auf. Auf der 15 lochte er seinen zweiten Schlag zum Eagle ein und am Ende des Tages lag er nach einer 67 (-3) unter den Top 20. Und wie sich später herausstellte war Garcias Frust nach der ausgesprochenen Strafe auch nicht unbegründet. Denn wie die PGA Tour am Abend verlauten ließ, habe der Regeloffizielle einen "unbeabsichtigten Fehler" gemacht. Dies habe man anhand einer erneuten Überprüfung des vorliegenden Videomaterials festgestellt. In einem offiziellen Statement gab man zu Protokoll:

"Als Garcia die Penalty Area betrat, startete ein Schiedsrichter, der sich am 10. Loch befand, eine Suchzeituhr, da es den Anschein hatte, dass eine Suche nach dem Golfball begonnen hatte. Ohne Wissen des Schiedsrichters wurde den Spielern der Gruppe von einem TV-Beobachter mitgeteilt, dass sich der Ball auf der anderen Seite des Baches befand, und Garcia verbrachte zu diesem Zeitpunkt eine beträchtliche Zeit damit, die andere Seite des Baches zu erreichen.“

In dieser Phase, in der Garcia auf die andere Seite des Baches gelangte, um seinen Ball dort weiterzusuchen, hätte die Stoppuhr des Schiedsrichters nicht laufen dürfen. Jedoch war ihm die Sicht durch die anderen Mitspieler versperrt, weswegen er die Situation nicht richtig einschätzte, und die Zeit bereits gegen Garcia tickte. "Als der Ball von Garcia gefunden wurde, war die dreiminütige Suchzeit des Schiedsrichters bereits abgelaufen, und Garcia wurde mitgeteilt, dass der Ball als verloren behandelt wurde", hieß es im Statement weiter. Als Garcia also seinen Ball wiederfand, hätte sich dieser eigentlich noch im Spiel befunden, wäre da nicht der "unbeabsichtigte Fehler" des Schiedsrichters gewesen, der dem Ryder-Cup-Rekordspieler nach Regel 17.1d(2) stattdessen den Strafdrop aufdrückte.

Im Anschluss an seine Runde wurde Garcia über diese Fehlentscheidung informiert. An seinem Ergebnis an dem Loch wurde nachträglich jedoch nichts geändert. All die Aufregung und nun aufkommenden Diskussionen rund um Garcias Kommentare hätten also gar nicht entstehen müssen - hätte der Schiedsrichter die Situation nur besser im Blick gehabt. Was bleibt ist die Frage um Garcias Zukunft: Ist er bald nicht mehr auf der PGA Tour zu sehen?

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.

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